,,Wie meinst du das...?'' fragte ich ihn, er schaute mich an. Diese Unsicherheit, die er plötzlich von sich gab, machte mich wiederum unsicher.
,,Ich habe Lungenkrebs und Hemiparese'' sagte er. Ich wusste wirklich nicht, was ich denken, tun oder sagen sollte. Ich war innerlich so schockiert, dass ich mich nicht einmal bewegen konnte.
,,Der Grund wieso ich die letzten Tage nicht da war, ist, dass ich im Krankenhaus war...'' erzählte er nun.
Er war im Krankenhaus? Hieß das, dass er...?
Ich konnte nicht anders und zog ihn sofort in eine feste Umarmung. Er erwiderte sie sofort, doch ich bemerkte auch, dass von ihm anscheinend eine gewaltige Last fiel, denn ich spürte, wie mein Shirt sich an meiner Schulter durchnässte. Vergesst nicht, in Anity konntest du alles spüren.
Leider blieben auch mir keine Tränen enthalten. Der Gedanke, dass ich ihm Vorwürfe gemacht hatte und nicht einmal den Hintergrund seines Handelns kannte, baute in mir ein riesiges schlechtes Gewissen auf.
,,Es tut mir leid, ich bin einfach so ein Egoist...'' murmelte ich. Er schaute mich Ernst an.
,,Bist du nicht, George'' sagte er. Er schien einmal kurz nachzudenken.
,,Tu mir einen Gefallen'' fing er an.
,,Alles'' sagte ich dazwischen.
,,Behandele mich bitte jetzt nicht wie irgendeinen Sonderfall okay...? Ich bin immer noch derselbe, wie vorher'' fuhr er fort.
,,Warum sollte ich das auch tun'' scherzte ich und boxte ihm lachend gegen die Schulter. Er lächelte mich dankbar an.
Es waren ein paar Stunden vergangen, mittlerweile hatte sich alles auch ein wenig beruhigt. Wir lagen gerade am Teich und lauschten einfach der Natur um uns herum. Ich lag auf Clay's Schoß mit meinem Kopf, während er über meine Haare streichelte.
,,Das mit dem es kann nichts romantisches zwischen uns sein, können wir wieder vergessen, oder?'' fragte ich vorsichtshalber nach, da wir danach nicht mehr darüber gesprochen hatten.
Ich hörte ich seufzen, was nichts gutes heißen konnte.
,,Eigentlich schon, aber es ist eigentlich auch nicht richtig...'' fing er an.
,,Du hast mit mir keine richtige Zukunft...meine Lunge könnte zu jeder Zeit den Geist vollständig aufgeben und das wär's dann gewesen...'' fuhr er fort.
Ich richtete mich auf und schaute ihm in seine strahlend grünen Augen.
,,Was ist schon richtig oder falsch? Und zu dem anderen...du könntest dich in Anity hochladen lassen, wenn du...du weißt schon und dann wäre eigentlich auch nichts anders...'' entgegnete ich ihm etwas unsicher.
,,Du würdest eine Beziehung mit einem Toten in Anity führen wollen? Freiwillig?'' scherzte er, meinte es jedoch auch Ernst. Ich zuckte mit meinen Schultern.
,,Für dich würde ich alles tun'' antwortete ich ihm.
,,Ich weiß, dass ist das Problem'' murmelte er.
,,Warum soll das ein Problem sein?'' fragte ich irritiert.
,,Weil du so deine Chance auf etwas echtes mit jemanden weg wirfst'' antwortete er.
,,Das hier ist auch echt'' entgegnete ich ihm. Er legte seinen Kopf schief und schaute mich an.
,,Wir befinden uns in Anity, George...hier ist eigentlich nichts wirklich echt...'' sagte er.
,,Ja ich weiß, aber du weißt doch wie ich das meine'' nun legte ich meinen Kopf schief und schaute ihn an.
,,Wie kannst du dich nur so in mich verknallt haben'' lachte er.
,,Du doch genauso'' lachte ich ebenfalls.
,,Ja, du aber zuerst'' sagte er.
,,Woher willst du das wissen?'' neckte ich ihn. Er packte mich an meinem Shirt und zog mich zu sich. Er lehnte sich bereits in den Kuss, doch stoppte kurz vor meinen Lippen.
,,Weil ich es schon lange, bevor es zum Kuss kam, wusste'' hauchte er und schloss letztendlich den Millimeter zwischen unseren Lippen.
Als wir uns lösten und anschauten, wagte ich es einfach.
,,Clay...''
,,Hm?'' machte er.
,,Lass mich dich besuchen kommen, bitte''
Seine Augen weiteten sich, er seufzte.
,,Wovor hast du Angst?'' fragte ich ihn.
,,Ich will nicht, dass du mich so siehst...'' murmelte er.
,,Wie denn?'' fragte ich.
,,Ich bin ein Krüppel. Auch, wenn ich nicht so behandelt werden will, ändert es nichts an der Tatsache...'' sagte er.
,,Für mich bist und warst du es nie'' entgegnete ich ihm.
Wir schauten uns tief in die Augen, er schien nachzudenken.
,,Okay'' sagte er nun.
,,Okay heißt was?'' fragte ich nach.
,,Du kannst mich besuchen kommen''
Ich fiel im quasi erneut in die Arme und freute mich, dass er mir endlich alles anvertrauen konnte und ich ihm bald schon gegenüber stehen würde.
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Humanity
Fanfiction》All i want is to know, if you really exist and where you are...《 Was, wenn es eine Welt geben würde, in der du sein kannst wer du willst und machen kannst was du willst. Was, wenn dich diese Welt aus deiner Realität in ihren Bann zieht und diese W...
