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I'm not saying that you're guilty / cause I don't have any proof - Bend The Rules, Niall Horan

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„Hey!"

Florence Kopf schnellt nach oben, als sie ihn hört und ihre Augen werden groß. Was tut er hier? „Hey! Was? Wie?"

„Cara hat mich hergefahren!", Harry deutet in die Richtung eines blauen Autos, das sich ein wenig von der Bushaltestelle entfernt und Florence nickt langsam mit dem Kopf. Sie muss das erst einmal selbst in sich aufnehmen und verstehen, was er da gerade sagt. „Was?"

„Wir haben uns zufällig getroffen.", erklärt er und setzt sich eben sie auf die Bank der Bushaltestelle. „Sie meint, ich sollte dir vielleicht auch zuhören, bevor ich mir ein Urteil bilde." Er klingt zögerlich und ein wenig unsicher. „ Nur wenn du das möchtest natürlich."

„Wenn du mir zuhören möchtest, sehr gern."

Harry nickt und seine Augen wandern von Florence zu Cara, die sich immer weiter entfernt. Später würde sich Florence wohl noch bei ihr bedanken müssen.

„Ich sollte vermutlich am Anfang anfangen", murmelt sie mehr zu sich selbst als zu Harry und all die Glückshormone, die eben noch durch ihren Körper gesprudelt sind, weil Harry wieder da ist, sind auf einmal ein wenig wie weggeblasen. Und stattdessen ist dort wieder dieser Klos in ihrem Hals, der sich jedes Mal bildet, sobald jemand auf das Thema zu sprechen kommt.

„Also der Anfang war wahrscheinlich am vierten Juni", brachte ich heraus und es kam ihr so vor, als würden Millionen von Erinnerungen über ihr zusammen prasseln und sich vor ihrem inneren Auge abspielen. Und dann beginnt Florence alles zu erzählen, was passiert war. Jedes noch so kleine Detail.

in my head, I play a supercut of us

04. Juni 2016, 13:56: Beauford, South Carolina

„Es ist der wärmste Sommer seit 30 Jahren in Beauford", tönte es aus dem Radio und Florence musste sich zusammen reißen nicht die Augen zu verdrehen. Seit der Pianist sich die Hand gebrochen hatte und es keine Livemusik mehr gab, spielte andauernd das dumme Radio im Salon, in dem das Mittagessen serviert wurde. Er hatte das bestimmt heute schon das dreißigste Mal gesagt und mit einem Blick an die Theke konnte sie sehen, wie Cara einen Strich auf ihre Strichliste setzte.

Sie beneidete Ella ein wenig um den Pool Dienst. Da waren zwar meist eher die jüngeren Leute unterwegs, die weniger Trinkgeld gaben, doch immerhin passierte dort etwas.

Mit einem Blick durch die großen Panoramafenster, die eine Sicht raus aus dem Pool gaben, konnte sie Ella sehen, die gerade mit hochrotem Kopf hinein lief.

Florence sammelte die leeren Sektgläser von einem Tisch ein, an dem nur wenige Minuten zuvor noch vier Trophäenfrauen gesessen hatten und sich ausgiebig betrunken haben, bevor sie sich auf zu ihrer sehr anstrengenden Nachmittagsmassage gemacht hatten.

„Wir tauschen. Du gehst raus zum Pool", Ella kam neben ihr zum Stehen und legte ihr Tablett auf dem Tisch ab, um ihre Arbeitsuniform zu ordnen. Das rote Poloshirt hing verknittert über dem schwarzen Rock, der durch ihre kurvige Figur ein wenig nach oben gerutscht war. Wie automatisch blickte Florence an sich herunter, um zu überprüfen, ob bei ihr noch alles stimmig war und strich nur um auf Nummer sicher zu gehen noch einmal über den Rock.

„Warum?", fragte sie, während sie das Tablett mit den Gläsern zurück zum Tresen trug. Ella folgte ihr und band sich gerade ihren Zopf neu. Die kurzen, blonden Haare sind in einzelnen Strähnen herausgefallen und umranden nun noch ihren roten Kopf, der sich zum einen mit dem Poloshirt beißt und zum anderen vermutlich einem ganz schön mächtigen Sonnenbrand zu verschulden ist.

Reallife Art // h.sGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt