Das restliche Jahr war viel zu schnell und zeitgleich so unendlich langsam vergangen. Und kaum hatten wir es uns versehen, war unser -nur im Bekanntenkreis bekannter- Polterabend da.
Wir feierten ausgelassen mit unseren Familien und auch wenn draußen eine dicke Schneeschicht lag, ließen wir uns davon nicht aufhalten am Abend in den riesigen Garten vor den Appartements zu gehen und auch hier Geschirr zu zerstören.
Was sich als ziemlich schwierig herausstellte und auch nur mit Hilfe der Fassade des Gebäudes gelang.
Trotzdem genoss ich diesen Abend, war voller Aufregung vor dem morgigen Tag.
Und als ich am nächsten Morgen erwachte, schlich mein Bruder Tommy gerade durch mein Appartement, Pia war gestern Abend in den Buckingham Palace. Wir würden uns erst bei der Trauung sehen.
„Hey, Prinzessin…Aufstehen, ansonsten verpasst du deine eigene Hochzeit…“, weckte Tom mich. Verschlafen drehte ich mich von ihm weg.
„Nur noch fünf Minuten…”.
Der Prinz lachte vergnügt und schüttelte vermutlich seinen Kopf. Dann spürte ich, wie er mich auf seine Arme und aus dem gemütlichen Bett hob.
„Du bist ein fieser Trauzeuge!“, meckerte ich. Gleichzeitig musste ich mir jedoch auch eingestehen, dass diese Methode durchaus effektiv war.
„Genau das Phil auch zu mir gesagt, als er geheiratet hat! Ich bin ein Naturtalent!”.
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Nervös stieg ich aus dem Auto aus, welches meinen Vater und mich zur Kirche gefahren hatte.
Jemand half mir mein Kleid zu sortieren, dann schritt ich hinter meiner Mutter und ein paar Blumenkindern in das große Gebäude. Dabei hatte ich mich bei meinem Vater untergehakt.
Mom nahm ihren Platz in der Familienreihe ein, setzte sich neben meinen Bruder Philipp. Dessen Frau Annette saß auf seiner anderen Seite.
Die Kirchenglocken spielten und von draußen klang noch immer der Jubel der vielen Menschen zu uns vor.
„Wir sind so unglaublich stolz auf dich, meine Kleine!“, flüsterte mein Vater mir nun zu. Wir waren noch ungefähr 10 Meter vom Altar entfernt, an welchem bereits meine wunderhübsche Braut, ihre Brautjungfer und mein Trauzeuge auf uns warteten.Natürlich auch der Mann, der uns trauen würde.
„Daddy, ich…”, setzte ich an, doch er unterbrach mich sanft.
„Psst…Unterbrich mich jetzt nicht. Ich habe ewig gebraucht um mich darauf vorzubereiten, also bitte…”. Der restliche Satz verebbte zwischen uns, während mein Vater einmal durchatmete.
„Was ich sagen möchte ist, dass egal was auch passieren mag, wir stehen hinter dir. Komme, was wolle!”.
Mühsam unterdrückte ich die ersten Tränen.
„Geweint wird erst nach der Hochzeit!“, zog er mich deshalb auf, was mich schwach lächeln ließ.
In diesem Moment erreichten wir den Altar und -die Menschen um uns herum vergessend- ich zog ihn in eine feste Umarmung.
„Ich hab euch lieb, Daddy...“.
Mit einem gutmütigen Grinsen legte er meine Hand in die von Pia, sagte ein paar Worte zu ihr und setzte sich dann auf seinen Platz.
Kurz ließ ich meinen Blick schweifen.
Phil nickte ermutigend, Tommy imitierte einen Kussmund. Philippa strahlte überglücklich und meine Mutter schniefte bereits jetzt vor Freude. Anne und Claire wechselten einen verzückten Blick.
Und ich wusste, dass ich heute die glücklichste Person der ganzen Welt war. Mindestens.
Ich würde ein neues Leben starten, mit Pia an meiner Seite.
Und ich wollte keinen Tag mehr ohne sie verbringen.
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Princess Rainbow
RomanceMomentan kann das Leben der englischen Prinzessin Charlene gar nicht schlimmer laufen, denn gerade geht alles drunter und drüber. Wie soll sie ihren Eltern beichten, dass sie niemals einen Mann heiraten wird?! Und wie soll sie der Welt erklären, das...
