nineteen

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Mein Körper ist wie eingefroren. Ich spüre, wie sich Panik in mir breit macht und ich suche verzweifelt nach den richtigen Worten. Alles in mir sehnt sich danach, diesem Moment zu entfliehen, denn meine Antwort wird den Raum voller Menschen nicht glücklich stimmen. Es ist einfach der falsche Zeitpunkt. Wir hatten keine Möglichkeit, die Situation in Ruhe zu besprechen.


Meine wässrigen Augen schenken ihm einen entschuldigenden Blick. Langsam schüttle ich den Kopf. "Nicht so, Dylan." Der Schock steht ihm ins Gesicht geschrieben. Noch immer kniet er auf einem Bein vor mir und hält die kleine Samtbox geöffnet. Seufzend fahre ich mir durch die Haare und blicke durch das Restaurant. Claire steht ein paar Meter von uns entfernt und mustert mich traurigen Blickes.

Ich schlucke und schließe die Box in Dylans Händen sanft. Vorsichtig greife ich ihn am Arm und ziehe ihm andeutend daran, in der Hoffnung, dass er gleich aufsteht. Wie in Trance geht er meiner Bitte nach und versteift sich merklich. Im Restaurant beginnt ein Getuschel und ich spüre, wie sich so langsam die Blicke von uns abwenden.

Der Stein auf meinem Herzen liegt dort schwer und ich wünschte, er hätte mir diese Frage nicht in einem so öffentlichen Rahmen gestellt. "Können wir draußen reden?", ich blicke ihm in die Augen, doch er erwidert meinen Blick nicht. Er muss ziemlich durch den Wind sein. Er nickt gedankenverloren und läuft vor, um das Restaurant zu verlassen. Ich folge ihm beschämt, nicht jedoch ohne Claire einen prüfenden Blick zuzuwerfen. Auf ihrem Gesicht erkenne ich Reue.

Die kühle Luft streift meinen Körper und ich schlinge schützend meine Arme um mich herum. Ich mustere Dylan sorgfältig. Sein Stolz scheint mir deutlich gekränkt zu sein. "Dylan, ich konnte den Antrag jetzt nicht einfach so annehmen. Es steht noch zu viel Ungeklärtes zwischen uns." Seufzend streife ich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Der hochgewachsene Mann vor mir schweigt betreten und kickt mit dem Schuh ein paar Kieselsteine durch die Gegend.

"Mein Antrag hat doch verdeutlicht, dass ich mich getäuscht und dir verziehen habe." Seine Worte lassen mich wütend aufschnauben. "Du hast mich total überrumpelt! Außerdem brauche ich vielleicht noch etwas Zeit, um dir zu verzeihen?" Meine Frage trieft vor Ironie. Als wären seine Gefühle die einzigen von Relevanz. Er zieht überrascht die Augenbrauen hoch und bringt mich zum Kopfschütteln.

"Hast du dich einmal in meine Lage versetzt? Die ganze Klatschpresse stellt mich als eine Betrügerin hin, weil sich dein bester Freund mir aufgedrängt hat und die Person, der ich am meisten vertraut habe, hat dieses Vertrauen nicht erwidert! Du hast dich nicht wie mein Partner verhalten!" Ich wollte es nicht, aber die letzten Worte schreie ich wütend heraus. Die ganze Zeit über habe ich meine Enttäuschung und Frustration in mich reingefressen.

Er blickt reuevoll auf mich herunter und ergreift meinen Arm. Doch ich entziehe ihm diesen gleich wieder. Frustriert fährt er sich durch die Haare und boxt geladen gegen eine Litfaßsäule neben uns. Ich zucke schockiert zusammen und schweige. "Wieso können wir diesen beschissenen Vorfall nicht einfach vergessen?", flucht er leise. "Weil es mich immer noch verletzt", flüstere ich zurück und lasse ihn einfach dort stehen. Ich rufe mir ein Taxi und flüchte zu Claire nach Hause. Diese Nacht werde ich kein Auge zu machen können.

Meine Vermutung bewahrheitet sich und am nächsten Morgen blicke ich im Spiegel in meine tiefen Augenringe. Seufzend begebe ich mich in Richtung der Küche. Dort erwartet mich bereits Claire und hält mir eine Tasse Kaffee hin. "Danke", breche ich unser Schweigen und nehme genüsslich einen Schluck. Sie stellt ihre Tasse geräuschvoll ab und blickt mich ernst an. "Es tut mir leid, dass ich Dylan dazu geraten habe, diesen Schritt zu gehen. Ich dachte, du würdest es auch wollen." Ihre Worte sind aufrichtig und ehrlich.

"Ich verstehe, dass du nur das Beste für mich willst. Aber dieser öffentliche Ort? Das bin doch nicht ich", gebe ich etwas bedrückt zu. So langsam realisiere ich, was überhaupt passiert ist. Ich habe in aller Öffentlichkeit einem Mann gesagt, dass ich ihn nicht heiraten will. Niemals hätte ich gedacht, dass ich so etwas jemals machen würde.

"Vielleicht habe ich einfach nur meine eigenen Träume gesehen. Ohh man, ich fühle mich so schlecht. Ich habe ihm noch zugesprochen." Sie beißt sich bedrückt auf ihre Unterlippe und lehnt sich gegen den Küchentresen. "Claire, mach dir keinen Kopf. Das ist eine Sache zwischen Dylan und mir", versuche ich sie zu beruhigen und nehme einen Schluck von meinem Kaffee.

"Was hast du jetzt vor?", stellt sie die Frage, die mich die ganze Nacht über beschäftigt hat. Schulterzuckend gebe ich zu, keinen Schritt vorangekommen zu sein. "Unabhängig von Dylan werde ich mir jedoch erstmal eine Bleibe und einen Job in einer Schule suchen. Vielleicht wird es kein Lehramtsstudium, aber ich kann erstmal in der Nachmittagsbetreuung aushelfen." Meine Stimme klingt fest und bestimmt. Diese Entscheidung ist getroffen.

Claire fällt mir glücklich in die Arme und drückt mich fest. "Das freut mich so sehr, Süße." Wir verweilen noch eine Weile in der Umarmung, bis wir durch das Klingeln an der Haustür unterbrochen werden. "Ich kann mir schon denken, wer es ist", seufze ich angespannt und verabschiede mich damit von meiner Freundin, um den Türöffner zu betätigen.

Keine 5 Minuten später sitzen Dylan und ich auf der Couch im Wohnzimmer. Claire hat ihm gerade einen Kaffee gebracht und sich dann von uns beiden verabschiedet. Die Stille im Raum bringt mich um den Verstand. "Wie geht es fortan mit uns weiter?", stelle ich ihm meine Frage. Dylan blickt betreten auf seine Hände und schluckt merklich. "Ich weiß es nicht, ich habe Sorge, dass ich zu viel möchte." Seine Ehrlichkeit rührt mich und ich überwinde mich, meine Hand auf seinen Arm abzulegen.

"Dylan, was passiert ist, ändert rein gar nichts an meinen Gefühlen für dich." Er blickt mir heute das erste Mal in die Augen. Sie sind von einem unglaublich tiefen Schmerz geprägt und erinnern noch kaum an die fröhlichen Augen, in die ich mich einst verliebt habe. "Liebst du mich noch?" Seine Frage scheint ihn sehr zu belasten, denn eine kleine Träne rennt gerade seine Wange herab. Meine Hand wischt ihm diese instinktiv weg und ich lächle ihn behutsam an. "Natürlich liebe ich dich."

Me and my Millionaire 2Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt