Die roten Krieger

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Heyo, wir haben eine krasse Idee gehabt und spontan entschieden, dass es noch zwei weitere Kapitel geben wird (wir können es einfach nicht lassen :D). Wir hoffen, ihr freut euch und ja, sonst halten wir euch auch gar nicht länger auf. Wir haben mal ein Bild von Günther mit hochgeladen, damit ihr sehen könnt, wie wir ihn uns vorstellen.
Viel Spaß beim Lesen!
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10. Die roten Krieger

Lea POV:

Kritisch starrte ich auf die Skizze vor mir, während ich sie ein Stück von mir weghielt, um einen anderen Blick darauf zu haben. Dann seufzte ich etwas genervt. Der ursprüngliche Zwergenkrieger sah mehr aus wie ein Ork mit Glupschaugen, als alles andere. Eigentlich war ich dabei gewesen einen neuen Entwurf für eine Statue anzufertigen, die in Thal als Zeichen des Bündnisses zwischen Menschen und Zwergen aufgestellt werden sollte, aber irgendwie klappte es heute gar nicht mit dem Zeichnen. So war das immer. Mal konnte ich den ganzen Tag ohne Unterbrechung malen und an anderen Tagen ging es nur schleppend voran und am Ende sah des Ergebnis mehr aus, als hätte es ein Kleinkind gemalt. Auch wenn mir dann immer gesagt wird, dass es gut geworden ist, kann ich das nie wirklich ernst nehmen. Ich sehe dann nur die Fehler bei den Proportionen, die falsche Farbgebung oder eine grauenvolle Komposition.

Nachdem ich bestimmt fünf Minuten lang auf das Bild gestarrt hatte, stopfte ich es zusammen mit dem Graphitstift in die kleine Ledertasche, die ich mitgenommen hatte und streckte meinen Rücken durch. Dann sah ich mich suchend um, bis ich Franzi entdeckte. Meine Freundin war auf einen großen Felsen geklettert und hatte das Gesicht zur Sonne gedreht. Nach dem Winter kamen nun die ersten wärmeren Tage und auch wenn es so hoch in den Bergen noch lange dauern würde, bis der Schnee schmolz, wenn er überhaupt jemals ganz verschwand, spürte man den nahenden Frühling. Die Natur erwachte langsam wieder zum Leben und es war länger hell als in den letzten Monaten. Wahrscheinlich würde es nicht mehr lange dauern, bis man die ersten Knospen an den Bäumen erkennen konnte.

Besonders Franzi freute sich über die ersten Sonnenstrahlen nach der grauen Jahreszeit. Es hatte lange gedauert, bis sie sich von der Krankheit erholt hatte, aber jetzt schien es ihr endlich wieder gut zu gehen. Neben ihr lag ein riesiger Berg silbernen Fells, der sich leicht hob und senkte und wenn man genau hinhörte, konnte man auch ein leichtes Schnaufen wahrnehmen.
So leise wie möglich schlich ich mich an meine Freundin an, doch als ich vor ihr stand, öffnete sie ein Auge und grinste.

„Du weißt schon, dass ich dich kilometerweit hören kann, wenn du so trampelst", sagte sie und Klein-Günther hob träge den Kopf und wackelte leicht mit seiner Rute.
Etwas beleidigt schob ich meine Unterlippe vor.
„Kann ja nicht jeder wie ein Elb über die Wiese hüpfen", meinte ich, musste dann aber auch lächeln.
„Liegt bestimmt nur an dem schlechten Einfluss von unserem King.", neckte Franzi mich und ich gab ihr einen leichten Stoß gegen den Arm.
„Lass Thorin da raus!"
Doch sie grinste nur als Antwort und kraulte den Warg hinter den Ohren.

„Wir sollten langsam zurück", wechselte ich dann das Thema und meine Freundin nickte, bevor sie mehr oder weniger elegant von dem Felsen runtersprang. Günther folgte ihr und als seine Pfoten den Boden berührten, hätte ich schwören können, dass die Erde leicht bebte. Er ging mir jetzt bis zu den Schultern und hatte in den letzten drei Monaten noch mal ordentlich an Muskeln zugelegt. Wir behandelten ihn aber immer noch gerne wie unser Baby und trotz seiner furchteinflößenden Erscheinung war er bei den Zwergen des Erebors mittlerweile ein gern gesehener Gast. Besonders die Zwergenkinder liebten es auf ihm rumzukrabbeln und Günther war so vorsichtig wie ein wohlerzogener Hund mit ihnen. Die Kinder konnten alles mit ihm machen, und er würde noch nicht einmal mit der Wimper zucken.
Er verschwand mittlerweile immer öfter in den Bergen und kehrte manchmal erst nach Tagen wieder zurück. Ich war mir nicht sicher, ob er für immer bei uns bleiben würde, aber der Gedanke daran, dass er vielleicht irgendwann mal mit seinem eigenen Rudel durch die Wildnis streifen würde, schmerzte nicht ganz so sehr, wie ich am Anfang gedacht hatte. Ich wusste, dass er auch ohne uns zurecht kommen würde.
Zusammen liefen wir drei zu den beiden Ponys, die wir an einem Baum angebunden hatten und ich strich einmal über die weichen Nüstern meines Reittiers, bevor ich mich etwas ungelenk in den Sattel hievte.
Dann ritten wir einen kleinen Pfad entlang weiter den Berg hinauf, dem Erebor entgegen. Wir hatten den Ausflug heute weiter unten in der Nähe von Thal gemacht, da es da ein wenig wärmer war. Ich genoss die freie Zeit in vollen Zügen. Früher hatte ich immer gedacht, dass man als Königin nichts machen musste, weil es dafür ja alle möglichen Leute gab, aber jetzt wusste ich es besser. Dabei war ich ja noch nicht mal offiziell die Königin. Trotzdem rannte ich den ganzen Tag rum, musste irgendwas organisieren und mich mit wichtigen Leuten treffen, die so wichtig waren, dass ich noch nie von ihnen gehört hatte. Bei dem Gedanken daran, was morgen alles auf meiner To-do-Liste stand, seufzte ich leise.
Aber dann schob ich den Gedanken beiseite und konzentrierte mich auf die Natur um mich herum, Günther der mit rausgestreckter Zunge neben mir her lief und auf mein Pony, das hin und wieder leicht schnaubte. Ach, und natürlich Franzis ununterbrochenes Geplapper hinter mir.

Zwei Bekloppte im EreborGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt