Da saß ich also wieder...am nächsten Tag in Literatur und schaute gespannt an die Tafel, denn Anne fuchtele wie wild mit ihren Armen durch die Gegend und versuchte den nicht so hellen Gestalten unter uns die Geschichte der Literatur näher zu bringen. Sie sah, wie immer natürlich, wunderschön aus. Ihre Haare waren zu einem Dutt nach oben gesteckt und sie trug kein Make-Up. Das brauchte sie auch gar nicht bei ihrem Aussehen und ich musste aufpassen, dass meine Blicke nicht zu auffällig wurden. Maria, Sarah, Emily und Lucie lachten, als Anne auf den Stuhl kletterte und ganz dramatisch Hamlet in die Luft hielt. Auch ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, was Anne zu bemerken schien und mich daraufhin anlächelte. Augenblicklich stieg mir eine leichte röte ins Gesicht und ich war froh, dass Anne ihren Blick abwandte. "Also...", warf Lucie ein "Ihr kommt doch sicherlich zur Party im Infinity heute Abend oder?". Ich hatte mal wieder nichts mitbekommen, aber da sie mich ja doch alle mitschleppen würden, tat ich einmal so als wäre es mein freier Wille gewesen und nickte ein wenig genervt.
drei Stunden später
Mein Kleiderschrank spuckte mir mal wieder nichts vernünftiges aus, also begann ich wie wild Sachen aus meinem Schrank auf Bett und Boden zu schmeißen um endlich etwas zu finden in dem in mich 1. wohl fühlte, 2. nicht aussah wie ein Sack Kartoffeln und 3. zumindest etwas sexy war. Gesagt getan sammelte ich mir ein rosé färbendes Crop Top vom Boden, eine grauen High Waist Jeans und meine Lieblingssneakers, denn Hallo, wer geht denn bitte in High Heels feiern?! Kaum war ich geschminkt, standen schon Lucie und Maria vor meiner Tür und wollten mich abholen. Mom saß auf der Couch und schaute sich gerade Eat, Pray, Love an, als ich mir eine Jacke überwarf und mich von ihr verabschiedete. "Könnte spät werden", rief ich noch hinterher, aber da hatte mich Lucie schon halb aus der Tür zu Maria ins Taxi gezogen.
Auf der Party angekommen stießen Sarah und Emily zu uns. Emily sah unglaublich aus mit ihren dunkelbraunen Haaren, knallroten Lippen und ihrem glitzernden mini Kleid. Sarah trug einen beige färbenden Jumpsuit und ich kam mir jetzt schon mega underdressed vor mit den Sneakers und der Jeans. Denn außer mir trugen tatsächlich ALLE High Heels. "Heute Nacht sind wir unendlich im Infinity", hörte ich eine Stimme durchs Mikrofon brüllen und das war scheinbar der Typ gewesen, der die Party eröffnet hatte. Denn nun setzten laute Musik und Bass ein, die Lichter gingen aus und wir sahen gefühlt vor lauter Disco Kugeln unsere Drinks nicht mehr. Gin Tonic war ja bekanntlich mein Lieblingsgetränk und auch wenn ich noch nie wirklich betrunken gewesen war, spürte ich den Alkohol heute deutlicher als sonst in meinem Blut. Maria hatte sich einen gut aussehenden Kerl geangelt und tanzte mit ihm auf dem jetzt schon von Alkohol verklebtem Linoleum Boden. Lucie war nirgends aufzufinden, vermutlich war sie auf der Toilette oder draußen mit einem Jungen unterwegs. Emily tanzte mit Sarah ausgelassen über die Tanzfläche und ich hatte mich an die Bar gestellt. Genug getanzt Claire. Jetzt gibts noch mehr Gin. Doch bevor ich mir einen Neuen ordern konnte, wurde ich schon wieder zurück auf die Tanzfläche befördert und Sarah lachte. Da ich so oder so nicht gegen diese Beiden Energiebündel ankam, tanzte ich einfach mit doch sah aus dem Augenwinkel für eine Sekunde jemanden, der wie Anne aussah. Ich drehte mich schlagartig um, aber keine Spur von ihr. Mein Gehirn hatte mir eine Streich gespielt, ich sah nur noch das, was ich sehen wollte und der Alkohol erzielte seine Wirkung nun wirklich. Mir wurde ein wenig übel und ich bewegte mich langsam in Richtung der Toiletten. Auf dem Weg dorthin wurde ich von zwei Typen angesprochen, die sowas nuschelten wie "Siehst heiß aus, Lust mit uns mitzukommen?". Entgeistert sah ich sie an. "Nein danke, geht alleine!", brüllte ich sie an und wunderte mich über meinen Ton. Sonst wäre ich nie so mutig gewesen. Das musste am Alkohol liegen.
Als ich die Toiletten betrat kam mir tatsächlich Lucie entgegen, ohne einen Jungen. Wir lächelten uns an und sie ging zu den Anderen. Ich suchte mir eine Toilettenkabine und setzte mich erstmal hin. Der Alkohol lies mich dabei etwas schwanken. Aus meiner kleinen Tasche holte ich Lippenstift heraus und etwas Puder. Ohne Spiegel puderte ich einfach wild über mein Gesicht und malte meine Lippen mit rosé farbenem Lippenstift, passend zu meinem Oberteil an. Schnell ging ich aus der Kabine und wühlte noch in meiner Tasche rum, um am Waschtisch alles einzupacken. Ich stützte mich mit den Händen auf und blickte ein paar Sekunden in mein Spiegelbild als sich die Tür einer Kabine hinter mir öffnete. Durch den Spiegel erblickten meine Augen die von Anne Winterberg. Sie schien verwundert zu sein mich hier zu sehen und für einen kurzen Moment hielt ich den Atem an, zwang mich aber dann schnell wieder dazu zu atmen, weil ich sonst rot wurde.
"Ich dachte dass ist hier alles nicht so Ihr Ding?", bemerkte sie belustigt und wies damit auf unser Gespräch in ihrem Auto hin. "Das Selbe könnte ich von Ihnen jetzt auch behaupten Frau Winterberg!", sprach ich sie eine Spur zu ernst an und merkte wie der Alkohol mir mehr Selbstbewusstsein verlieh als mir jetzt lieb war. Sie entschuldigte sich für ihre Bemerkung "So war das auch gar nicht gemeint, tut mir Leid Claire...aber ich dachte einfach nicht, Sie würden hier sein.". Das dachte ich auch nicht, aber jetzt bin ich froh hier zu sein, bei dir Anne. Hat dir schonmal jemand gesagt, dass du wunderschöne Augen hast? Scheinbar hatte ich den zweiten Teil doch laut ausgesprochen, denn Anne lächelte und sagte plötzlich "Nein, tatsächlich noch nicht...". Mir stockte der Atem. Der Gin den ich getrunken hatte stieg mir tatsächlich zu Kopf. "Tschuldigung, so war das nicht gemeint...", nuschelte ich verlegen. Sie machte einen Schritt auf mich zu. "Geht es Ihnen wieder besser?", fragte sie nun, aber ich ignorierte ihre Frage vollkommen. Stattdessen machte ich noch einen Schritt auf sie zum und hauchte "Danke, dass Sie gestern so für mich da waren, mir ging es wirklich nicht gut und das Gespräch hat mir geholfen." Anne lächelte vorsichtig und ihre Augen schienen zu funkeln: "Gerne Claire." und auch sie machte noch eine Schritt auf mich zu "Wenn Sie etwas brauchen, dann lassen Sie es mich wissen." Flirtete sie etwa grade mit mir? Ich hatte keine Ahnung was das war, aber es kam mir nicht wie die typische Dozentin-Studentin Konversation vor. Plötzlich packte mich der Mut. Wahrscheinlich war vieles dem Alkohol geschuldet, aber das wurde mir von Sekunde zu Sekunde gleichgültiger. Ich lehnte mich zu Anne hinüber, die noch immer vor mir stand und sich keinen Zentimeter bewegte. Vorsicht nahm ich ihre Hand und streichelte über ihren Handrücken. Sie zuckte kurz, aber schien meine Berührung zu akzeptieren. Langsam beugte ich mich noch ein Stück vor und drückte ihr eine leichten Kuss auf die Wange. "Danke", flüsterte ich und ich meinte dass ihr ein minimales Stöhnen entwich. Anne umfasste meine Hüfte und zog mich näher zu sich. Sie musterte mich von oben bis unten bevor sie immer näher kam und vorsichtig ihre Lippen auf meine legte. Zögerlich ließ sie ihre rechte Hand durch meine Haare gleiten während ihr Mund meinen berührte. Es fühlte sich an als würde ich träumen. Mit ihrem Körper der sich meinem stets annäherte drückte sie mich gegen den Waschtisch und küsste mich weiter, bis ich mich ihr einfach nur noch hingab und sie über meinen freien Willen und Körper verfügte.
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Aber ich liebe sie...
RomanceClaire ist 21, fängt an Germanistik zu studieren und das Studentenleben zu leben. Sie ist konzentriert auf ihr Studium und möchte sich weder von Jungs noch von Partys oder sonst etwas ablenken lassen. Doch als Claire ihre Literatur Dozentin kennenle...
