Kapitel 28

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Wie alles, hatte nun auch so langsam mein Aufenthalt hier ein Ende. Die Ferien gingen zu Ende. Die letzten Tage begannen, in denen ich nun nur noch hier war. Ein paar Tage, dann würde ich wieder im Flieger zurück nach Hause sitzen, würde die Jungs, Jisoo und Jennie für eine Weile nicht mehr sehen, genauso wie Lisa. Jedoch fliegt sie nicht wie ich nach Hause. Nein sie bleibt hier und will mit Jennie und Jisoo eine WG gründen. In Thailand hielt sie nicht viel, außer ihre Eltern. Jennie hatte ihr einen Job als Backgroundtänzerin besorgt, worüber Lisa nur überglücklich war.  Ich freute mich für sie, doch der Gedanken daran alle nicht mehr jeden Tag zu sehen, schmerzte. Vielleicht war ich auch ein bisschen eifersüchtig darauf, dass Lisa hier bleiben würde und ich nicht. Es machte mich traurig. Ich hatte mich schon daran gewöhnt sie jeden Tag um mich herum zu haben und mit Lisa ein Zimmer zu teilen. 

Vielleicht hatte ich mich zu sehr daran gewöhnt. Versteht mich nicht falsch. Ich freute mich zwar wieder auf Melbourne, mein zu Hause, jedoch auch wieder nicht. Ich war gefangen zwischen den zwei Orten. Egal wo ich sein werde, ich werde nicht ganz glücklich sein. Meine Eltern sind in Australien. Meine Freunde in Seoul. Weit verstreut. Stunden entfernt. Auch wenn jeder mir versprach, den Kontakt mit mir zu halten, machte ich mir trotzdem Sorgen. Wie oft brach der Kontakt ab, wenn man sich nicht mehr sah. 

"Zieh nicht so ein Gesicht Chae. Wir werden auch jeden Tag telefonieren," sagte Jennie und umarmte mich.

"Genau. Keine Sorge. So schnell wirst du uns nicht los, " meinte Jimin grinsend, worüber ich nur heilfroh war, dass er so dachte. Er schafft es wirklich mich immer zum lächeln zu bringen.

"Danke Leute," doch ich konnte nicht aufhören nachzudenken. In einer Woche sitze ich wieder in meinem Zimmer in Australien, setze mein langweiliges Leben fort, das aus Schule, Essen und Schlafen besteht und die anderen werden sich so gut wie jeden Tag treffen. 

"Wir werden alles machen auf das du Lust hast. Also was wolltest du schon immer hier in Seoul unternehmen? Ich ruf nur die Jungs an und sie werden in Sekunden hier sein, wenn sie nicht schon sowieso gleich hier sind," sprach Jimin.

"Keine Ahnung. Ich bin schon mit einem Filmabend zufrieden," meinte ich daraufhin nur. Es ist wahr. Hauptsache wir verbrachten die letzten Tage gemeinsam. Solange Jungkook nicht wieder so speziell gelaunt ist, sodass meine Faust am liebsten in seinem makelloses Gesicht landen würde und ich es irgendwie schaffe ihm irgendwie aus dem Weg gehe, werden auch meine letzten Tage hier perfekt. Keiner kann mir diese Tage hier nehmen. Ich werde selbst dafür sorgen. Auch nicht er und seine Stimmungsschwankungen. Ich meine ist der schwanger oder was? Ich hab auf jeden Fall keine Lust, diese wenigen Tage noch mit Streiten zu vergeuden. 

"Keine Chance. Du vergammelst nicht auf der Couch in den letzten Tagen," meldete sich nun Lisa zu Wort. "Das kannst du auch noch machen, wenn du wieder zu Hause bist."

Ja zu Hause... welches denn? Seoul ist genauso ein zu Hause für mich geworden, wie Melbourne.

"Man können wir aufhören davon zu reden, dass ich bald gehe, sonst fang ich gleich an zu heulen und das wollt ihr nicht sehen," meinte ich nun wahrheitsgemäß. Es zog mich runter und ich will nicht auch noch deshalb rumheulen, obwohl mir gerade echt danach war... irgendwie... 

"Ich halte das so langsam nicht mehr aus. Genug rumgetrauert. Pack deine Badesachen ein und ich rufe die anderen an," murrte nun Jimin.

"Warum? Was hast du geplant?" fragte ich daraufhin. Ich hatte weder Lust gerade aufzustehen, noch irgendwas anderes zu machen. Die Pokuhle in der Couch wurde gerade so bequem.

"Ich würde mal sagen, ab ans Meer," meinte er nun strahlend. Man wie kann er von null auf hundert von traurig auf happy hoch zehn wechseln.

"Ja wir gehen zum Strand. Ich verbringe bestimmt nicht bei dem Wetter den ganzen Tag im Haus," rief Lisa erfreut. Dann drehte sie sich zu mir um: "Sorry Chae, aber es ist wahr."

"Das meinst du doch nicht ernst? Zum nächsten Strand fahren wir doch eine Ewigkeit oder?" fragte ich ihn jedoch nur.

"Und wie es das ist. Also los. Husch husch. Beeile dich sonst gehen wir noch ohne dich."

Jap er meinte das ernst. Zu ernst. 15 Minuten später quetschten wir uns in 2 verschiedene Autos. 

"Ich sitze vorne," rief Tae erfreut, doch anscheinend hatte Lisa genau das selbe vor, denn die zwei rannten volle Kanne in einander und plumpsten anschließen nebeneinander auf den Boden. "Aua" riefen die beiden synchron.

"Ich bin älter, als du. Ich darf vorne sitzen," rief Tae beleidigt und verschränkte seine Arme.

"Schönheit vor Alter," zischte Lisa zurück.

"Wenn sich zwei streiten freut sich der dritte," meinte Jisoo lachend und setzte sich grinsend auf den Beifahrersitz, nachdem sie blitzschnell an den beiden Streithähnen vorbei gehuscht ist.

"Komm schon Chae. Setze dich zu uns. Das ist der letzte Platz" rief mir Jennie von der Rückbank des Autos zu, indem Jisoo vorhin verschwand.

Muss das sein? 

Zögernd setzte ich mich in Bewegung und setzte mich anschließend auf den letzten freien Platz am Fenster. Genau neben Jungkook, der neben ihr saß.

Kann ich nicht mal einmal Glück haben? Unsicher lächelte ich die beiden an und wendete sofort meinen Blick zum Fenster.

Bitte lass uns schnell ankommen. Bitte.

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31.05.2020


HeartbeatWo Geschichten leben. Entdecke jetzt