Als am nächsten Morgen mein Wecker klingelt, quäle ich mich förmlich aus dem Bett. Erschrocken muss ich feststellen, das ich meinen Wecker nicht richtig gestellt habe und es 6 Uhr ist.
,,Ne!", fluche ich leise.
Nach kurzem überlegen springe ich unter die Dusche und ziehe mir einen dicken Pulli an. Mit Kuschelhose und warmen Socken ausgestattet geht es in Wohnzimmer. Ich versuche so wenig Lärm wie möglich zu machen, die anderen sollen ruhig noch schlafen. Eigentlich will ich mir einen Kakao machen, doch ein unangenehmes Ziehen in der Hand erinnert mich an den Verbandswechsel.
,,Na gut. Dann halt erst das", murmel ich und schleiche Richtung Bad.
Nach dem ich mir mehr oder weniger schmerzfrei den Verband gewechselt habe, mache ich mir einen Kakao. Eigentlich bin ich währenddessen nur halb anwesend. Meine andere Hälfte liegt noch im Bett. Wo ich jetzt auch am liebsten wäre. Halb tot schneide ich mir einen Apfel und eine Banane, welche mit genauso viel Begeisterung in meinem Müsli landen.
Inzwischen ist es fast 8 Uhr und ich meine Geräusche aus Jacky's Zimmer zu hören. Kurz darauf kommt sie die Treppe runter.
Ich begrüße sie mit einem ,,Du siehst scheiße aus" und bekomme dafür von ihr:,, Ich hab ja auch einen anstrengenden Tag gehabt und muss schon wieder so früh aufstehen!"
,,Ach übrigens, du siehst nicht besser aus", schiebt sie hinterher während sie sich einen Tee macht.
,,Ich liebe den Rettungsdienst ja, aber an die Zeiten werde ich mich nie gewöhnen", nuschelt Jacky während sie probeweise den Zeigefinger in ihren Tee hält.
,,Autsch heiß!"
Ich muss mir ein grinsen verkneifen und sehe ich dabei zu, wie sie ihren Finger anpustet. Dann fällt mein Blick auf die Uhr und mir fallen fast die Augen aus dem Kopf.
,,Es ist gleich 8! Jacky, wir müssen los!"
Entsetzt stellt sie ihre Tasse weg und wir ziehen uns in Rekordzeit an und rennen zum Bus.
Den erwischen wir heute auch.
,,Ein Glück", nuschelt Jacky während wir uns einen Platz suchen.
Davon gibt es tatsächlich einige. Lediglich ein älteres Ehepaar und 3 junge Männer sind im Bus. Die 3 scheinen leicht angetrunken zu sein, daher halten wir uns von ihnen fern.
Ein paar Haltestellen weiter sind wir bei der Rettungswache. Jacky steigt aus, ich folge ihr. Hinter uns verlassen auch die 3 Männer den Bus.
Eigentlich wollen wir schnell in die Wache, schließlich müssen wir bald ausrücken, doch hinter uns ertönt ein Geräusch, welches mich zusammenzucken lässt.
Es klingt nach einem Würgen, vermischt mit Husten.
Alarmiert fahre ich herum und kann gerade noch ein paar Schritte zur Seite machen, ehe das Erbrochene die Stelle berührt, an der ich bis eben noch gestanden habe.
Mir wird ebenfalls leicht schlecht, ich muss mich abwenden um den Brechreiz zu unterdrücken. Jacky hingegen scheint kein Problem damit zu haben. Sie geht auf dem jungen Mann zu und hält ihm die etwas längeren Haare aus dem Gesicht. Nachdem er sich beruhigt hat, bedankt er sich und zieht mit seinen Kumpels weiter.
Jacky rennt in die Wache und ich folge ihr. In Sekunden sind wir umgezogen und hüpfen die Treppen zur Fahrzeughalle runter. Dort warten auch die anderen schon. Nachdem die Fahrzeuge ebenfalls in Sekunden kontrolliert, gereinigt und aufgefüllt wurden, fahren wir zum Markt.
Wieder mit 3 RTW's und 1 NEF. Paola ist immernoch krank und Flo geht es ähnlich beschissen, laut Thomas zumindest.
,,Willst du ein Bonbon?", fragt Marion, während sie durch die Stadt fährt.
Dankend nehme ich an und sehe mir die Straße an. Am Rand wir ein Straßenschild ausgetauscht und auf dem Spielplatz gegenüber spielen ein paar mutige Kinder in der Kälte.
Inzwischen sind wir am Markt angekommen und bauen wieder unsere Zelte auf. Heute läuft alles wesentlich routinierter ab.
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Sorgenkind
FanfictionNala: ein nettes,hilfsbereites und kluges Mädchen. Sie hast es wenn andere sich Sorgen um sie machen. Ihre eh schon instabile Welt scheint zusammen zu brechen, als ihr Vater ins Krankenhaus muss, und ihre Mutter sich nicht um sie kümmern will. Sie...
