{A little Timeskip About a few Months}
Jung Wooyoung
Ich hatte die letzten zwei Monate wirklich sehr genossen und gleichzeitig gehasst. Die Zeit, die ich während ihnen mit San verbringen konnte, hatte mir so oft, wie in den letzten Jahren nicht mehr, ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Ich wusste nicht, wie er das schaffte, aber er schaffte es. Ich verbrachte meine meiste Zeit bei ihm. Selten wendete ich mich auch mal an Taeyong und dessen Freunde, wenn San gerade keine Zeit hatte oder was mit Hongjoong tun wollte.
Was ich an den den letzten Monaten gehasst hatte, waren die Therapien - insbesondere bei Dr. Choi. Dieser 'Arzt' war das grausamste, was dir je geschehen konnte. Auch das Essen musste ich mir immer hinunterwürgen, aber mit der Zeit gewöhnte man sich daran.
Heute war Samstag, also war wieder Besucherzeit. Was mir auch in den letzten Monaten auffiel, war, dass San nie Besuch bekam. Meine Großeltern waren einmal vorbeigekommen, aber sonst hatten sie kaum Zeit. Ich hatte letztes Wochenende San mal darauf angesprochen, jedoch meinte er bloß, dass er keinen bekam.
Ich saß heute im Aufenthaltsraum und redete etwas mit Taeyong und Co. Heute erwartete ich keinen Besuch. YangYang redete wieder mit der Luft. Taeyong und Mark hatten mir mal leise erklärt, dass er Gespräche mit seinem verstorbenem Freund führte. Damals hatte ich nur verständnisvoll genickt und ich ließ YangYang machen. Ändern konnte ich schließlich sowieso nicht. Manchmal fragte ich ihn, wie es Lucas gerade ging. Da verstummte er kurz und schien zu überlegen, ehe er einfach nickte.
Mein Ziel war es, YangYang so zur Realität zu stupsen, ohne ihn zu verletzen. Und ich hatte das Gefühl, dass es besser funktionierte als diese Therapien hier.
Naja, wie dem auch sei. Wir redeten ruhig, als sich ruhig die Tür öffnete. Eine Schwester schaute herein. "Liu YangYang, Jung Wooyoung, würdet ihr bitte kommen?", rief sie ruhig in den Raum herein. Sie war eine der erträglichen Art.
Ich ließ ein leises Seufzen erklingen und erhob mich zeitgleich mit YangYang. Gemeinsam trotteten wir der jungen Dame hinterher. Sie führte uns in einen Warteraum.
Während wir durch die Gänge liefen, erklärte sie: "YangYang, deine Eltern sind vor drei Wochen erwacht und sind heute hier um dich zu sehen." Der für mich Jüngere blieb stehen und starrte sie geschockt von der Neuigkeit an. Dann nickte er vorsichtig und wir liefen weiter. An mich richtete die Schwester sich leider nicht.
Als wir bei dem Warteraum ankamen, meinte sie noch zu mir: "Warte bitte hier, Wooyoung. YangYang, komm mit zu deinen Eltern." Der andere Junge nickte und folgte der Schwester. Ich setzte mich schweigend auf einen der Wartesitze. Warum war ich auch geholt worden?
Ich saß gefühlt eine Ewigkeit dort, als sich die Tür zum Warteraum wieder öffnete und die Schwester gefolgt von zwei Personen hereinkam. Eine davon war Yeosang, mein bester Freund. Der andere ein Junge, der ihn begleitet zu haben schien.
Als ich meinen besten Freund erblickte sprang ich sofort auf. Ich hatte ihn seit dem schicksalhaften Tag, an dem ich mich versuchte umzubringen nicht mehr gesehen. Man hatte uns nämlich keine Chance zum Abschied gegeben. Und da ich ja inzwischen einige Monate hier war, freute es mich doch ersichtlich ihn zu sehen. Es war wie ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass ich doch nicht ganz allein gelassen war.
Ich warf mich um den Hals Yeosangs und nuschelte leise: "Was machst du denn hier? Warum hast du nicht gesagt, dass du kommen wirst?" "Naja, es sollte eine Überraschung sein", meinte er etwas verlegen. "Eine gelungene", gab ich zurück und er lächelte erleichtert.
Wir gingen durch das Gebäude, da ich sie zu meinem Zimmer bringen wollte, damit wir in Ruhe reden konnten. "Und wer bist du?", fragte ich auf dem Weg Yeosangs Begleiter, der sich immer wieder nervös umsah, als erwartete er, hier jemanden zu treffen, den er nicht treffen wollte. "Ich bin Choi Jongho. Ich bin seit zwei Monaten mit Yeosang zusammen", stellte er sich vor. "Ah, das freut mich für euch", meinte ich und lächelte ihnen zu.
Nach einer Weile kamen wir endlich bei meinem Zimmer an. Das musste ja auch unbedingt am Ende der Anstalt liegen. Naja, egal. Jongho blickte kurz undefinierbar auf das Schild neben Sans Zimmertür, wo der Name meines Freundes - konnte ich unsere Beziehung Freundschaft nennen? Ich denke schon - zu sehen war. Aber dann gingen wir in mein Zimmer.
Yeosang schaute sich um. "Hell", kommentierte er einfach. Ich nickte und setzte mich aufs Bett. Yeosang setzte sich neben mich und Jongho setzte sich an den Schreibtisch und drehte den Stuhl zu uns. "Sehen alle Zimmer gleich aus?", fragte er. "Soweit ich weiß ja. Nur haben die, die schon länger hier sind, glaube ich ihre Zimmer dekoriert. So mit Plakaten oder so", erklärte ich. Jongho nickte verstehend.
"Wie geht es dir hier?", fragte Yeosang mich nun. "Nun, es ist scheiße langweilig hier. An den Werktagen immer verschiedene Therapien mit Leuten, die nicht mal verstehen, warum wieso und weshalb. Und das Essen, du kannst dir nicht vorstellen wie eklig es ist. Ich kotze immer fast davon. Aber wenn du nichts isst, lassen sie dich nicht gehen, damit die Magersüchtigen auch ja was zu sich nehmen. Hilft ja ganz sicher", ich rollte mit den Augen über die idiotischen Ärzte dieser Anstalt. "Und es gibt noch mehr sinnlose Regeln. Echt scheiße", meinte ich.
Wir redeten noch eine Weile bis irgendwann die Frage kam, die kommen musste. "Warum hast du das versucht?", fragte Yeosang ruhig. Er hatte eine Hand auf meinen Rücken gelegt. "Weil... ich wollte endlich wieder bei ihr sein... und mich geliebt fühlen...", murmelte ich leise. Mit Yeosang konnte ich ehrlich sein. Ich wusste, er würde es den Ärzten oder sonst wem niemals erzählen. Er nickte verstehend und zog mich in eine tröstende Umarmung. Ich kuschelte mich an meinen besten Freund. So verharrte ich eine Weile.
"Ich geh mal ein wenig mich draußen umsehen... du weißt schon Sangie...", meldete sich nach einer Weile Jongho zu Wort. Ich schaute zu Yeosang der verstehend nickte. "Viel Glück", meinte er und ich blickte fragend zu ihm. Er schüttelte nur den Kopf, um zu zeigen, dass es was privates von Jongho war und ich nickte bloß und schaute zu, wie der andere den Raum verließ.
!!!Achtung!!!
Alles, was hier geschrieben steht, ist rein fiktiv und soll auf gar keinen Fall Körperverletzung, Mord, sexuellen Missbrauch und weitere absolut schlimme Verbrechen verharmlosen. Auf keinen Fall das geschriebene nachahmen und sollten euch Gedanken bezüglich bestimmten Themen wie zum Beispiel: Suizid oder Selbstverletzung durch den Kopf gehen, dann sprecht bitte mit jemanden darüber und lasst euch helfen. Aber euch muss klar sein, dass man sich nur helfen lassen kann und sich bessern kann, wenn man das will. Wenn man sich die Hilfe aufzwingt oder aufzwingen lässt nützt es rein gar nichts.
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Hey Darlings~~
Wie geht's euch? Ich hab endlich auch mal Called Psycho wieder geupdatet, ich hoffe, es hat euch gefallen^^
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ℭ𝔞𝔩𝔩𝔢𝔡 𝔓𝔰𝔶𝔠𝔥𝔬ʷᵒᵒˢᵃⁿ
FanfictionChoi San ist schon eine ganze Weile in der geschlossenen Anstalt. Manchmal hat er seinen Spaß mit den anderen 'Patienten', aber meistens langweilt er sich dort einfach. Zumindest, bis Jung Wooyoung in das Nachbarzimmer einzieht... denn dieser Junge...
