V. Der Sieg

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Das größte Drama war am Ende des Liedes, als er Mal als Begleitung zur Krönung fragte, sie ja sagte und Audrey verkündete, dass sie mit Chad Charming zusammen war.

Damit war dann auch das Event vorbei. Elias war schneller von den vielen Menschen weg, als ich gucken konnte. Ich fing Josefs fragenden Blick auf und deutete auf meine Ohren, dann auf die Leute neben mir. Zu laut, zu viele Menschen.

Er seufzte sichtlich, bevor er Jay noch einmal auf den Rücken klopfte, dem Coach etwas zurief und Elias hinterherging.

Ich hingegen drängte mich durch die Leute, bis ich bei den Cheerleadern ankam. Als Heidi mich sah, kam sie sofort zu mir. "Elias ist es wieder zu viel geworden, huh?" Ich nickte. "Er wollte schon nach den ersten fünf Minuten weg." Sie lachte leicht. "Das muss ein persönlicher Rekord sein. Normalerweise schafft er zehn."

Mit den Cheerleadern ging auch sie dann vom Feld. Ein paar Schüler folgten ihnen. Die Musik-AG dicht dahinter.

Ich holte mir Dude, der gerade bei den Spielern herumlief. Carlos und Jay, wenn man es genau nimmt. "Hey, gutes Spiel", gratulierte ich, woraufhin Jay stolz grinste und Carlos dankend lächelte. Dude bellte mich an. "Ja, ja, du warst auch grandios. Du bekommst dann ein paar Leckerlis, okay?" Er bellte noch einmal zustimmend und ich drehte mich wieder zu den Jungs. "Na, dann lasst euch feiern. Die Tanzeinlage war übrigens auch sehr gut. Unerwartet, aber gut. Ihr habt viele versteckte Talente."

Jay wurde schon wieder von einem andere Spieler beglückwünscht, bevor er antworten konnte. Carlos hingegen kratzte sich nur am Hinterkopf, währenddessen er leicht rot wurde. Niedlich.

"Was kann ich sagen? Man lernt viel, wenn man viel Zeit hat." "Wusstet ihr davon? Also von Bens ... was auch immer das war. Oder war das improvisiert? Wenn ja, war das unglaublich."

Er ließ die Hand in den Nacken fallen und behielt sie dort, während er kurz woanders hinsah. "Er hat uns vorher einen kleinen Tipp gegeben. Aber an sich war es größtenteils improvisiert." "Dann wow."

"Ey, Carlos! Wenn du fertig bist, mit deiner Freundin zu quatschen, dann komm! Wir wollen feiern", rief Jay über seine Schulter, während er Richtung Coach ging. Carlos stöhnte genervt, bevor er sich entschuldigte.

Ich winkte ab. "Kein Problem. Ich wollte eh los. Hab Dude ja Leckerlis versprochen." Besagter Hund lief schon los, bevor ich mich überhaupt verabschiedete hatte. Ich folgte ihm mit einem Wink über die Schulter, hörte aber, glaube ich, Carlos murmeln: "Das war nicht das, was ich meinte."

Nur war er schon zu den anderen gegangen, um seinen Sieg zu feiern, als ich fragen wollte. Ich seufzte und folgte Dude bis zu meinem Zimmer. Ich öffnete die Tür, nur um einen menschenleeren Raum vorzufinden. Was hatte ich erwartet? Heidi ist noch bei den Cheerleadern.

Dude bellte mich sofort an, als er bemerkte, dass ich ihm nicht die versprochenen Leckerlis gab. Kopfschüttelnd ging ich zu meinem Schrank und holte eine Tüte Hundeleckerlis raus, bevor ich Dude ein paar gab und sie wieder wegstellte.

Danach packte ich meine Tasche für morgen und legte mich aufs Bett, nachdem ich mir ein Buch von Heidis Regal genommen hatte.

Sie kam keine halbe Stunde später wie angespießt ins Zimmer gesprintet. Ich setzte mich sofort auf und legte mein Buch weg, selbst Dude hob den Kopf, der vorher auf meinem Oberschenkel lag. "Wovor flüchtest du denn?" Sie lief zu ihrem Schreibtisch und kramte aus ihrem Rucksack einen Hefter heraus. Chemie, wenn ich mich nicht täusche. "Ich hab den Chemietest vollkommen vergessen. Ich werde durchfallen." Sie ließ sich über dramatisch auf den Stuhl fallen und klappte den Hefter auf.

"Wann ist der Test?" Sie seufzte. "In drei Tagen." Ich schüttelte sanft den Kopf. "In drei Tagen wirst du das hinbekommen. Wenn es morgen gewesen wäre, dann kannst du so eine Panik schieben. Man könnte meinen, du wirst von blutrünstigen Hunden gejagt." "Lass das. Du weißt, dass ich das nicht kann. Und drei Tage mehr oder weniger werden mich auch nicht retten."

Ich stand auf, was mich einen bösen Blick von Dude kostete, ging rüber zu ihr und lehnte mich gegen ihren Schreibtisch. "Frag doch Elias, ob ihr zusammen lernen könnt. Das hilft dir sicherlich besser, als das hier alleine zu machen." Sie seufzte. "Elias' Social Battery ist leer oder wie er es auch immer nennt. Wäre Jo nicht sein Zimmernachbar, hätte er ihn wahrscheinlich nicht mal reingelassen. Wenn das zuhause passiert, brauch er erstmal eine Weile Ruhe. Das weißt du. Ihn will ich lieber nicht stören. Jo meinte, das Zimmer wäre eiskalt." Ein Zeichen, dass ihm alles ein bisschen zu viel wird.

"Mist." Sie ließ den Kopf auf den offenen Hefter fallen. "Ja genau. Mist ... Kannst du es mir nicht erklären?" Ich seufzte und setzte mich auf den Stuhl neben ihr. "Ich kann es versuchen."

Freundin des Feindes (Carlos - Descendants)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt