„Oh, ich bin ja so aufgeregt", rief ich aus und hüpfte dabei wie ein kleines Kind auf dem Bett hin und her. „Vielleicht solltest du dann langsam mal anfangen deinen Koffer zu packen", lachte mich Jeremy herzlich aus, „sonst fliege ich ohne dich, Sweety". „Aaahhhh, Kofferpacken.... Das hab ich ja total vergessen", schrie ich erschrocken los und Jeremy zog mich immer noch lachend vom Bett runter, sodass ich direkt in seinen Armen landete. „Ich würde ja sagen, es ist nicht notwendig, dass du Klamotten einpackst, aber es würde mir nicht gefallen, dass Justin und der Rest der Welt deine nackte Schönheit zu Gesicht bekommen", raunte er mir zu und küsste dann diese empfindliche Stelle unter meinem Ohr. Wieso nur musste er mich immer so unglaublich scharf machen, wenn wir eigentlich gar keine Zeit hatten?! Wie unfair.
In einer Stunde mussten wir uns auf den Weg zum Flughafen machen und ich hatte noch kein einziges Kleidungsstück im Koffer. Wie konnte das bloß passieren...? Na gut, ich weiß, wie das passieren konnte. Erst hatte ich gedacht, das hätte noch Zeit und dann, als unser Urlaub immer näher rückte, da hatte ich diverse Kleider und Bikinis anprobiert und Jeremy präsentiert. Das war scheinbar nicht der beste Plan gewesen, denn die Kleider blieben nicht lange an meinem Körper und im Koffer waren sie schließlich auch nicht, da sie auf dem Boden gelandet waren, bevor wir wild übereinander herfielen. Aber so sammelte ich die Sachen vom Boden auf und beförderte sie in meinen Trolley. Glücklicherweise hatte ich genug Kleidung ausgesucht. Schnell noch die Kulturtasche gepackt, Flip Flops und ein weiteres paar Sandalen mit reingeworfen und dann kam der finale Kampf.
„Jeremy, hilf mir mal... der Koffer geht nicht zu", jammerte ich verzweifelt, nachdem ich mehrfach mit dem Deckel gekämpft hatte, mich sogar draufgesetzt hatte, aber die Tasche dachte gar nicht daran sich geschlagen zu geben. Sie war einfach maßlos überfüllt. Vielleicht hatte ich es etwas übertrieben, aber immerhin würden wir 17 Tage weg sein, da braucht man schon einiges an Kleidung und außerdem musste mein Kissen mit. Auf einem anderen Kissen würde ich es keine einzige Nacht aushalten. „Jer, HILFE", brüllte ich jetzt und er kam tatsächlich um die Ecke. „Mensch, was hast du denn alles da drin?! Bist du sicher, dass du das alles brauchst?", fragte er mich. Ich zuckte nur mit den Schultern und sah ihn mit einer Unschuldsmiene an. Er seufzte und sagte schließlich, „So bekommen wir dein Gepäck auf keinen Fall zu, du musst was auspacken....". Ich riss entsetzt meine Augen ganz weit auf und unterbrach ihn. „Aber, aber..... nein... das geht nicht", stammelte ich.
„Wenn du mich ausreden lassen würdest, mein Engel, dann hättest du mich sagen hören... du musst was auspacken und es dafür in meinen Koffer packen. Da ist nämlich noch ein bisschen Platz". Grinsend knuddelte ich ihn und drückte ihm dann einen kurzen Kuss auf die Lippen. „Danke Jer, du rettest mein Leben". Schnell verstauten wir alles und bekamen tatsächlich beide Koffer zu. „Na dann los, Justin wartet bestimmt schon am Flughafen und wird ungeduldig", sagte Jeremy. „Dass ich aber auch immer auf dich warten muss...", scherzte ich und knuffte ihn in die Seite. „Ja, haha, sehr lustig", gab Jeremy augenverdrehend von sich, während er unsere beiden Koffer anhob und auf die Tür zusteuerte. „STOP", schrie ich, „ich muss noch meine Pille mitnehmen". „Ja hopp, hopp. Ich warte noch kurz, aber beeil dich"
Schließlich kamen wir reichlich spät und ziemlich abgehetzt am Flughafen an. Justin hatte uns informiert, dass er bereits beim Boarding auf uns wartete. Wir beeilten uns das Gepäck aufzugeben und durch die Kontrollen zu kommen und erreichten schließlich gerade so unseren Flug. Erschöpft landeten wir auf unseren Plätzen. Ich saß am Ende zwischen Jeremy und Justin. Eigentlich wollte ich am Fenster sitzen, aber daraus wurde nichts, da Justin am Gang bleiben wollte und die beiden Kerle sich weigerten dicht nebeneinander gedrängt zusammen zu sitzen. Ich sah es ja auch ein, dass das keine vorteilhafte Konstellation sein würde und so konnte ich jetzt beim Start wenigstens von beiden die Hände halten. Vielleicht sollte man eher sagen ich zerquetschte beiden die Hände. Ich hatte nämlich große Angst vor dem Flug, woher sollte ich auch wissen, dass es gar nicht so schlimm werden würde, denn ich war noch nie geflogen.
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big girls don't cry
Mystery / ThrillerDas Leben ist eins der Härtesten. Für Angelina ganz besonders. Sie hat für ihr Alter bereits zu viel erlebt. Doch was dich nicht tötet, macht dich stärker, sagt man. Eines hat sie sich geschworen, sie würde nie wieder weinen. Denn große Mädchen we...