*Blooms pos.*
,,Was hast du dir dabei nur gedacht? Kannst du dir überhaupt vorstellen, wie krank wir vor Sorge waren?" schreit eine hysterische Blondine mich an, während ich schwer schluckend auf meinem Stuhl sitze. Das ich zwei Tage abwesend war, konnte ich ja gar nicht ahnen. Mir kam es nicht so lange vor. ,,Ich meine was dachtest du dir? Wir haben gedacht dir ist sonst etwas passiert!" ,,Was hat Valtor mit dir gemacht?" fragt nun eine ebenfalls wütende Layla. Überrascht sehe ich die Fee des Wassers an. Woher weiß sie, dass Valtor bei mir war? ,,Bloom, wir wissen Bescheid, wir wissen, dass er dich entführt hat." erst bleibt mein Herz stehen, doch dann breitet sich Erleichterung in mir aus und ich kann mir nicht verkneifen laut loszulachen. Verstört sehen meine Freundinnen mich an. ,,Bloom?" ,,Er hat mich nicht entführt, wir haben gekämpft und" schnell halte ich mit der Erzählung inne. 'Ich kann ihnen doch nicht erzählen, dass ich mit meinem Feind eingesperrt war und wir uns auch noch gut verstanden haben.' ,,Und was?" fragt nun Flora, als ich nicht weiterspreche. ,,Granit ist durch einen Zauber von mir eingestürzt, ich wurde verschüttet, was mit Valtor passiert ist, weiß ich leider nicht." lüge ich meinen Freundinnen ins Gesicht. ,,Und das sollen wir dir glauben?" fragt Musa und schaut mich mit einem mehr als nur strengen Blick an. ,,Ja?" antworte ich unsicher, sodass es mehr wie eine Frage sich anhört, als eine sichere Antwort. ,,Ich war wohl bewusstlos, ich hatte ja auch eine Platzwunde und kleinere Verletzungen. Und dann war ich orientierungslos, wusste nicht, wo ich bin. Irgendwann konnte ich endlich aufstehen und einen Weg aus dem Abgrund finden. Ich wusste nicht mal, dass es so lange war." gestehe ich und lasse wieder den Teil mit Valtor raus. ,,Oh man, du machst echt Sachen." gibt Flora die kurz eingetretene Stille nach. ,,Das heißt, du weißt gar nicht, ob er tot ist?" fragt Layla und ich glaube einen Schimmer Hoffnung in ihrer Stimme zu vernehmen. ,,Äh...naja also, ich spüre ihn ja noch. Außerdem glaube ich nicht, dass er lange davon ausgeschalten wurde." ,,Nun ja wir waren in seinem Versteck, nur er war nicht da." ,,Vielleicht hat er ein neues." antworte ich der Fee der Technologie. ,,Nun mal was anderes, du meintest du hattest eine Platzwunde und kleinere Verletzungen, aber wir sehen Gott sei dank nichts." 'Verdammt!' ,,Ich habe mich geheilt." ,,Krass, ich meine du konntest andere heilen, doch bei dir selber war es ja immer schwieriger." ,,Ja." ich setze ein schräges Lächeln auf. ,,Naja, also muss ich mich auf Ärger von Miss Faragonda einstellen?" ,,Nein, wir haben nichts gesagt, nur dass es dir nicht gut ging." antwortet mir Stella und kommt auf mich zu. ,,Es tut mir leid, dass ihr euch solche Sorgen gemacht habt." innerlich tobt mein schlechtes Gewissen, nicht nur, dass sie sich in Gefahr gebracht haben, nein zu allem Überfluss musste ich sie auch noch anlügen. ,,Ich glaube wir könnten jetzt alle eine Runde Schlaf vertragen, morgen wird es wieder anstrengend genug." schlägt Flora vor und sofort herrscht einstimmige Zustimmung. Gähnend taumeln die anderen Winx in ihre Zimmer. Langsam lege ich mich auf mein Kissen und denke nach.
Stille kehrt im Zimmer ein, die Mädels sind scheinbar alle in ihren Zimmer. ,,Bloom, können wir reden?" ruft eine zarte Stimme nach mir. Sofort hebe ich leicht meinen Kopf, kämpfe wieder einmal gegen diese merkwürdigen Kopfschmerzen, gegen den Schwindel und die Übelkeit. ,,Was gibst?" presse ich so klar wie nur möglich zwischen meinen zusammengebissenen Zähnen hervor. ,,Was ist wirklich passiert? Ich weiß, wenn du lügst hat es einen Grund, doch in letzter Zeit lügst du ständig, verheimlichst uns was." überrascht und überfordert schaue ich auf meine Hände hinab. ,,Du musst es mir nicht sagen, ich verstehe nur nicht, wieso du kein Vertrauen mehr hast." ,,Nein!" schreie ich fast. ,,So darfst du niemals denken, ihr seid mein Leben, es ist nur..." ,,Was?" ,,Das mit Granit, es stimmt alles, nur mit Valtor...ihr dachtet er hätte mich entführt, sollte ich euch etwa sagen, dass er mit mir zusammen gefangen war in diesem Abgrund? Das er mich geheilt hat, ich ihm geholfen habe, sowie er mir? Das wir zusammen da raus sind und wir uns nicht gegenseitig umgebracht haben?" platz es aus mir raus. Wie immer hat Flora aufmerksam zugehört, mich nicht unterbrochen. ,,Gut, das ist wirklich ein spezieller Fall, aber deshalb musst du doch nicht lügen." erklärt sie und steht plötzlich neben meinem Bett. ,,Es gibt im Moment so vieles, was ich nicht richtig erklären kann, es ist einfach zum Haare raufen." ,,Was denn genau? Die Probleme mit der Vergangenheit?" ,,Ja, auch. Dann ist da diese merkwürdige Verbindung zwischen der Vergangenheit, Valtor und mir. Ja wir kämpfen miteinander und dann, dann ist da kein Hass. Und dann diese" abrupt halte ich inne, beiße auf meine Unterlippe. ,,Diese merkwürdigen Schmerzen. Ich weiß, sie kommen von meiner Gehirnerschütterung und dennoch, sie verunsichern mich, rauben mir den letzten Nerv, doch wenn ich dann mit ihm zusammen bin, sind sie wie weggeblasen." ,,Schmerzen? Was für Schmerzen?" ,,Ach vergiss es, es sind nur Kopfschmerzen, verständlich, schließlich bin ich in letzter Zeit oft genug auf den Kopf gefallen." überspiele ich die unangenehmen Fragen. Ich hätte es gar nicht erst ansprechen sollen und gleichzeitig sollte ich weiter darüber sprechen, schließlich weiß ich selber damit nicht mehr weiter. Den undefinierbaren Blick der Fee der Natur versuche ich gänzlich zu ignorieren, stattdessen lasse ich mich wieder auf mein Kissen fallen, was mir wieder eine neue Welle des Schmerzes bereitet. ,,Bitte sag den anderen vorerst nichts von alle dem, ich muss erstmal selber ein klares Bild bekommen." bitte ich meine Zimmergenossin. Nach einer Welle des Schweigens antwortet sie sehr zögerlich: ,,Ist in Ordnung." langsam entfernt sie sich von meinem Bett und geht wieder zu ihrem hinüber, doch fast die gesamte Zeit über liegt ihr nachdenklicher und besorgter Blick auf mir. Nervös versuche ich mir ihren stechenden Blick wegzudenken, doch so leicht geht es leider nicht. ,,Flora, ich meine es nicht böse, es ist nur...ich weiß selber nicht was ich denken soll und je mehr es wissen und auf mich einreden, das...das würde mich nur verrückt machen..." ,,Ist in Ordnung, doch bitte wenn es dir nicht...nicht gut geht, sag es mir." ,,Mach ich, aber es gibt nichts zu bereden, ich bin nur etwas durcheinander, naja habe ja auch eine Gehirnerschütterung." Versuche ich sie damit zu beruhigen oder doch mich?
Die Stille kehrt wieder ein und Floras Atmung wird flacher, sie scheint zu schlafen und ich, ich liege wieder wach in meinem Bett, versuche Antworten auf Fragen zu finden, die es nicht zu geben scheint, kämpfe wieder gegen meine Schmerzen an, doch so langsam glaube ich den Kampf zu verlieren. Grummelnd drehe ich mich auf meine rechte Seite, schaue aus dem Fenster, betrachte den dunklen Horizont, die glitzernden Sterne, wie sie am Himmelszelt tanzen und versinke in meinen Gedanken, versuche die Schmerzen auszublenden, sie mit meinen endlosen Gedanken zu betäuben. Eine Sternschnuppe rast über den Himmel. 'Soll ich mir was wünschen?' noch bevor ich wirklich darüber lange nachgedacht habe, schließen sich meine Augen. ,,Ich wünsche mir endlich Antworten." spreche ich leise meinen tiefsten Wunsch aus, denn an diesem hängt so vieles, wenn ich die Wahrheit kenne, weiß ich mehr über mich, über meine Eltern, über Valtor, über diese Verbindung und was damals passierte. Eine einzelne Träne läuft an meinem Auge hinunter, langsam breitet sich die Müdigkeit in mir aus und ich versinke im Schlaf.
Im Traum erscheinen alte Bilder, Bilder aus meiner Vergangenheit, Bilder von den zahlreichen Visionen, Bilder von mir und Valtor. Das Geschehen in Granit spielt sich wieder und wieder ab. Erinnerungen fluten meinen Verstand, benebeln ihn. Immer mehr Geschehen spielen in meinem Kopf auf und ab, alle gleichzeitig. Angestrengt versuche ich meinen Verstand zu ordnen, alles zu verstehen, zu begreifen, kleine Details zu verstehen, doch es scheint ein Wirrwarr meines Verstandes zu sein. Valtor, er war nicht immer böse, er wurde zu dem, was er heute ist, durch die Urhexen, doch es muss mehr passiert sein. Plötzlich sehe ich ihn wieder, wie er jünger ist, in einem dunklen Raum steht, wie hypnotisiert wirkt, auf eine Flamme zugeht und sie berührt. Seine Augen beginnen zu glitzern, zu schimmern, das Feuer tanzt um ihn und verschwindet dann in ihm. Die Urhexen stehen schreiend um ihn herum, doch er ist wie in einer anderen Welt. Und dann, zuckt die Hand und er wird wieder geschlagen, doch es ist anders, als bei den anderen Visionen. Er schaut nur, unbeeindruckt, sowie ich ihn kenne, fragt warum. Sie schreien, doch er zuckt nur mit den Schultern, als würde es ihn nicht interessieren, als würde es ihn nichts angehen. Plötzlich ist er der kalte, berechnende Valtor, der Stratege, der nur seine Ziele verfolgen will. Und dieses Feuer, könnte es...es war die Drachenflamme. Er wurde mit der Kraft nicht geboren, doch er muss auserwählt worden seien. Hat die Drachenflamme ihn den letzten Rest gegeben, dass er so böse wurde?
Das Bild wandelt und ich sehe wieder meine Eltern, wieder eine alte Erinnerung, ein Gespräch, wo meine Eltern aufgelöst waren, scheinbar über mich und ein Geheimnis, ein altes Geheimnis sprachen. Und Bilder von mir und Valtor tauchen auf, Bilder, wo es uns schlecht geht, Bilder wie er und ich Nasenbluten hatten, doch zusammen es uns gut ging. ,,Was wenn sie es auch bekommt, du weißt, was das bedeutet würde." höre ich die Stimme meiner Mutter bevor alles verschwindet in einem Strudel aus Erinnerungen.
Mit schnell schlagendem Herzen und schneller Atmung fahre ich aus dem Schlaf hoch, versuche meine Gedanken zu ordnen. So langsam beginnen die Bruchstücke sich zu einem Bild zu verbinden, ein Bild was nichts Gutes verheißt, ein sehr schlechtes Bild. Ich verstehe nichts, kann es nicht verstehen und doch, weiß ich, was dies alles zu bedeuten hat, ich beginne zu verstehen, wie sehr ich an Valtor gebunden bin und wir ein Schicksal teilen.
Fortsetzung folgt...
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Drachenliebe
Fiksi PenggemarEine Geschichte, die sich um Bloom und Valtor richtet. Durch einen Traum, erwacht Valtor. Er beginnt mit seiner Rache, doch Bloom steht ihm ständig im Weg, erst recht, als er erkennt, wer sie wirklich ist. Und als die beiden dann noch miteinander v...