[•Wenn die WAHRHEIT dein TODESURTEIL ist ...•]
Clove wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich eine Wächterin zu sein. Sie will in die Fußstapfen ihres Vaters treten, die Stadt vor Gefahren schützen, und so auch ihrer Familie ein besseres Leben bi...
┎ ┅ ╍ ┒ »Den Bewohnern der Stadt Circle ist es nicht erlaubt, die Mauer zu überqueren und die fünfte Zone zu betreten. Der Versuch, sei er erfolgreich oder nicht, wird als Verrat gegen- über der Stadt Circle und ihren Bewohnern angesehen und mit dem Tod geahndet. Das Gericht verzichtet bei solch einer Missachtung des Gesetzes auf eine Anhörung der Gründe des Verräters.«
– aus dem Gesetz von Circle zur Garantie des Friedens ┖ ╍ ┅ ┚
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Der Versuch, mich an meiner Mutter vorbeizuschleichen, war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Erst quietschte die Tür, dann knarzten die Dielen des Holzbodens und zu allem Überfluss blieb ich auch noch mit der Jacke am Stuhl hängen, der ein protestierendes Krachen von sich gab, als er umfiel. Schnell stellte ich ihn wieder auf. Augenblicklich schob sich der Kopf meiner Mutter in den Rahmen der Küchentür.
»Clove!«, rief sie freudig und stürmte auf mich zu. Sie zog mich in eine liebevolle Umarmung und traf dabei ausgerechnet meine Wunde. Ich kniff die Augen zusammen und biss mir auf die Wange, um nicht laut loszuschreien. Sanft drückte ich sie von mir.
»Hi, Mum«, erwiderte ich ein wenig atemlos. Sofort trat ein alarmierter Ausdruck auf ihr Gesicht und ihr Blick scannte mich. Er blieb an der Jacke hängen, die ich trug. Maddox hatte mir eine von seinen gegeben, da er der Meinung gewesen war, ein abgerissener Ärmel würde meine Mutter noch schneller darauf hinweisen, dass etwas nicht stimmte. Ich hatte ihm lachend zugestimmt.
»Irgendetwas ist anders«, sagte sie nachdenklich. »Ist was passiert?«
Ich schüttelte den Kopf und versuchte so unbedarft auszusehen, wie ich konnte. »Wir haben zwei Rehe gefangen. Maddox wollte mir unbedingt noch zeigen, wie man sie häutet«, erklärte ich, schob mich schnell an ihr vorbei und ging in die Küche, um mir die Hände zu waschen.
»Die Jacke ...«, murmelte Mum, ohne mir anscheinend richtig zugehört zu haben, woraufhin ich mich versteifte. Verdammt, das ging schnell. »Die Jacke, wo hast du die her?«
Ich verfluchte innerlich ihren Adlerblick.Langsam drehte ich mich zu ihr.
»Hm?«, machte ich, obwohl ich sie ganz genau verstanden hatte.
»Clove, wo hast du die Jacke her?« Ihre Stimme hatte eine Schärfe, die mich zurückzucken ließ und mir das Gefühl gab, jede Lüge auf zehn Meter Entfernung bei Gegenwind riechen zu können.
»Von Maddox ...« Es ärgerte mich, dass meine Antwort eher nach einer unsicheren Frage klang als nach der selbstbewussten Wahrheit, die sie eigentlich darstellen sollte.
Meine Mum kniff die Augen zusammen. »Ich weiß, wenn du lügst! Woher hast du die Jacke?«, sagte sie noch nachdrücklicher. »Ich frage dich nicht noch einmal!«