Ein Stückchen Heimat

912 47 12
                                    

Wir fuhren rund 2. Stunden, bis wir bei der Eishöhle an kamen. Es war eine riesige Halle. Von außen sah es jedoch nicht so aus, als wären innen drin Eisberge oder generell Eis.
Ich konnte mir sowieso nichts darunter vorstellen, wie sie von innen aussehen würde.

Beim Betreten der Hölle schreckte Damiano zurück.

„Oh gott. Ich wusste ja das es kalt wird, aber das es so kalt wird?", sagte er und zog seinen Schal dichter an seinen Hals.

„Ich habe dir doch gesagt, dass eine Jacke nicht reichen wird", sagte ich und lachte leicht über Damiano's Reaktion.

„Tut mir leid das ich nur diese einzige dicke Jacke vom Skiurlaub habe und nicht so ausgestattet bin wie du", schmollte er und zeigte mit dem Finger auf mich.

Dadurch das ich im kalten Norwegen aufgewachsen bin, störte mich die Kälte kaum. Klar war es im ersten Moment ein Schock, da ich die Kälte schon lange nicht mehr gespürt habe, doch ich habe nicht so gefroren wie Damiano.

Ich nahm seine, in Handschuh eingepackten, Hände und wir fingen langsam an die Eishöhle zu begutachten.
Die Höhle war voller bunter Lichter. Die Wege waren eng und rutschig. An vielen Ecken gab es heiße Schokolade oder Glühwein.

„Oh hier gibt es Gløgg", sagte ich aufregend und rannte zum Stand.

„Was ist das denn?", sagte Damiano und musterte den Stand, der das rote Getränk verkaufte.

„Du kennst Gløgg ( Glühwein in Norwegen) nicht?", sagte ich und war über die Frage ziemlich schockiert.

„Nein. Bei uns gibt es sowas nicht. Was ist das? Nach was schmeckt das?", fragte er und grinste. Ich schüttelte nur lachend den Kopf und nahm zwei Tassen.

„Hier", sagte ich und streckte ihm sein Getränk in die Hand. Zögernd nahm Damiano die Tasse entgegen.

„Es riecht nach Zimt und süßer Beere", sagte er und räusperte seine Nase.

Ich lachte und nippte an dem Glühwein. Ich gab Damiano ein Zeichen, dass er ihn auch probieren solle, doch er zögerte noch etwas, bis er daran nippte.

„Und?", fragte ich gespannt.

„Ich habe noch nie sowas leckeres getrunken", sagte er mit leuchteten Augen. „Es schmeckt fantastisch."

„Es gibt noch viel leckerere Spezialitäten aus Norwegen!", sagte ich und war voller Vorfreude die Eishöhle weiter zu besichtigen.

Wir liefen die Gänge hinunter und beobachteten die bunten Lichter an den Einwänden. Dabei liefen wir beide Hand in Hand, die ganze Zeit. Es fühlte sich so an, als wären wir ein Paar.

Als wir die Gänge weiter liefen, sah ich einen ‚Raum' auf dem drauf stand >>Nordlichter <<. Gespannt blickte ich in den Raum rein, doch konnte am vorbeilaufen nichts erkennen.

„Stopp. Ich möchte da rein", sagte ich zu Damiano und zog ihn in die Richtung des Raumes.

Wir liefen rein und bekamen von der Frau am Eingang eine schwarze Brille in die Hand gedrückt.

„Für was ist das?", fragte Damiano die Frau neugierig.

„Damit sie die Nordlichter erkennen können. Da es nur eine Simulation ist, benötigen sie die Brille dafür", sagte sie freundlich.

Wir liefen also in den Raum rein und setzten uns in die Sessel. Gespannt blickten wir nach oben und schon nach kurzer Zeit konnte man die Lichter erkennen. Hinten dran lief eine leise Melodie, die mich an Zuhause erinnerte. Mein Herz zog sich etwas zusammen und ich verspürte ein leichtes ziehen. Ich vermisste mein Zuhause.
Die Simulation ging 10 Minuten, doch von mir aus hätte sie länger gehen können.

I wanna be yours|| Damiano David FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt