III. Hunde sind keine Monster

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Wir vier gingen danach  erstmal in das Zimmer von Heidi und mir. Draußen würden ziemlich viele  Leute herumschwirren und auch wenn er es nicht zugab, wurde Elias immer  etwas mulmig, wenn er bei zu vielen Leuten war. Was auch einer der  Gründe war, warum er kein Turnier mitspielte. Josef hingegen schon. 

Elias  schmiss sich sofort auf mein Bett und verschränkte die Arme hinter  seinem Kopf. Ich setzte mich an das Bettende, während Heidi es sich auf  ihrem Bett und Josef auf einem Stuhl gemütlich gemacht haben. 

"Wirst  du deinen Eltern davon erzählen?", fragte Heidi vorsichtig. "Dass der  Sohn ihres Feindes auf unsere Schule geht? Lieber nicht. Mum kränkt sich  nur vor Sorge und Dad würde mich wahrscheinlich am liebsten gleich von  der Schule nehmen. Ich passe, danke. Wir kennen die vier ja nicht. Wir  gehen gerade einzig und allein von ihren Eltern aus." 

Josef  seufzte. "Spätestens am Elternbesuchstag wissen sie es aber." "Das ist  noch über einen Monat Zeit. Bis dahin wissen wir, was wir von den Vieren  halten sollten. Oder zumindest haben wir bis dahin einen Eindruck."  Elias trat mich sanft in die Seite. "Solange du ni –"  

Es  klopfte an der Tür, dicht gefolgt von einem Bellen. Ein Grinsen bahnte  sich seinen Weg auf meine Lippen, als ich aufsprang und die Tür öffnete.  Coach Jenkins stand vor der Tür, mit Dude an seiner Seite. 

"Rosalinde,  ich glaube, da vermisst dich jemand." Dude lief schon um meine Beine  und wedelte fröhlich mit dem Schwanz. "Ich glaube auch. Dankeschön, dass  sie über die Ferien auf ihn aufgepasst haben." Er winkte ab. "Kein  Problem. Auf das Campusmaskottchen muss ja irgendjemand aufpassen. Ich  muss jetzt aber wieder los." Er verabschiedete sich, doch bevor er ging, rief er noch ins Zimmer: "Wir sehen uns morgen, Josef." "Geht klar,  Coach!" 

Ich schloss  die Tür und bürgerte mich wieder auf meinem Platz ein. Dude sprang aufs  Bett und legte seine Schnauze auf meinen Oberschenkel, während ich ihn  kraulte. 

"Was  wolltest du sagen?", fragte ich und drehte mich zu Elias. "Ich wollte  sagen, dass du nicht unbedingt die beste Freundin von denen werden  musst. Wir drei währen zu Tode gekränkt, wenn du uns ersetzt", meinte er  grinsend. "Ich werde sehen, was sich tun lässt." 

Der  restliche Tag verlief ruhig. Heidi und ich machten noch einen großen  Spaziergang mit Dude über das Gelände, bevor er Abendessen gab. Danach  ging ich in die Küche, um Dude zu füttern und als das erledigt war,  gingen wir aufs Zimmer, bis es Zeit zum Schlafen war. 

Der  nächste Morgen ging dann so normal wie jeder andere Tag auch los. Wir  machten uns fertig, trafen uns mit den Jungs beim Frühstück und gingen  dann zu unserem jeweiligen Unterricht. Montags war mein Stundenplan  glücklicherweise kurz.

Mathematik,  Heilung aller Art und Deutsch. Heißt, wenn ich die Mittagspause dazu  rechnete, hatte ich um 13 Uhr Unterrichtsschluss.  

Heidi  hatte dann Cheerleadertraining, Elias Magietraining und Josef  Turniertraining. Ich hatte dieses Jahr keine Extrakurse belegt, aber so  wie ich mich kannte, würde ich ab und an beim Turniertraining aufkreuzen.  Immerhin war Dude ja das Campusmaskottchen und der Coach brauchte immer jemanden, der die Kanone betätigte. Aber für heute hatte ich es mir im  Zimmer gemütlich gemacht und genoss einfach mal wirkliche Ruhe. Selbst  Dude war gerade beim Turnierfeld.

Nach  einer Weile schaltete ich Musik an und wartete, bis Heidi wiederkommt.  Eine Stunde später schlenderte sie dann hinein und lehnte sich gegen  den Stuhl.

"Ich hab offiziell meinen ersten Eindruck  von den VK Jungs bekommen." Ich setzte mich auf und musterte sie mit  gehobener Augenbraue. "Woher? Beim Cheerleading werden sie ja sicherlich  nicht gewesen sein." Sie lachte bei dem Gedanken und schüttelte den  Kopf. 

"Audrey  meinte, wir sollten heute neben dem Turnierfeld trainieren. Und die  beiden sind mit im Turnierteam." Sie lachte noch einmal sanft. "Josef  konnte froh sein, dass er nicht Jay im –" "Jay?" "Oh, Entschuldigung.  Jay ist Jafars Sohn und Carlos ist Cruelles Sohn. Aber egal. Jo konnte  froh sein, dass er nicht in Jays Weg stand, denn der hat alle anderen um  gerempelt wie Bowlingkegel bis sie am Boden lagen. Carlos wirkte  dagegen eher wie ein verschreckter Welpe. Eigentlich ganz niedlich." Ich  lachte sanft. "Die Ironie." 

Sie  schnippte mit den Fingern, als ihr etwas einfiel. "Ich sollte dir  sagen, dass Ben dann später Dude wiederbringt. Er trainiert noch mit  Carlos." Ich nickte und stand von meinem Bett auf, bevor ich mich an den  Schreibtisch setzte. Die Hausaufgaben erledigten sich leider noch nicht  von allein. 

"Und  Evie, Tochter der bösen Königin, ist in meinem Chemiekurs. Sie ist super  gut. Konnte Sachen ausrechnen, da sind selbst Doug und Elias die Augen  aus dem Kopf gefallen. Und Charming scheint auf sie zu stehen. Er hat  ihr auf jeden Fall einen Zettel zukommen lassen und danach haben sie  sich die ganze Stunde geliebäugelt." Sie würgte beim Gedanken, was mich  zum Lachen brachte. "Du hast echt was erlebt heute. Mein Tag war die  pure Langweile dagegen." 

Sie  schüttelte nur grinsend mit dem Kopf und griff nach Block und  Federmappe. "Ich muss zu Elias. Wir machen zusammen Chemie Hausaufgaben.  Ich lasse mir das gleich vom Profi erklären." Schon bevor ich  irgendetwas antworten konnte, war sie mit einem Winken aus dem Zimmer  verschwunden. 

Kopfschüttelnd setzte ich mich an meine Heilung aller Art Hausaufgaben. 

Nach  einer guten Stunde war ich erst damit fertig. Nachdem ich mein ganzes  Zeug weg- und für morgen gepackt hatte, ließ ich mich auf meinen Stuhl  sinken. 

Ein Klopfen  ließ mich hellhörig werden. Vermutlich war es Ben, der Dude  wiederbrachte, auch wenn er das allein schaffte. Ich stand auf und  öffnete die Tür, nur um nicht Ben, sondern Carlos vorzufinden. Mit Dude  im Arm. 

"Äh ... Hey. Bist du Rosalinde? Die, die auf Dude aufpasst?" Ich lächelte sanft. Er wirkte nervös, was irgendwie süß war. 

Ich  nickte und er übergab mir Dude, woraufhin ich ihn auf den Boden  absetzte. Er ging sofort ins Zimmer und sprang auf mein Bett, um sich  hinzulegen. "Faules Ding", murmelte ich, woraufhin Carlos leicht lachte.  "Er hat mich über das ganze Turnierfeld gejagt. Da hat er wirklich eine  Pause verdient." "Echt? Worum sollte er dich denn über das ganze Feld  hechten?" Ich sah skeptisch zu Dude, der es sich jedoch schon gemütlich  gemacht hatte, bevor ich mich wieder zu Carlos drehte. Wir waren gleich groß, fiel mir nebenbei auf.

Ich  schob die Tür etwas weiter auf und deutete ihm, reinzukommen. "Dann  musst du nicht in der Tür stehen und kannst dich setzen. Du kommst  immerhin vom Training." Er sah sich kurz im Gang um, bevor er hereinkam  und sich auf einen der Stühle setzte. Wohl tat er sich aber  offensichtlich nicht fühlen.  "Mein Vater hat mir eingeredet, dass Hunde  blutrünstige Monster sind", murmelte er. 

"Dein Vater, Cruelle DeVil, hat dir Hunde als Monster verkauft?" Er nickte, woraufhin ich leicht lachte. "Heiliger Dalmatiner. Aber egal. Ich kann dir versprechen, dass die meisten Hunde keine blutrünstigen Bestien sind, vor allem Dude nicht." Währenddessen kraulte ich Dude am Kopf. "Und ich bin hier die Hundeexpertin, wenn ich das mal so sagen darf." Er lachte sanft. "Ja, vielleicht hat er sich da geirrt. Äh ... ich wollte noch fragen, ob ich ... ihn vielleicht ab und an mal nehmen kann? Zu uns aufs Zimmer oder so." Er kratze sich wieder am Hinterkopf, während ich mit den Schultern zuckte. 

"Dude?" Er  setzte sich auf und sah mich fragend an. "Geh zu Carlos." Er stand auf,  sprang vom Bett und setzte sich neben Carlos' Beine. "Damit wäre die  Frage geklärt." 

Carlos  zog die Augenbrauen fragend zusammen. "Er geht nur zu den Leuten, die  er leiden kann. Von daher kannst du ihn gern ab und zu nehmen. Solange  er in einem Stück zurückkommt, von mir aus." Carlos lächelte dankend und  nickte. Danach verabschiedete er sich und ging zusammen mit Dude aus  meinem Zimmer. Ich lächelte, als ich die Tür schloss. 

So hatte ich ein Kind von Cruelle DeVil nicht erwartet. Aber ich konnte mich nicht beschweren.

Freundin des Feindes (Carlos - Descendants)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt