Ben rief mich wenig später wieder an. "Weißt du was von Carlos oder den anderen?", fragte ich schnell. "Nein, tut mir leid. Bist du noch am See?" "Ja. Ich würde die anderen hier ungern liegen lassen." "Schon okay. Wir wissen bis jetzt noch nicht, was Audrey will oder wo sie ist. Fast alle Schüler auf dem Campus sind eingeschlafen. Ich glaube, es ist besser, wenn du bleibst."
Wie konntet ihr vergessen, dass ich Königin werden sollte?
"Ben? Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke, sie will zu dir. Sie will Königin sein. Mal hatte sie ja anscheinend schon erwischt. Sei bitte vorsichtig." "Du auch. Ich geb' dir Bescheid, wenn es irgendwas Neues gibt." Er legte auf und ich steckte Heidis Handy in meine Tasche.
In Zwischenzeit bin ich glücklicherweise wieder getrocknet und die Jungs allem Anschein nach auch.
Ich brauchte nicht lange zu warten, bis plötzlich ein lautes Donnern zu hören war. Ich wusste nicht, woher es kam und es passiert auch nichts. Schnell stand ich von meinem Stuhl auf und guckte vorsichtig in der Gegend herum. Nichts.
Ich sollte echt die Paranoia herunterschrauben. Es war nur ein Donner aus dem Nichts, während Audrey mit Maleficents Zepter ihr Unwesen treibt. Nichts, worüber man sich Sorgen machen sollte.
Ich setzte mich wieder auf den Stuhl, wobei ich diesmal in höchster Alarmbereitschaft war. An die Wasserpistole krallte ich mich, als würde mein Leben dran hängen.
Deshalb nahm ich sie auch mit, als ich ein lautes Brüllen im Wald hörte. Fraglich, warum ich überhaupt zum Geräusch und nicht davon weggelaufen bin.
Das Brüllen war von keinem normalen Tier. Ein Biest, wie ich gleich realisieren sollte. Ben.
Carlos, Jay, Dude und zwei andere Typen standen um den verwandelten Ben, während Carlos ihm einen Splitter aus der Hand zog. Vielleicht hilft das magische Wasser jetzt.
Das tat es glücklicherweise auch. Ben verwandelte sich zurück, mit der Ausnahme, dass er jetzt einen Bart und spitze Zähne hatte.
Carlos begann zu lächeln, als er mich sah und rannte zu mir. Er war schnell dabei, mich zu umarmen, was ich liebend gern erwiderte. "Bin ich froh, dass es dir gut geht", meinten wir beide gleichzeitig und lachten daraufhin.
Wir lösten uns von der Umarmung. "Tut mir leid, dass ich die Feier verpasst habe. Ich hab' versucht, dich anzurufen, aber es hat nicht funktioniert." "Mein Handy hat 'nen Wasserschaden. So schnell wirst du mich nicht mehr anrufen können. Tut mir leid." Er schüttelte leicht mit Kopf. "Solange ich weiß, dass es dir gut geht." Wir lächelten uns beide an, bevor wir uns den anderen zuwendeten.
Jay hatte Ben auf einen umgefallenen Baum geholfen, damit er Luft holen kann. "Audreys Werk, oder?" Er nickte mir zu. "Gleich nach deinem Anruf war sie da. Und du lagst richtig." Ich lachte unterschwellig. "Das hört eine Frau gern."
"Ich dachte, dein Telefon ist Schrott?", fragte Carlos, der direkt neben mir stand. Als Antwort zog ich Heidis Handy aus der Tasche. "Ihr Handy ging noch. Aber ich konnte deine Nummer nicht auswendig", meinte ich, während ich mich mit der anderen Hand am Nacken kratzte.
"Wow, wen haben wir denn da?", fragte einer der Typen. Er hielt in einer Hand einen Haken. Vielleicht irgendwie mit Captain Hook verwandt? Die Frage beantwortete er mir aber netterweise selber. "Harry Hook. Und du, mein kleines Entlein, bist bezaubernd."
"Rosaline Radcliffe und wenn du mich noch einmal Entlein nennst, bekommst du das Ding hier um die Ohren gehauen", erklärte ich lächelnd, während ich demonstrativ die noch halbvolle Wasserpistole von einer Hand in die nächste legte. Harry schien von der Ansage etwas baff. Dachte nicht, dass das einen VK in die Flucht schlägt. "Bezaubernd und schon vergeben. Nur um das klarzustellen." Carlos hatte mir seinen Arm um die Schulter gelegt und mich zu ihm gezogen.
"Wartet kurz. Auf welcher Seite sind die?", warf Ben in die Runde. Jay klopfte ihm auf die Schulter. "Sie haben sich uns angeschlossen. Und Mal hat den Stein, den wir brauchen, um Audrey aufzuhalten. Details folgen." "Hades Stein, aber ... ist Mal zurück auf die Insel?" "Ich sagte, Details folgen. Wir müssen zu Mal, Evie und Uma. Los." "Uma?" "Details folgen", sagten wir alle gleichzeitig.
Jay stoß Ben, der in Zwischenzeit aufgestanden war, in Richtung von Evies Häuschen. Ich drehte mich wieder in die Richtung, wo ich die anderen liegen gelassen hatte. "Alles okay?", fragte Carlos, während er meine Hand nahm. "Audrey hat alle, die zur Feier kamen, einschlafen lassen. Denkst du, es ist okay, sie das hilflos liegenzulassen? Ich will nicht, dass ihnen was passiert." Er stellte sich vor mich und strich mir mit der anderen Hand über die Wange. "Ihnen wird nichts passieren, so wie allen anderen in Auradon, die eingeschläfert oder versteinert wurden. Wir werden sie alle zurückholen, aber dafür müssen wir zu Mal und den anderen. Okay?"
Ich seufzte, bevor mir Carlos einen Kuss auf die Stirn gab und ich die Hand auf seinen Arm legte. "Ich liebe dich." "Ich liebe dich auch", meinte ich, als Dude gerade nach uns rief.
"Wenn ihr so weiter macht, wird heute keiner mehr gerettet."
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Freundin des Feindes (Carlos - Descendants)
FanfictionDie DeVils und die Radcliffes konnten sich nicht mehr ausstehen seit dem Diebstahl der 15 Hundewelpen, doch was passiert, wenn Carlos DeVil und Rosalinde Radcliffe aufeinandertreffen? Cover: Original von CrystallizedTwilight auf Deviant Art