Zara
Die anderen nahm ich alle nur im Augenwinkel wahr, während Milan mich die Treppen langsam hochtrug. Es war schon anstrengend genug mich zusammenzureißen, ohne ihn anzukotzen. Da würd ich mir wahrscheinlich selber in den Kopf schießen, wenn ich mich so bei ihm blamieren würde.
Aber das ich mich übergebe, würde sicher noch kommen. Meine einzige Hoffnung war, dass ich da alleine im Bad sein würde und mich keiner dabei beobachten würde.
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Milan's Worte brachen mir das Herz. Sie ließen einen Schmerz durch mein Herz gehen, denn ich so für andere nie empfunden hatte. Er sagte Unerreichbar. Er dachte wirklich, dass ich für ihn unerreichbar sei, nur weil ich gezwungenermaßen eine Prinzessin war. Dabei wusste er und die anderen doch auch, dass ich auf diesen Titel garnichts gab. Es hatte für mich keinerlei Bedeutung.
Es war auch das erste Mal, dass ich mitbekam, dass er solche Gefühle für mich hegte. In seinen Augen erkannte ich aber ganz genau, dass er ehrlich zu mir war und auch nicht wirklich erwartete, dass da was von mir kam. Er war zufrieden mit dieser einseitigen Liebe.
Bisher bin ich davon ausgegangen, dass er mich gar nicht leiden konnte und er ehrlich gesagt einen Groll gegen mich hegte, weil er mir jedes Mal aus dem Weg ging. Wirklich jede Gelegenheit nutzte er aus, um zu verschwinden und mich nicht ansehen zu müssen.
Er war nicht der einzige, dass selbe tat auch Luis immer. Bei Milan war er nur noch stärker als bei Luis. Es fühlte sich immer so an, als würde er alles lieber tun, als nur eine Sekunde mit mir alleine sein zu müssen.
Jetzt wusste ich aber wenigstens den Grund dafür.
Ich hätte ihm so gerne eine richtige Antwort gegeben, aber ich wusste nicht genau, was ich sagen sollte. Ich wusste ja auch nicht genau, was ich darüber denken sollte. Mir war nicht ganz bewusst, ob die Gefühle der Wahrheit entsprachen oder er sich diese nur einbildete.
Ich wusste er glaubte das wirklich, aber ich war sicher, dass er nicht ganz Herr seiner Sinne war, durch das was ihn an mich band.
Vielleicht aber war das auch sein Pflichgefühl mir gegeenüber. Vielleicht fühlte er sich verpflichtet dazu, mich zu lieben, weil sein Leben an meines gebunden war. Vielleicht redete er sich das ganze seit Jahren ein, um seine Aufgabe als Beschützer besser erfüllen zu können.
Milan wirkte auf mich so, als würde er für die Frau die er wirklich liebte, alles tun. Für mich musste er alles tun. Nicht weil ich ihn je zu etwas gezwungen hätte oder vorhatte es zu tun, aber er zwang sich selber.
Jedes Wort von mir nahm er wie einen Befehl an, auch wenn es nie einer war.
Mit diesen mehr als nur verwirrenden Gedanken schlief ich irgendwann ein. Ich versuchte die ganze Zeit, diese Gefühle und diese Gedanken irgendwie in Einklang zu kriegen oder sie wenigstens zu verstehen und zu ordnen. Für die nächsten Tage stand aufjedenfall fest, was ich tun würde:
Mehr über die Verbindung rausfinden.
Mehr über ihr Pflichbewusstsein rausfinden.
Mehr über ihre Gefühle und ihre Leben rausfinden.
Der Blick in den Spiegel am Morgen war eindeutig ein Fehler. Ich sah genauso scheiße aus, wie ich mich auch fühlte gerade. Verkatert. Übel war mir auch noch. War nicht anders zu erwarten.
Zum Glück war ich schon im Bad, als es mir dann hochkam und ich mich übergab. Während ich an der Kloschüssel hing, ließ ich meinen Blick zu dem Mann an der Türe schweifen, der sich dran gelehnt hatte und leise lachte. Trotzdem sah ich seine Sorge in den Augen, als er in meine Augen sah.
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Zara
VampirosAaron. Milan. Rafael. Gabriel. Luis. Das sind die Namen ihrer Beschützer und der Männer die bereit sind jeder Zeit ihr Leben für ihres zu geben. Bisher wusste Zara nichts von ihrem Glück eine Prinzessin zu sein oder gar eine unsterbliche. Unsterblic...
