Birthday in Brazil

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Have Fun.
LoL
Lexy

Die Europa-Tour wurde zunehmend stressiger und verging durch die ganze Hektik wie im Flug. Bill jagte die Jungs fast jeden freien Tag ins Tonstudio, damit sie Songs für das Album aufnehmen konnten. Schließlich wurde erst entschieden, welche Lieder final als Album veröffentlicht werden sollten, wenn alle aufgenommen waren. Offiziell wussten bisher nur eine Handvoll Menschen, wie das Album heißen sollte: FOUR.
Ich hatte die Jungs mindestens eine Woche lang, nachdem sie mir den Titel verraten hatten, genervt, welche Bedeutung dieser Name hatte. Doch ich bekam immer dieselbe Antwort: „Es gibt keine tiefere Bedeutung. Das ist einfach nur unser viertes Album." Und immer wieder schüttelte ich darüber den Kopf. „Aber euch ist schon klar, dass jeder nach einem tieferen Sinn fragen wird, sobald das Album angekündigt und draußen ist?", fragte ich wieder einmal als wir gerade zusammen in der Lounge des Busses saßen und nach Zadar in Kroatien fuhren. Das letzte Konzert war in Graz gewesen und die nächsten zwei Tage bis zu dem in Zadar hatten wir frei. Es war inzwischen Mitte Juni und wir fieberten alle auf die Tage am Strand hin. Gestern hatte ich mit Emily telefoniert und mit den Jungs zusammen mit Jace und Julian geskyped. Das Ganze verlief zwar ziemlich chaotisch, war aber dennoch sehr lustig. Alex hatte ebenfalls mit Ana und seinen Eltern telefoniert und ich hatte kurz Hallo gesagt als ich kurz drüben im anderen Bus war.
„Eigentlich ist es ziemlich lustig, wenn sich alle fragen, was wohl die Bedeutung des Albumnamens ist und es schlicht und ergreifend wirklich nur unser viertes Album ist und es deshalb so heißt.", bemerkte Louis und starrte lächelnd an die Decke. Ich wollte etwas erwidern doch Louis richtete sich abrupt auf und starrte uns ernst an. Die anderen starrten verwirrt zurück und warteten gespannt ob Louis noch was von sich geben würde. Sein Verhalten war seit gestern sehr sonderbar. Er hatte sich nach seinen Studioaufnahmen verdrückt und lange mit Brianna telefoniert. Allerdings wusste nur ich, dass es Brianna war und nicht seine Mutter, so wie er es den anderen verklickert hatte. „Ich muss euch was sagen...", begann Louis und ich hatte eine Ahnung. „Du bist schwanger.", funkte Niall dazwischen und Liam klatschte ihm seine flache Hand an die Stirn. „Ja...so ähnlich.", murmelte und Liam starrte ich perplex an. „Warte was?!" Ich seufzte. „Leute, lasst den armen Kerl erstmal ausreden." Dann schloss ich schnell wieder meinen Mund und hoffte, dass die anderen nicht gemerkt hatten, dass ich wusste was abging. Harry und Zayn musterten mich beide und wandten sich nachdenklich wieder Louis. „Brianna, sie ist schwanger. Von mir. Es war nicht geplant, aber sie will das Kind auf jeden Fall und ich werde sie dabei unterstützen. Aber ich brauche auch eure Unterstützung. Kann ich auf euch zählen?" Es sprudelte nur so aus ihm hervor und seine Frage hatte er fast flüsternd gestellt. Jetzt hielt er die Luft an und wartete auf eine Reaktion der Jungs. „Klar, kannst du das.", sagte Liam und lächelte Louis aufmunternd an. „Wir werden Onkels!", rief der irre Ire und schmiss sich strahlend auf Louis. Lachend schlossen wir uns zu einer großen Gruppenumarmung zusammen und ich konnte fast hören, wie der Stein von Louis' Herzen durch den Boden des Busses fiel und hinter uns auf der Straße zurück blieb. Es war beinahe 3 Uhr als wir alle mehr oder weniger aufeinander hingen und halb dösend das Ende von Star Wars Episode VI guckten. „Kann ich so einen flausche Bär zum Geburtstag haben?", nuschelte ich und deutete mit abgeknickten Arm auf den Bildschirm. „Das sind Ewoks.", erklärte Niall, der noch recht munter schien. „Ja, aber kann ich so einen haben?", frage ich wieder. „Wann hast du eigentlich Geburtstag?", fragte Liam mich und drehte im Liegen seinen Kopf zu mir. „In drei Wochn...am siebtnsiebtn.", nuschelte ich und eine Sekunden später nahm ich um mich herum nur noch das Traumland wahr.

Als wir am nächsten Tag alle wie eine Horde Wallrösser am Strand lagen, fühlte es sich an wie Urlaub. Ich blinzelte und sah in Alex' Gesicht. Er schlief neben mir auf einer Liege. So friedlich lag er da und ich musterte ihn. Da der Strandabschnitt, wo wir uns befanden, zum Hotel gehörte, war nicht viel los. Alle anderen Gäste schienen aus der Oberklasse zu stammen, sonst könnten sie sich dieses Hotel gar nicht leisten und würden auch ihre Nasen nicht so hoch tragen.
„Willst du auch einen?" Nadines glockenhelle Stimme drang an mein Ohr. Wir hatten sie in Graz eingesammelt, da sie in Österreich ihre Familie besucht hat. Allerdings war sie im Bus von Paul mitgefahren, da es bei uns keine freie Koje gab. Aber jetzt teilte sie sich im Hotel ein Zimmer mit Harry. Somit ergab sich die neue Zimmerkonstellation Zayn und Louis und ich hatte ein Zimmer mit Alex. Wobei in diesem Zimmer auch noch etwa 15 weitere Personen Platz gefunden hätten.
„Was ist das denn?", fragte ich an Nadine gewandt, die mich abwartend ansah. „Ein Piña Colada.", sagte sie lächelnd. „Dann nehme ich auch einen." Der Kellner nickte zufrieden und Nadine lächelte mich an. Sie war bisher sehr nett. Nur hatte ich das Gefühl, dass sie und Harry nicht wirklich zueinander passten. Sie hatten wenig gemeinsam und konnten sich somit kaum für die gleichen Dinge begeistern. Nadine hatte, bevor sie mitkommen durfte, einen Vertrag unterschreiben müssen, dass sie meine Identität nicht verriet und auch keine Fotos und Videos von mir machen, geschweige denn veröffentlichen, durfte. Paul hatte mir gesagt, dass sie ein Strafgeld von 57 mio.€ zahlen müsste, wenn sie diesen Vertrag bricht. 5 Millionen würden dabei an mich gehen, der Rest an Modest!.
Piña Colada schlürfend, im Meer badend und auf dem Handtuch liegend verbrachten wir die beiden Tage vor und nach dem Konzert am Strand. Das Konzert war eines der anstrengendsten. Die Jungs hatten direkt als eines der ersten Lieder mit mir 'Little Things' gesungen, da Paul mich danach als Bodyguard brauchte. In Zadar war es so heiß, dass die Mädchen reihenweise dehydrierten und aus der Menge geholt werden mussten. Abends hatte ich immer einer Trainingseinheit mit Paul, sodass ich danach nicht mehr lange wachbleiben konnte. Harry und Nadine sprachen nicht viel miteinander, sodass jede Stille zwischen den beiden ganz langsam immer unangenehmer zu werden schien. Natürlich waren sie immer freundlich zueinander, aber sie verhielten sich doch mehr wie Bekannte, statt wie ein Pärchen.
Nach Kroatien ging es mit dem Flieger nach Japan, genauer gesagt nach Tokyo. Das hieß, dass wir die Busse einmal komplett räumen würden. Denn von Tokyo flogen wir nach Australien, wo zwei Konzerte stattfanden. Eins in Sydney und das andere in Melbourne.
Ich versuchte die unterschiedlichen Länder und Städte praktisch aufzusaugen, um später ja nichts von diesen Erfahrungen zu vergessen. Belustigt stellte ich fest, dass Harry seitdem wir in Kroatin waren ständig mit seinem Handy die Landschaft und uns filmte und fotografierte. Nadine war in Europa geblieben. Ich glaube, sie wollte nach Paris oder Mailand zu irgendeiner Fashion Show.
Gerade saßen wir wieder im Flugzeug. Diesmal ging es nach Amerika und seit Beginn der Tour fieberte ich auf diesen Moment hin. Wir starteten in Südamerika in Kolumbien, dann Peru, Chile, Argentinien, Uruguay und zu meinem Geburtstag würden wir in Brasilien sein.
„Hey, Leni!", flüsterte Harry in der Sitzreihe neben mir. Ich dreht mich zu ihm um, darauf bedacht, dass Alex Kopf nicht von meiner Schulter rutschte. Er war wieder mal am schlafen. Harry hielt sein Handy hoch und ich streckte ihm die Zunge raus, während er auf den Auslöser drückte. Wir lachten. Neben Harry saß Niall. Er hatte Kopfhörer auf und guckte irgendeinen Film. Und er war Kekse am futtern. Mein Magen knurrte. „Hunger?", fragte Harry und grinste mich an. „Jaaa.", stöhnte ich und drehte mich gequältem Blick zu Alex, der verhinderte, dass ich aufstehen und mir im hinteren Teil des Flugzeugs was zu essen holen konnte. „Ich hole uns was." Harry stand auf und verschwand nach nach hinten. Kurze Zeit später kam er mit einem Tablett zurück und hielt es mir hin. Darauf befand sich ein Schälchen mit Obst, Joghurt ein Sandwich, Orangensaft und Gummibärchen. „Danke!", sagte ich zu Harry und lächelte ihn an. „Gerne.", erwiderte er und sorgte wieder dafür, dass ich in seinen grünen Augen versank. Wieso hat Harry nur so wunderschöne Augen? Ich riss mich von seinem Blick los. Lena, reiß dich zusammen! Meine Augen fokussierten sich auf das Essen vor mir, aber ich konnte spüren wie Harry mich immer noch von der Seite ansah. „Würdest du eigentlich gerne mal was alleine aufnehmen?", fragte er mich aus dem nichts. Verwirrt sah ich doch wieder zu ihm. „Nein, ich singe lieber mit anderen. Ich finde die Harmonien mehrerer Stimmen klingen einfach besser, als eine Stimme allein." Harry nickte nachdenklich. „Mit wem würdest du denn noch gerne singen, wenn dir die ganze Musikwelt offen stehen würde?", fragte er weiter. Ich überlegte kurz ehe ich antwortete. „Mit Taylor Swift?" Mein kleinlautes Genuschel klang eher wie eine Frage. Harry sah mich überrascht an. Ich wusste, dass er und Taylor mal ein Paar gewesen waren und sie auch schon Lieder über ihn geschrieben hatte. Ich schwieg und Harry wusste offenbar auch nicht recht, was er sagen sollte. Er machte ein sehr nachdenkliches Gesicht.

Suddenly Directioner ||One Direction Ff||Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt