Kapitel 17.1

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»Die Stärke deines Herzens kann
dir keiner nehmen. Sie überlebt
sogar den Tod!«

– Clove Whitefield
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Das Flugobjekt, in welches wir stiegen, war größer als das, mit dem Nik und ich geflogen waren – es umfasste Platz für sechs Personen

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Das Flugobjekt, in welches wir stiegen, war größer als das, mit dem Nik und ich geflogen waren – es umfasste Platz für sechs Personen. Der Commander übertrug den anderen beiden Frauen unseres Teams die Aufgabe, die Drohne zu fliegen, während er und Myron sich uns gegenüber auf den Sitzen niederließen.

Für die ersten Minuten des Fluges herrschte eine drückende Stille, die ich nutzte, um Circle erneut von oben zu betrachten. Wir flogen über die vierte Zone, der ich sehnsüchtig mit den Augen folgte, während ich versuchte, einen Blick auf unsere Hütte zu erhaschen. Die Frage, ob es mir besser ergangen wäre, wenn ich mein Zuhause verlassen hätte, drängte ich schnell wieder zurück. Ich riskierte damit nur, das Ziehen, welches sich sofort in meine Brust geschlichen hatte, stärker werden zu lassen. Dann würde ich die Fassung verlieren und das könnte ich mir vor allem gegenüber dem Commander nicht leisten. Ich hatte sowieso die ganze Zeit das Gefühl, er würde mich beobachten und nur auf das kleinste Zeichen von Schwäche warten, um es sich zunutze zu machen.

Als wir die Mauer der Stadt überquerten, teilte sich die Kuppel wie von Zauberhand und ließ uns passieren. Aus dem gläsernen Heck der Drohne konnte ich gerade noch beobachten, wie das Gewebe wieder seine ursprüngliche Form annahm.

Meinen Blick musste ich förmlich losreißen, denn unter uns machte sich nun in seinem ganzen Ausmaß der Anblick des äußersten Ringes breit. Die Weite des Geländers konnte ich kaum mit den Augen erfassen, denn es schien sich bis über den Horizont hinweg zu erstrecken und ich war mir nicht sicher, ob es überhaupt ein Ende dieser trostlosen Steppe gab. Einige Meter hinter der Mauer beschränkte sich der Boden, auf Staub und vereinzelt platzierte Felsen und Schutt, die kaum vermuten ließen, dass hier einmal Gebäude gestanden oder Menschen gelebt hatten. Der größte Teil war sowieso mit dem trüben, weißen Nebel überzogen, der mir die Sicht auf den Boden raubte.

Doch, sobald wir einige Minuten geflogen waren, veränderte sich die Landschaft nach und nach. Umrisse von Ruinen wurden langsam sichtbar, die mich an die nachgestellten Kulissen der Simulation in der zweiten Zone erinnerten. Doch hier schien die Zerstörung noch viel größer gewesen zu sein und das erste Mal sah ich, was die Bomben damals angerichtet hatten.

Die Minuten vergingen und die Landschaft zog unter uns dahin, ohne dass wir überhaupt ein Zeichen von Leben erblickten. Der äußerste Ring war wie ausgestorben und dafür, dass es hier von Rebellen wimmeln sollte, fragte ich mich allmählich, ob es überhaupt welche gab.

Meine Zweifel lösten sich langsam in Luft auf, als Sergeant Kane die Drohne in eine Linkskurve drängte und schließlich das Tempo drosselte. Vor uns zeichnete sich aus dem immer gleichen Braun des staubigen Bodens Umrisse einer großen Felsformation ab, die sich mit jedem Meter, den wir uns näherten, zu der Ruine zusammenfügte. Anders als auf den Luftaufnahmen, die wir auf dem Tisch betrachtet hatten, wirkten die scharfen Kanten des einstigen Gebäudekomplexes um einiges bedrohlicher und finsterer. Dieser Ort schien mir ein hervorragendes Versteck für Rebellen zu sein, doch auch hier sah ich keine Anzeichen für menschliche Anwesenheit.

Captured | Band 1Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt