Müde zog ich mir meinen Schal noch tiefer in mein Gesicht. Meine Hände schlossen sich um eine Tasse, in der ein schwarzer Kaffee gefüllt war. Meine Augen beobachteten meine Umgebung aufmerksam. Ich spürte sofort den Auraumschwung, als sich eine bestimmte Gestalt in meine Richtung begab.
„Ach Herzchen, deine Müdigkeit bekommst du auch nicht mit einem Kaffee los. Schließlich ist nicht dein Körper müde, sondern deine Seele." Ein seeliges Lächeln schlich sich auf seine Gesichtszüge, während er sich mir gegenübersetzte. Ein sarkastisches Lächeln bildete sich auf meinen Lippen. Nie konnte der Rothaarige diese Bemerkungen lassen. Niemals würde er sich die Freude nehmen, mich zu analysieren und mir davon zuberichten. Niemand könnte ihn davon abhalten, mich zu provozieren.
„Und du bist seit wann mein Psychologe?"
Interessiert lehnte er sich nach vorne, legte seinen Kopf auf seine Hand und schürzte die Lippen. Seine schönen Gesichtszüge kamen im Licht des Cafes zur Geltung. Seine bernsteinfarbenen Augen blickten in meine grünen und ehrliche Freude lag in ihnen.
„Du solltest aufhören mit dem Schal und der Kapuze. Du bist viel zu schön dafür."
Ein Seufzer entfuhr mir, nachdem ich einen großen Schluck meines Getränkes genommen hatte. „Hör du auf dich mehr zurecht zumachen als ich und wir sind im Geschäft". Ein kleines Lachen entfuhr ihm. „Oh dann werden wir wohl nie ins Geschäft kommen."
Ich nahm einen weiteren Schluck meines Kaffees und beobachtete ihn eindringlich. Auch er wandte seinen Blick nicht von mir ab, ehe eine Kellnerin kam, um seine Bestellung aufzunehmen.
„Was möchten Sie denn, werter Herr?"ehrlich lächelte sie ihn an, während ihre blauen Augen ihm entgegen funkelten. Sofort wurde mir klar, dass eine gewisse Anziehungskraft von ihm aus ging und für einen Moment erröteten sogar meine Wangen, ehe ich mich zur Besinnung rief.
„Das selbe, wie mein Herzblatt."hörte ich seine Stimme sagen. Die Ausstrahlung der Frau stumpfte zeitnah ab und sie lächelte nur noch höflich. „Aber natürlich." Schnell wandte sie sich ab.
Einige Minuten der Stille vergingen, ehe der Mann vor mir, seine Bestellung entgegen nahm. Erst da hatte ich das Bedürfnis, ihn nach seinen Beweggründen zu fragen, weshalb er mich hierher bestellt hatte. Neugierig blickte ich ihm entgegen. „Also Hisoka, wieso wolltest du dich mit mir treffen?"
Gespielt geschockt sah er mich an.„Kann ich etwa nicht einmal Lust dazu haben, dich sehen zu wollen?" Meine Augenbrauen huschten zweifelnd nach oben, ehe sich sein Gesichtsausdruck in Belustigung umwandelte. „Du kennst mich wohl doch zu gut, Taiyo, meine Sonne." flötete er vor sich her. „Lass den Schwachsinn" herrschte ich ihn an.
Er seufzte einmal auf, ehe er ernst wurde. „Ich muss nach YorkNewCity und wollte fragen, ob du mich begleiten willst?" Meine Augenbrauen zogen sich zusammen und zweifelnd sah ich ihm entgegen. „Wieso sollte ich?" Ernst blickte Hisoka mir entgegen. Seine Miene verzog sich nicht ein kleines bisschen.
„Wegen ihm." Nun hoben sich seine Augenbrauen herausfordernd, während sich meine Hände um meine Tasse krampften. Seufzend atmete ich aus. "Verdammte Idioten." hörte ich mich selbst murmeln. Ein dumpfes Gefühl machte sich in mir breit, als ich mich an graue Augen erinnerte. Eine gewisse Kälte legte sich auf mein Gesicht. "Wie kommst du verdammt nochmal auf die Idee, dass ich mitkommen möchte?"
Gerade als er zu einer Antwort ansetzen wollte, klingelte mein Handy. Vorsichtig blickte ich darauf und las mir die Nachricht durch. Ich seufzte noch einmal auf. "Ich glaube nicht, dass ich das wirklich tue." sprach ich zu mir selbst, ehe ich mich meinem langjährigen Freund zu wandte. "Ich komme mit."
Höhnisch und triumphierend blickte er mich an. Ich zerstörte seinen Moment, indem ich meinen Grund für meine Meinungsänderung äußerte. "Aber nur weil Gon und Killua mich brauchen und nicht, weil ich Feitan sehen möchte." Entsetzt blickte er mich an. Als ich jedoch anfing über diese Situation zu grinsen, lachte auch er auf. "Du bist immer für eine Überraschung zu haben!"
Theatralisch stand ich auf, schmiss Geld auf den Tisch und lief los. "Auf geht es nach YorkNewCity." Fröhlich pfeifend lief der Kartenspieler mir hinterher.
Jedoch war mir klar, dass ich versuchte mich selbst zu belügen. Selbst Hisoka müsste dies bewusst sein.
Natürlich ging ich hauptsächlich mit ihm, um mich etwas zu stellen, was ich jahrelang verdrängt hatte.
Natürlich ging ich hauptsächlich mit ihm, um mich Feitan zu stellen.
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unstable phantom (Feitan X OC)
FanfictionMeine Kapuze hing mir tief im Gesicht, als ich in das Wasser unter mir blickte. Für einen Moment sah ich statt meiner langen dunkelblonden Haare einen schwarzen verwuschelten Haarschopf, der ein blasses Gesicht umrahmte. Bei diesen Gedanken entfuhr...
