everytime I think that I've been taking the steps / you end up mad at me for making a mess - The Steps, HAIM
20:38
Florence ist wie erstarrt. Sie will wegrennen, am liebsten so weit, dass sie niemals wieder irgendjemand finden kann. Aber sie kann einfach nicht. Sie fühlt sich als hätte jemand sie in Stein gemeißelt und eine Statue aus ihr gemacht.
„Viel Spaß euch noch", Claudia George gibt ihr einen leichten Klaps gegen die Schulter, der für die anderen Leute im Saal, bestimmt liebend und spielerisch aussieht. Aber Florence weiß wofür er wirklich steht. Es ist eine stumme Drohung. ‚Verlass dieses Hotel und wage es nicht zurück zu kommen, bis du eine vernünftige Erklärung dafür hast'. Doch die wird sie zumindest von Florence nicht bekommen.
Von Robbie vielleicht. Auch wenn es dann nicht die Wahrheit sein wird.
Erst als Claudia und Clint komplett aus ihrer Sichtweite verschwunden sind, kann Florence sich wieder bewegen. Als hätten sie sie mit einem Erstarrungszauber belegt. Verdammt, verdammt, verdammt!
„Alles okay?", Harry holt sie endgültig aus ihrer Starre zurück, als er ihr die Hand auf die Schulter legt. Den Vodka Sour immer noch in der Hand.
„Hast du schon raus getrunken?", Florence sieht ihn aus flehenden Augen an und langsam schüttelt er den Kopf. Mit einer schnellen Handbewegung nimmt sie ihm das Glas aus der Hand und trinkt es in einem Zug aus.
Der saure Geschmack von Zitrone vermischt sich mit dem brennenden des Alkohol. Es brennt wie Feuer, doch es ist das einzige, das sie am Leben hält.
„Wir gehen jetzt", sie packt Harry an der Hand und zieht ihn hinter sich her. Es ist erstaunlich einfach sich durch die Menschenmenge zu wuseln, ohne an jemanden zu stoßen oder von jemandem angesprochen zu werden.
Sie probiert all die panischen Gedanken, die in ihr auftauchen zu verdrängen und sich nur darauf zu konzentrieren Harry und sie hier raus zu manövrieren, ohne dass sie jetzt mit jemandem erden muss.
„Alles okay?", wiederholt Harry, sobald sich die Aufzugtüren hintern ihnen schließen und Florence hyperventiliert, um wieder atmen zu können. Die ganze Zeit hat sie die Luft angehalten, aus Angst, dass jeder Atemzug sie töten könnte.
Nein, nicht schon wieder. Bloß nicht jetzt. Nicht vor ihm.
Trump, Obama, Bush, Clinton...
Sie kann ganz eindeutig spüren wie die Luft in und aus ihren Lungen gepresst wird, doch es scheint nicht zu helfen. Es ist nicht genug. Als würde das Kleid, das sich sonst so gut an ihren Körper geschmiegt hat, ihr die Luft abschnüren. Verhindern, dass sie richtig atmen kann.
Es ist ein Gefängnis, das sie einst so geliebt hat. Von dem sie niemals geglaubt hat, dass es sie hintergehen könnte. Das schon lange nicht mehr nur das Kleid ist.
„Luft", ihre Stimme ist heiser und es kommt ihr so vor, als hätte sie ihn mit dem letzten bisschen Luft gesprochen, das noch in ihren Lungen ist.
Sie muss hier sofort raus.
Sie zerrt am Kleid und will es einfach nur von ihrem Körper zu bekommen: Es ist ihr egal, dass Harry ihre Brüste zu sehen bekommen könnte, weil sie natürlich keinen BH darunter trägt.
Sie muss raus aus diesem Kleid. Am liebsten komplett raus aus dem Hotel. Sie braucht Luft.
Bush, Reagan, Carter, Ford, Nixon...
„Warte, beruhig dich. Ich helf dir.", Harrys Arme um sie herum spürt sie im ersten Moment überhaupt nicht. Erst als er ihren Kopf für eine Millisekunde in beide Hände nimmt, um ihr in die Augen zu schauen, realisiert sie ihn.
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Reallife Art // h.s
Romance„Es ist Reallife Art. Es ist so schön, dass nur das Auge die Schönheit festhalten kann." „Ja.", sie bekommt nicht mit, wie Harrys Aufmerksamkeit auf ihr liegt, anstatt auf den Lichtern der Stadt und dem beleuchteten Nachthimmel. // Florence trifft...
