7. Der Antrag
Franzi POV:
Seit fast drei Monaten stand es jetzt fest, dass Thorin und Lea heiraten würden und nach den ersten erschrockenen Blicken hatten sich doch alle damit abgefunden. Offensichtlich hatte niemand erwartet, dass Thorin es am Ende so ernst nehmen würde mit einem Menschen, doch jetzt schienen die Zwerge Lea und mich mehr und mehr zu akzeptieren.
Unsere Sprache wurde besser, unsere Orientierung im Erebor auch und wir hatten sogar Freunde gefunden, wobei Lea sich eher mit weiblichen Zwergen verstand und ich mit den männlichen. Naja, jeder hat so seine eigenen Vorlieben und trotzdem waren Lea und ich noch immer jeden Tag dabei irgendeinen Scheiß zu machen. Wir hatten in den letzten drei Monaten zwar unsere Manieren sorgsam gelernt und auch alles gut hinbekommen, aber dennoch, wir reden schließlich über uns, konnte nicht alles glatt gehen. Wir hatten schon wieder die Hauptküche zerlegt, als wir ausprobiert hatten, was Günther so mochte und einen weiteren instabilen Gang zum Einstürzen gebracht, aber sonst war nichts Großes passiert.
Außerdem hatten wir angefangen Bard zu helfen Thal wieder aufzubauen und es funktionierte großartig. Ich hatte begonnen die Verträge von Seestadt auf Thal auszuweiten und neue Handelsverträge abzuschließen, weil Bard da leider nicht so begabt drin war. Dank meines Jurastudiums von Zuhause klappte das wunderbar und sogar Elrond hatte mich bereits angeschrieben, ob ich nicht auch mal Zeit für seine ganzen Probleme hätte.
Lea hatte sich an Architektur gewagt und mit ihrem Kunststudium wahre Wunder bewirkt. Die halbe Stadt stand wieder und sah wunderschön aus. Alles verlief nach Plan und funktionierte reibungslos...jedenfalls in Thal.
Im Berg war Lea ein Nervenbündel, denn alle möglichen Zwerge wollten ihr helfen sich auf ihre Aufgabe als baldige Königin unter dem Berg vorzubereiten und nicht alle meinten es gut. Einige Zwerge wollten keinen Menschen auf dem Thron sehen und waren nicht damit einverstanden, dass Thorin und Lea heiraten wollten. Dass die beiden auch immer noch keinen Termin festgelegt hatten, schien einige nur zu bestärken.
Lea versuchte alles, die Zwerge von sich zu überzeugen und Thorin machte...so ein Königs-Ding eben...aber es würde dauern, bis sich die Zwerge an ihre neue Welt gewöhnt hatten, in der ein Mensch ihre Königin war. Das einzige Gute war, dass Thorin und Lea überglücklich waren...was auch etwas nervig war.
Das zwischen mir und Fili hatte sich in den letzten drei Monaten zu etwas Unbeschreiblichem entwickelt...nicht in diese Richtung...eher in eine romantische Richtung. Ich will damit nicht sagen, dass wir nicht auch...wir hatten aber den Beschluss gefasst zu warten bis nach der Hochzeit...okay, ich schweife ab. Zurück zu Lea und so.
Balin hatte ihren Unterricht verdoppelt, um ihr noch weiter hochwichtige Dinge des Königtums zu zeigen und fast wäre ich drum rumgekommen, aber dann hatte Lea drauf bestanden, dass sie das nicht alleine macht und schon war Balin der Meinung, dass ich das als Freundin des derzeitigen Kronprinzen auch alles können sollte. Meine Argumentation von wegen, dass Fili eh nie König werden würde, hatte da auch nichts genützt und so saß ich jeden Nachmittag einige Stunden lang im langweiligsten Unterricht, den ich je erlebt hatte und lauschte Balin, wie er über die vergangenen Könige und deren Meisterleistungen erzählte.
Erst danach hatte ich dann endlich frei und ging in die Trainingshalle, um mit Dwalin zusammen zu trainieren, der mir Kampftechniken und den Umgang mit dem Schwert, Pfeil und Bogen und Wurfmessern beibrachte. Nach Bruchtal war das dringend nötig, auch wenn Bogenschießen Zuhause mein Hobby gewesen war, war es in Mittelerde doch etwas anderes.
Auf meine Befehle hin, hatte man sogar eine Männer- und eine Frauenumkleide bauen lassen mit kleinen, unterirdischen, warmen Quellen, die durch den Berg flossen und in denen man baden konnte.
Ich betrat die Frauenumkleide und schlüpfte in eine Nike-Sporthose die ich von Zuhause mitgebracht hatte und in ein weites Hemd von Fili, bevor ich die große Halle betrat, in der Dwalin bereits auf mich wartete. Die Decken der Halle waren hoch und aus dunkelgrauem Gestein. An den rauen Wänden hingen Fackeln, die alles erleuchteten und der Boden war mit Moos ausgelegt, damit sich niemand ernstlich verletzte.
An einer Wand waren mittelgroße Fenster, durch die man auf den Wald gucken konnte, in dem Lea und ich Klein-Günther gefunden hatten, und durch die immer eine frische Brise kam.
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Zwei Bekloppte im Erebor
Fanfiction(Fortsetzung von Vier Bekloppte in Mittelerde) Das Leben im Erebor kann echt langweilig sein. Nach der große Reise versuchen Franzi und Lea sich bei den Zwergen mit ein paar Schwierigkeiten einzuleben. Dabei sind mehr oder weniger große Katastrophe...
