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LoL
Lexy
Nachdem Harry verschwunden war, hatte Lena noch ein paar Minuten ausdruckslos dar gesessen, um zu realisieren, was gerade alles passiert war. Dann fiel ihr das kaputte Glas mitsamt dem Orangensaft ein, was sich beides nach wie vor als kleine Scherben-Saft-Pfütze in ihrem Eingangsbereich erstreckte. Sie wischte alles auf und entsorgte die Scherben, nachdem sie sich prompt an einer geschnitten hatte, im Müll.
Der restliche Tag verlief im Vergleich zum Morgen sehr unspektakulär.
Lena schaltete den Fernseher an, um sich etwas abzulenken, obwohl sie nur mit halbem Ohr zuhörte. Ihr Gedanken kreisten die ganze Zeit, um das vermeintliche Angebot ihres Onkels und den Überraschungsbesuch von Harry. Lena ertappte sich dabei, wie sie sich vorstellte, mit der berühmtesten Boyband der Welt auf Tournee zu gehen, neue Länder zu bereisen und neue Menschen kennenzulernen. Außerdem würde sie wirklich gerne wieder Zeit mit ihrem Onkel verbringen, wegen dem sie überhaupt auf die Idee gekommen war, noch eine Ausbildung als Bodyguard zu machen. Sie hatte ihn immer bewundert, wie viel vertrauen die Menschen, die er beschützt, in ihn legen und wie er von allen anerkannt und respektiert wurde. Er war früher wie ein Vater für sie. Zumal ihr eigener früh durch einen Autounfall gestorben war, als Lena erst 4 Jahre alt war. Paul hatte ihr und ihrer Mutter die ganze Zeit so gut es nur ging zur Seite gestanden. Aber schließlich hatte Paul durch seine Arbeit so viel zu tun, dass er ständig unterwegs war. Hauptsächlich für eine Boyband namens One Direction...
Und Plötzlich kam Lena der Gedanke, dass das vielleicht einer der Gründe sein könnte, weshalb sie diese fünf Jungs nicht leiden konnte. Sie hatten ihr eine wichtige Bezugsperson weggenommen. Sie hatten ihr ihre Vaterfigur weggenommen.
Lena wurde wieder ein wenig missmutig. Um sich abzulenken, machte sie sich daran ihr Mittagessen vorzubereiten.
Den Nachmittag verbrachte Lena mit lesen und dem Ausmisten einiger Uni Sachen. Nebenbei hörte sie ein bisschen Musik, aber definitiv kein One Direction. Derzeit war eine ihrer Lieblingsinterpreten Daya und den Song »Sit still, look pretty« fand Lena besonders gut. Sie wippte die ganze Zeit mit dem Fuß zum Takt.
Am Abend klingelte ihr Handy und verkündete einen Anruf ihrer Mutter. Lena nahm ab. Erst hielten sie ihren üblichen Smalltalk. Seit Lena ausgezogen war, hatte sie das Gefühl ihre Mutter würde sich manchmal etwas einsam fühlen und sie deshalb so oft anrufen. Dann schwenkte Lenas Mutter auf das Thema, was ihr anscheinend die ganze Zeit schon auf der Zunge brannte.
„Und du hattest heute Besuch nehme ich an?", versuchte sie eher beiläufig als aufgeregt zu fragen, was ihr nicht ganz gelang.
Lena musste grinsen. Was Neugier anging, kam sie voll und ganz auf ihre Mutter.
„Ja, so ein komischer Typ. Ziemlich miese Frisur und ein bisschen protzig", erzählte Lena und wusste ganz genau, dass ihre Mutter am anderen Ende der Leitung die Augen verdrehte.
„Jetzt lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen. Paul würde sich riesig freuen, wenn ihr euch wieder häufiger sehen würdet und es wäre für dich die ideale Gelegenheit vor deiner Ausbildung schonmal etwas Bodyguard-Luft zu schnuppern. Außerdem fliegst du in Länder und Städte, wo du vielleicht so schnell nicht nochmal hinkommst."
„Naja", begann Lena, „es wird schon etwas anders sein, wenn man sich kaum lange genug an einem Ort aufhält, um ein wenig von den Menschen und ihrer Kultur mitzubekommen. Das ganze wird schon verdammt hektisch."
„Aber du ziehst es in Betracht?", bohrte ihre Mutter weiter.
„Hmm", erwiderte Lena nur, legte sich mit dem Rücken auf das Sofa und streckte die Beine in die Luft. Wieder einmal hatte sie statt eines Socken Paares zwei gemischt und so zwei verschiedene Socken an den Füßen.
„Lena, so eine Chance bekommt man, wenn überhaupt, nur einmal im Leben. Und wenn du sie jetzt nicht nutzt, dann wirst du das später wahrscheinlich bereuen."
„Aber ich hab keine Lust mit fünf kindischen und eingebildeten Torchköpfen mehrere Monate festzuhängen. Außerdem sehe ich Emily dann ganz lange nicht." Langsam gingen Lena die Argumente aus und sie spürte, dass ihre Mutter das bemerkt hatte, denn sie lachte.
„Also erstens kennst du diese „Torchköpfe" gar nicht gut genug, um jetzt schon so über sie zu urteilen. Und zweitens hat Emily sicher vollstes Verständnis dafür, dass du mit ihrer Lieblingsband auf Tournee gehst, solange du ihr Konzert- und Backstagekarten für die O2 besorgst."
Lena schmunzelte. Ihre Mum hatte wahrscheinlich wieder mal recht.
„Na gut...", begann Lena wieder, „Aber wenn ich es nicht aushalte, darf ich sofort wieder nach Hause fliegen, ok?"
„Von mir aus, das musst du aber auch Paul und die Jungs fragen. Aber ich denke, dass es kein Problem sein sollte für dich abzubrechen, wenn du dich nicht wohl fühlst."
Eine kurze Stille trat ein.
„Gut, ich werde Paul gleich schreiben. Sobald ich mehr Infos über den Ablauf habe, melde ich mich wieder bei dir ok, mum?
„Mach das. Ich hab dich lieb, Mäuschen. Schlaf gut!"
„Ich dich auch, Gute Nacht!"
Sie legten auf. Ein paar Sekunde starrte Lena noch auf ihre zur Decke gerichteten Füße, dann stand sie auf und ging zu ihrem Schreibtisch herüber.
Sie klappte ihren Laptop auf und checkte ihre Mails.
Es befanden sich neben Uni-Mails und Newslettern auch drei Mails von Paul in ihren Posteingang. Offenbar hatte Paul gehofft, dass Lena ihm schneller antworten würde, wenn er ihr Mehrfach schrieb und den Betreff jedes Mal um drei Ausrufezeichen erweiterte.
Sie überging die ersten beiden Mails und öffnete die neueste. Dort überflog sie den Text von Paul, bis sie zu der Stelle kam, wo Paul ihr seine Nummer aufgeschrieben hatte. Besser gesagt, er hatte zwei Handynummern aufgeschrieben.
Vielleicht einmal privat und einmal geschäftlich, überlegte Lena. Sie beschloss die Obere anzurufen.
Nach zweimaligen Tuten nahm ihr Onkel ab.
„Hey Paul", begrüßte Lena ihn etwas zögerlich.
„Lenalein! Wie schön, dass du dich meldest. Ich hatte schon Sorge, Harry hat sich zu sehr traumatisiert und du würdest dich deshalb nicht melden."
Lena lachte. „Harry hat sich zwar nicht wie ein britischer Gentleman verhalten, aber ich hab's überlebt. Wieso bist du eigentlich nicht selber vorbeigekommen, sondern schickst einen sehr auffälligen und sehr berühmten Popstar zu mir?"
Paul lachte jetzt auch.
„Ja, das tut mir leid. Eigentlich wollte ich natürlich selbst vorbeikommen, aber mein Meeting zur Besprechung einiger Sicherheitsfragen ging deutlich länger als gedacht und Harry war am schnellsten verfügbar. Apropos Tournee...hast du dich entschieden?"
Eine kurze Stille trat ein.
„Ich hab eine Bedingung oder besser gesagt zwei, wenn ich mich entscheide mitzukommen."
„Schieß los!", entgegnete ihr Paul abwartend.
„Erstens möchte ich, dass es mir frei steht jederzeit diese Tournee abzubrechen und nach Hause zurück zu kehren.", eröffnete ihm Lena und wartete kurz ab.
„Das steht außer Frage, Lena. Du kannst jederzeit das ganze Abbrechen und den ersten Flieger nach Hause nehmen. Du bist zu keiner Mindesaufenthaltsdauer oder Einhaltung einer Kündigungsfrist verpflichtet. Was ist deine zweite Bedingung?"
„Ich hab keine Lust den Jungs die Nase zu putzen oder sie zu bespaßen, wenn ihnen langweilig ist. Sie sollen sich nichts auf ihren Erfolg und ihr Geld einbilden."
Lena hörte Paul am anderen Ende schmunzelnd ausatmen.
„So schlimm sind sie gar nicht, du wirst schon sehen. Manchmal sind sie etwas eitel, wenn es um ihre Klamotten oder Haare geht, aber ich bin mir sicher, dass ihr euch nach einer Zeit anfreunden werdet."
Lena antwortete mit einem knappen „Okay.", da ihr nichts besseres einfiel.
Paul fuhr fort: „Es ist schon spät und ich bin echt platt von dem ganzen Gelaber heute. Wir können morgen nochmal telefonieren, okay?"
„Klar!", antwortete Lena und musste schmunzeln. Wenn es um sportliche Aktivitäten ging, war Paul nur schwer müde zu kriegen, aber Konferenzen und Meetings um irgendetwas zu besprechen, knockten ihn immer aus.
„Ach, eins noch, Lena. Ich schicke dir gleich noch ne Nachricht mit den Nummern der Jungs. Du kannst sie ja anschreiben und ihnen sagen, wie du dich entschieden hast. Oder soll ich das machen?"
„Nein, schon okay. Ich mach das, wenn du mir die Nummern schickst."
„Okay, dann bis bald, Kleines.", sagte Paul mit freudiger, aber etwas müder Stimme. Dann legte er auf.
Lena schlurfte in die Küche und schaltete den Wasserkocher an. Sie hatte jetzt Lust auf Tee.
Kurz darauf ertönte ihr bekannter Piep-Ton und verkündete die Nachricht von Paul.
Na toll, dachte sich Lena, denn Paul hatte ihr einfach fünf Nummern geschickt ohne die passenden Namen dahinter zu schreiben.
Lena überlegte kurz. Der Wasserkocher ging aus und sie machte sich ihren Pfefferminztee fertig. Sie setzte sich wieder auf's Sofa und speicherte die Nummern als 1D bis 5D ein. Dann eröffnete sie eine Broadcast-Liste und schrieb alle fünf Nummer mit »Hallo« an.
Keine 30 Sekunden später, hatten 3 Nummer bereits zurückgeschrieben. Ebenfalls alle mit einem »Hallo?«.
Also tippte Lena an jeden eine Antwort: »Ich bin Lena, die Nichte von Paul. Er hat mir deine Nummer gegeben.«
Daraufhin folgte nur ein »Ich weiß😁« mit einem grinsenden Emoji.
»Und wer bist du?«, fragte Lena ein wenig genervt.
Da ging eine neue Nachricht von einer der beiden übrigen Nummern ein, während von den anderen dreien nur ein »du musst raten« zurück kam. Lena rollte mit den Augen und wandte sich wieder an die vierte Nummer (eingespeichert als 2D), die ihr »Hey?« geschrieben hatte. »Hey, ich bin Pauls Nichte Lena«
»Ah, endlich mal ein Update. Paul meinte, er sagt uns erst morgen Bescheid, wie du dich entschieden hast. Ich bin übrigens Niall«
Lena atmete erleichtert aus und speicherte Niall um. Dann tippte sie wieder etwas an ihn: »Weißt du, ob drei von euch gerade irgendwo zusammensitzen?«
Prompt kam die Antwort zurück: »Harry und Louis chillen bei Zayn. Wieso fragst du?«
Lena erklärte ihm per Sprachmemo, dass diese drei anscheinend beschlossen hätten ein Spielchen zu spielen. »Ich hab eine Idee«, kam von Niall zurück und plötzlich leuchtete Lenas Handy auf und gab ihr die Option einen Videoanruf von Niall entgegenzunehmen. Mit leicht schwitzigen Händen hielt Lena ihr Smartphone vor's Gesicht und nahm den Anruf an. Ein blonder Junge grinste sie an. „Hey, ich dachte mir so ist es bestimmt einfacher. Außerdem war ich einfach zu neugierig wie du wohl aussiehst", gestand er und wurde kurz ein wenig rot.
„Tja", lachte Lena, „jetzt weißt du es. Also was ist deine Idee?"
„Oh, ja richtig. Also ganz einfach machen und dir einfach so sagen, wem welche Nummer gehört, will ich es dir nicht. Aber ich helfe dir beim raten, einverstanden?"
Lena lächelte und willigte ein.
Nachdem ihr alle drei (1D, 3D und 4D) eröffnet hatten, dass sie dunkelhaarig seien und im Winter Geburtstag hatten, war Lenja genauso schlau wie vorher.
„Frag sie nach ihren Lieblingssong von uns", schlug Niall vor und Lenja begann zu tippen.
1D: »Story of my life«
3D: »Night changes«
4D: »Rock me«
(A/N: Beruht unter Umständen nicht auf wahren Aussagen!)
Lena las Niall die Antworten vor.
„Also »Rock me« ist definitiv Louis."
Daraufhin tippte Lena ein »Hey, Lou!« an 4D und speicherte ihn um.
„Und die anderen beiden?", fragte sie. „Ich bin nicht ganz sicher", überlegte Niall. „Frag 1D mal, ob Harry eingebildet ist, was seine Haare angeht", sagt er grinsend und Lena bekam auf diese Frage ein empörtes »Nein! :0 « zurück. „Dann ist das auf jeden Fall Harry und 3D ist dann Zayn", eröffnete Niall ihr triumphierend.
Die Frage, ob sie mit ihrer Vermutung richtig liegt, wurde ihr kurz darauf von den beiden bestätigt.
Louis hatte überrascht mit einem »Woher weißt du das?!« geantwortet, woraufhin Lena ihm entgegnete: »Das bleibt mein Geheimnis! Gute Nacht :) «.
Lena bedankte sich bei Niall für seine Hilfe und er wünschte ihr mit dem Vorschlag morgen noch einmal telefonieren zu können eine Gute Nacht. Lächelnd legte Lena auf, trank ihren Tee aus und ging in's Bad zum Zähne putzen.
Nachdem sie in ihren Pyjama geschlüpft war, nahm sie ihr Handy und kuschelte sich unter ihre Bettdecke.
Harry und Zayn wollten ebenfalls wissen, wie sie so schnell herausgefunden hatte, wer sie waren und Lena antwortete ihnen das gleiche wie Louis.
Sie stellte sich ihren Wecker für den nächsten Tag und legte ihr Handy beiseite. Nach wenigen Minuten, war sie mit dem Gedanken, dass die Jungs gar nicht so übel zu sein schienen, auch schon eingeschlafen...
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Suddenly Directioner ||One Direction Ff||
FanfictionLena ist 21 und hat gerade ihr Studium abgeschlossen. Jetzt möchte sie ein Jahr Auszeit mehmen und reisen bevor sie noch eine Ausbildung als Bodyguard antritt. Doch auf einmal kommt alles ein wenig anders und Lena findet sich plötzlich als Begleitun...
