Kapitel Siebenundzwanzig

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Yoongi Pov

Tage waren vergangen und Jimin war noch immer nicht nach Hause gekommen. Wir haben ihn bei der Polizei als vermisst gemeldet allerdings kamen die auch nicht weit. Jihyun hat sich seither nur noch bei uns aufgehalten. Er ist zu Hyunjun in Jimins altes Zimmer gezogen. Ich habe kaum ein Wort mit ihm gewechselt. Meiner Meinung nach, ist er der Grund warum Jimin gegangen ist. Wäre er nicht hier aufgetaucht, hätten wir in Ruhe weiter leben können. Ich hätte irgendwann von seiner Vergangenheit erfahren und hätte ihm geholfen zu vergessen. Anschließend hätten wir alle unsere Schule beendet, ich wäre mit ihm in eine Wohnung gezogen und irgendwann hätten wir sogar geheiratet. Ich hatte riesige Pläne für uns und konnte mir eine Zukunft ohne ihn nicht mehr vorstellen. Es wäre absurd, ihn aus meinem Leben zu streichen. Durch ihn habe ich wieder gelernt zu lieben und konnte mich ihm völlig hingeben. Ich war ich selbst, egal in welcher Situation. Er hat mich mit all meinen Macken akzeptiert und das obwohl er sie alle kannte. Dadurch das wir noch immer Ferien hatten, nutzen wir unsere ganze Zeit um ihn zu finden. Jede Sekunde in der wir nicht nach ihm suchten, guckte ich mir Fotos von uns beiden auf meinem Handy an. Auch die Videos die ich einst von ihm gemacht habe, schaute ich mir wieder und wieder an. Der Wunsch, seine Stimme zu hören, wurde immer größer weshalb ich beschloss, ins Tonstudio zu gehen und mir Aufnahmen anzuhören. Die anderen Jungs waren im Wohnzimmer und sahen betrübt in die Runde. Im Tonstudio schaltete ich die Boxen und anschließend den PC an. Sofort öffnete ich die Datei, die ich am meisten liebte.

Lie

Während ich seiner Stimme lauschte, hatte ich echt Probleme, nicht in Tränen auszubrechen. Ich bin kein Mensch, der oft beziehungsweise überhaupt weint aber Jimin bedeutet mir mehr als mein Leben.

"Ich wusste gar nicht, dass er eine so wundervolle Stimme hat." Aufgrund der plötzlich Stimme hinter mir, fuhr ich erschrocken zusammen. Als ich mich umdrehte, sah ich in Tae verheultes Gesicht. Er und Jimin waren sich in letzter Zeit so nahe gekommen, dass die beiden sich wie Brüder verhielten.

"Er wollte nie, dass ihn jemand hört. Für ihn ist seine Stimme nichts besonderes aber ich höre darin nur den Engel der er ist."

"Wie kommt er darauf, dass seine Stimme schlecht wäre? Manchmal frage ich mich echt, was in seinem Kopf vorgeht."

"Tae, das frage ich mich seit dem ersten Tag an dem wir ihn getroffen haben. Er hat nie seine wahren Gefühle gezeigt wenn es darum ging, dass es ihm nicht gut geht. Keiner von uns wusste, was mit seiner Familie passiert war. Nicht einmal Hyunjun. Keiner von uns hat auch nur eine Ahnung was in seinem Kopf vorgeht." Ich lehnte mich komplett zurück und starrte die Decke an. Tae setzte sich zu mir und wir lauschten stillschweigend seiner Stimme. Mit der Zeit sah ich im Augenwinkel wie immer mehr von den Jungs zu uns ins Studio kamen. Ohne etwas zu kommentieren setzten sie sich zu uns und hörten gebannt zu. Als eines der Lieder zu Ende war, drückte ich auf die Stopp Taste. Das nächste Leid, war etwas sehr persönliches und ich wollte nicht, dass die Jungs es jetzt schon hörten.

"Ich wünschte er hätte uns mehr Vertrauen geschenkt und sich uns geöffnet", sagte Jungkook plötzlich und durchbrach somit die erdrückende Stille.

"Er hat es versucht. Er hat uns schon einiges über sich und seine Vergangenheit erzählt aber ich glaube, die eine Sache von der wir nichts wussten, belastete ihn am meisten", versuchte ich zu erklären.

"Warum glaubst du, hat er nie was gesagt?"

"Weil wir nicht wissen sollten, wie er sich wirklich fühlt. Wie kaputt er innerlich ist. Deswegen ist er auch gegangen. Ihr habt es selber gehört. Er gibt sich selber die Schuld und hat wahrscheinlich Angst, irgendwann wieder auszurasten. Hyunjun sagte, er sei ein anderer mensch gewesen und diese Seite wollte er uns niemals zeigen. Dafür waren wir ihm alle zu wichtig. Er hat gesehen, wie sehr Hyunjun darunter gelitten hat, als er so drauf war und deswegen, sollten wir das nicht sehen."

Plötzlich klingelte das Telefon und ich sprang auf um schnell anzunehmen. Nicht viele hatten die Nummer unseres Haustelefons dementsprechend ging ich stark davon aus, dass es die Polizei war.

"Min?"

"Herr Min? Hier spricht Detective Tuan."

"Gibt es was neues? Haben Sie ihn gefunden?"

"Wir hatten eine Spur, allerdings hat die sich sehr schnell in Luft aufgelöst."

"Warum rufen Sie dann an, wenn es nicht neues gibt?" knurrte ich ins Telefon.

"Ich habe nie gesagt, dass es nichts neues gibt. Aber zu aller erst, habe ich eine Frage. Sind Ihre Mitbewohner in der Nähe?" Sofort schaltete ich den Lautsprecher an damit die Jungs mithören konnten. Natürlich waren sie mir alle in den Flur gefolgt, als es geklingelt hat.

"Ja, Sie sind auf laut."

"Okay, gut. Ist einem von Ihnen der Name 'Bambam' bekannt? Ihr Freund soll sich bis vor kurzem bei ihm aufgehalten haben."

Bambam? Wer soll das denn sein?

"Ja, Bambam ist unser Cousin. Er wohnt aber nicht in Seoul sondern in Daegu", erklärte Hyunjun plötzlich. Verwirrt sahen wir ihn alle an. Allem Anschein nach, wusste keiner von uns, dass er einen Cousin hatte. Wir wissen fast gar nichts über ihn.

"Wissen sie, wo ihr Cousin wohnt? Wir haben keine Adresse unter diesem Namen."

"ja, das liegt daran, dass Bambam sein Spitzname ist. Sein richtiger Name ist komplizierter", etwas überfordert kratze Hyunjun sich am Hinterkopf.

"Wie genau lautet der Name?"

"Ähm... Kunpimook Bhuwakul." Warte was? Das ist sein Name? Gott, ist der kompliziert.

"Okay, alles klar. Ich melde mich sobald ich etwas neues weiß." Danach legte der Detective sofort auf und perplex standen wir im Flur rum. Schnell griff ich nach meinen Autoschlüsseln und stürmte nach draußen. Jin folgte mir und hielt mich am Arm fest.

"Was hast du vor?"

"Ich werde jetzt nach Daegu fahren und ihn zurück holen." Da meine Eltern in Daegu lebten, kann ich auf jeden Fall bei denen Unterkommen und brauch deswegen weder Klamotten noch sonstiges. Mein altes Zimmer war eh noch wie vor meinem Auszug.

"Du weißt doch gar nicht, ob er überhaupt da ist."

"Das ist mir egal, ein Versuch ist es wert."

"Dann komme ich aber mit dir. Ich werde dich nicht alleine dahin fahren lassen."

"Ich auch", mischte Hyunjun sich ein.

"Wenn du fährst, fahren wir alle", schloss Namjoon sich an und die anderen nickten zustimmend. Okay, vielleicht sollte ich doch meine Eltern anrufen und Bescheid sagen, dass sie eine Menge Besuch haben werden denn es sah nicht danach aus, als könnte ich die anderen umstimmen.

"Ich komme auch mit", sagte Jihyun plötzlich mit zittriger Stimme.

"Nein. Ich werde dich ganz sicher nicht mitnehmen." Wieder einmal lagen alle Blicke auf mir.

"Yoongi-"

"Nein. Du bist Schuld das er weg ist. Wärst du nicht hergekommen, wäre er nie gegangen. Nochmal lass ich das nicht passieren", unterbrach ich ihn. Ich drehte mich um und ging zu meinem Auto. Nachdem ich mich rein gesetzt hatte, wurde die Beifahrertür geöffnet und Jin setzte sich neben mich. Hyunjun setzte sich auf die Rückbank zusammen mit Hoseok. Im Rückspiegel konnte ich sogar noch sehen, das sich die anderen bei Namjoon ins Auto setzten. Bis auf Jihyun. Dieser stand in der Tür und sah uns nur betrübt hinterher.

"Meinst du nicht, dass du zu streng zu ihm warst?" fragte Jin vorsichtig.

"Nein. Anders hätte er es nicht verstanden." Ein letzter Blick in den Rückspiegel verriet mir, dass die anderen soweit waren und ich losfahren konnte.

Baby, ich komme jetzt zu dir... Ich hoffe du bist noch da...

Do you love me? - Yes, I do ~ YOONMINGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt