Ein Bad mit Schwierigkeiten

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Hello! Wir hoffen, euch geht es allen gut in diesen komischen Zeiten. Um euch ein bisschen abzulenken, ist hier das neue Kapitel. Have fun!

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5. Ein Bad mit Schwierigkeiten

Franzi POV:
Wir brauchten ziemlich lange zurück, denn wie alle wissen, war unsere Orientierung sehr mies und dann in irgendeinen dunklen Wald ohne Karte rein zu latschen, war da nicht gerade die schlauste Idee. Naja, konnte man jetzt auch nicht mehr ändern, also wanderten wir in die Richtung, aus der wir glaubten gekommen zu sein, und suchten zwischen den Baumkronen nach dem Schatten des Erebors. Klein-Günther war leider auch nicht die beste Hilfe.
Am Anfang war er noch ruhig und kuschelte sich an mich, aber als er dann anfing rum zu zappeln und sich zu bewegen, musste ich ihn absetzen und dann sprintete er auch schon los und wir mussten hinterher. Eine ganze Weile liefen wir orientierungslos dem kleinen Warg hinterher und hofften, dass wir weder ihn noch einander verlieren würde. Irgendwann schafften wir es dann ihn wieder einzufangen und Lea zerriss ihren eh schon kaputten Ärmel, um aus dem Stoff eine Leine zu machen.
Wir hatten keine Ahnung wie spät es war, als wir endlich wieder am Berg ankamen, aber offenbar war gerade ein Wachwechsel, denn wir sahen keine Wachen an den Eingängen und niemand fragte uns, was wir mit dem Warg vorhatten oder wo wir so lange gewesen waren. Der Mond schien schon ziemlich hoch am Himmel und irgendwie schafften wir es uns durch die Schatten in den Erebor zu schleichen.

„Glaubst du, wir sollten erst fragen oder ihn erst aufhübschen?", fragte Lea leise und strich Klein-Günther über das Fell, wobei ihre Hand leicht schwarz wurde.
Ich seufzte und erwiderte dann: „Wir sollten erst fragen. Sonst rennt er noch durch den Berg und zerstört alles, alle bekommen einen Herzinfarkt und dann müssen wir nach Bruchtal ziehen, weil Thorin einen Wutanfall erleidet."
Lea nickte zustimmend und schon waren wir auf dem Weg zum Thronsaal. Ich glaubte zwar nicht, dass der King um die Uhrzeit noch da sein würde, doch Lele war der Meinung, dass es eigentlich für Königsverhältnisse noch früh war. Wir hatten wie immer Glück und begegneten auf unserem Weg, hundert Treppen hoch, runter und durch tausende Gänge, wiedermal keinem anderen Zwerg. Wir brauchten auch nur vier Versuche, bis wir endlich vor dem Thronsaal standen und Lea sich mit dem Zeremonienmeister auseinandersetzte. Der Typ hatte so einen krassen Job, dass er den ganzen Tag vor dem Thronsaal stand und darauf wartete, dass jemand mit dem King reden wollte. Er würde dann rein latschen und Bescheid sagen und dann kann man rein gehen. Ich blieb mit Günther hinter der nächsten Ecke und kraulte ihn hinterm Ohr, während ich auf das mit Lea vereinbarte Zeichen wartete. Günther gab glückliche Geräusche von sich und leckte mir mit seiner rauen Zunge die Finger ab. Er war so süß, dass ich mir eigentlich gar nicht vorstellen konnte, dass die Zwerge ihn ablehnen würden. Ich guckte in seine dunklen Augen und konnte dort nichts von der Grausamkeit seiner großen Verwandten entdecken.

Ich wartete gefühlt eine Ewigkeit, in der meine Freundin bereits in den Thronsaal eingetreten war und ich draußen stehen blieb. Endlich entdeckte ich sie und sie gab mir per Zuwinken das Zeichen, dass ich mit Günther kommen konnte. Offenbar hatte Lea Thorin schon ein bisschen was erklärt, denn er sah nicht ganz so geschockt aus, wie ich es erwartet hatte. Ich ging schnell zum Thron und neigte leicht den Kopf. Lea hatte mir klar gemacht, dass wenn wir Günther behalten wollten, wir alles dafür tun müssten und das hieß auch Thorin einmal nicht zu widersprechen und sich von seiner besten Seite zu zeigen.
„Eure Majestät.", sagte ich etwas gedehnt und richtete mich dann wieder auf.
„Das muss dir ja echt wichtig sein, wenn du sogar auf Förmlichkeiten achtest, Franzi.", sagte Thorin und betrachtete mich mit einem hinterhältigen Lächeln. Ich wusste, er würde alles aus dieser Situation rausholen, was er konnte, denn Lea und ich würden alles dafür tun, um Günther zu behalten.
„In der Not frisst der Teufel Fliegen.", entgegnete ich und setzte Günther vorsichtig auf den Boden. Der kleine Warg sah mich an, setzte sich dann brav hin und legte ordentlich seinen Schwanz um die Pfoten, als ob er wüsste, dass es hier um sein Leben ging.
„Thorin wir sind hier, weil wir aus unseren Fehlern lernen wollen. Wir versuchen uns zu bessern und...", fing Lea an, doch Thorin hob eine Hand und unterbrach sie.
„Um die Sache kurz zu fassen: Ihr wollt einen Warg in den Erebor bringen und ihn großziehen und glaubt wirklich, dass ich euch das erlaube.", sagte Thorin und ließ seine King-Seite so richtig raushängen.
„Nein.", erwiderte ich und blickte jetzt Thorin an. Er zog fragend eine Augenbraue hoch und warf mir einen dieser typischen Blicke zu.
„Wir sind keine Idioten. Wir wissen, dass du nicht begeistert sein wirst. Dennoch sind wir hier, um dich um deine Erlaubnis zu fragen. Wir wollen uns bessern und fragen deswegen zu erst nach, bevor wir etwas machen. Wir hoffen, dass ihr uns die Chance gebt einem kleinen Warg das Leben zu retten, nachdem eure Krieger seine Mutter töteten.", erklärte ich und machte ein trauriges Gesicht.

Zwei Bekloppte im EreborGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt