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tell me lies / tell me painted truths / anything at all to keep me close to you - Drown, Martin Garrix feat. Clinton Kane 

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Harry steigt bevor ihr aus dem Taxi und sie bereut es sofort, dass sie ihn das hat machen lassen, weil sie nicht den Blick auf seinem Gesicht sehen kann, wenn er erkennt, wie luxuriös das Gebäude vor ihnen wirklich ist. 

Sie hat das vorher schon mal gesehen, als Ella zum ersten Mal zu Besuch gekommen ist. Sie wurde wie weggeblasen von ihm und für eine halbe Stunde war nichts anderes aus ihrem Mund gekommen außer „Wow", was bis zu diesem Tag eines ihrer liebsten Erinnerungen an San Francisco.

Als Florence ihm folgt, sieht er überhaupt nicht aus wie weggeblasen. Ein wenig eingeschüchtert, aber insgesamt wirkt er eher gefasst.

Die erste Sache, die sie über Harry bemerkt hat, ist, dass er nachdem sie seinen Koffer schon vorzeitig eingecheckt hatten und Harry alle wichtigen Sachen in seinen schwarzen Rucksack gepackt hatte, viel gesprächiger wurde. Liegt wahrscheinlich an ihrem Pakt, der alle Lügen erlaubt.

Es gibt einem eine gewisse Anonymität, die auch Florence das Gefühl der Sicherheit gibt. Es lässt die Wahrheit weniger beängstigend sein.

Er hat ihr von seinem Cousin erzählt, der in einer Producing Firma arbeitet, in der Harry einen Sommerjob bekommen hat. Die meiste Zeit durfte er nur Kaffee und einfache Erledigung machen, aber er konnte ein paar Leute kennen lernen und ‚darum geht's doch am Anfang, oder?'.

Florence weiß nicht wirklich, um welche Arten von Anfängen es hierbei geht, aber er will wahrscheinlich ein Musiker werden oder so etwas in die Richtung. Sie hat nicht wirklich viel Ahnung von dem ganzen Zeug.

Und während sie sich sicher ist, dass er über ein paar Sachen gelogen hat - wie zum Beispiel, dass er Justin Bieber getroffen hat, der gerade sein neues Album aufgenommen hat - weiß sie, dass er ihr die Wahrheit über die großen Dinge erzählt hat.

Und Florence versteht sie. Es hat etwas an sich, genau die Person zu sein, die man sein will, ohne Angst vor Verurteilung der Lügen zu haben, dass die Wahrheit attraktiver macht. Denn die andere Person wird niemals wissen, ob man gelogen hat oder die Wahrheit gesagt hat und sie liebt das. Anstatt davon auszugehen, dass die andere Person die Wahrheit erzählt und bei einer erwischten Lüge schlecht darauf reagieren würde.

Florence könnte ihm erzählen, sie wäre eine professionelle Tänzerin im Zirkus und er würde niemals wissen, ob sie log oder nicht. Außer vielleicht, wenn er sehen würde, wie schlecht sie tatsächlich im Tanzen war.

Aber bis jetzt hat Florence eigentlich nichts über sich selbst erzählt, weil Harry damit beschäftigt war zu reden und sie wollte ihn nicht unterbrechen. Es ist immer schön zu sehen wie Menschen sich öffnen und gerade bei Harry, der ihr noch vor wenigen Minuten überhaupt nichts über sich erzählen wollte, macht sie das Glücklich.

„Bist du ne Art Prinzessin?", fragt er zu dem Gebäude vor ihnen nickend. Sie kichert.

„Wer weiß? Vielleicht bin ich eine.", da ist eine gewisse Verlogenheit in ihren Augen, die sie zu gut kennt, um sie nicht zu benutzen. Es wird Harry mit einem gewissen Zweifel zurück lassen, der einen kleinen Teil von ihm glauben lässt sie wäre tatsächlich eine Prinzessin. Auch wenn das die größte Scheiße ist, die Florence seit langem gehört hat.

Trotzdem fühlt sie sich ein wenig geschmeichelt, dass er denkt, dass sie gut genug erzogen ist um eine fucking Prinzessin zu sein. Selbst, wenn er nur Witze macht. Oder vielleicht ist das auch sein Weg, um zu sagen ‚was zum fick ist das hier?'. Denn genau das war Florence Wortlaut, als sie das Hotel vor ihnen dads erste Mal gesehen hatte. 

Reallife Art // h.sGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt