Doktor Whitmore holte eine Taschenlampe aus seiner Jackett Tasche heraus und drehte Damons Kopf zu sich. Damon konnte sich natürlich nicht wehren, weil er so gefesselt dort da lag. Aber er musste ja gefesselt sein, denn sonst hätte er uns beide innerhalb weniger Sekunden umgebracht.
Er leuchtete Damon nun in die Augen, wie ein normaler Arzt. Genervt meinte Damon: „Ich nehme gerne eine gratis Untersuchung in Anspruch..." Er bewegte seinen Kopf ruckartig, damit der Doktor die Taschenlampe zurückzog. Er blickte Doktor Whitmore tief in die Augen und hypnotisierte ihn: „Sie lassen mich jetzt gehen."
Der Doktor schmunzelte und meinte: „Netter Versuch." Er steckte die Taschenlampe wieder ein und schob Damon sein T-Shirt etwas hoch. Damon stöhnte und starrte die Decke an, während Doktor Whitmore mit den Fingern auf Damon seinen Bauch klopfte. Ich kannte mich mit ärztlichen Untersuchungen nicht aus und beobachtete einfach.
„Die meisten hätten mich erst mal zum Essen eingeladen", meinte Damon und blickte wieder zu mir herüber. Er musterte mich eindringlich, was mir etwas unangenehm war. „Das ist nicht persönlich gemeint. Das ist für den wissenschaftlichen Fortschritt." Jetzt blickte Damon wieder zu Doktor Whitmore oder versuchte es zumindest, da er ja gezwungen liegen musste. „Was erzählen Sie da, verdammt?", fragte Damon.
„Du bist ein Vampir, dein Blut heilt andere. Dein Körper heilt ganz von selbst." Whitmore drehte sich um zu einem Tischchen auf welchem Medizinisches Equipment lagen und nahm etwas Silbernes herab. „Deine Organe bilden sich neu, wenn ich sie entnehme." „Warte, sie wollen ihm doch nicht Organe entnehmen?", unterbrach ich geschockt und angeekelt.
Whitmore warf mir einen vielsagenden Blick zu und hielt das silberne Instrument über Damon seinen entblößten Bauch. Es war ein Skalpell, mit welchem er wohl Damon seinen Bauch aufschlitzen wollte. Ich starrte erstarrt auf seine Hand, während Damon unbeirrt weiterredete: „Wie ich zu diesem tollen Körper gekommen bin, hat mit Wissenschaft rein gar nichts zu tun. Also..."
Ich atmete erschrocken auf, während Damon aufschrie. Sein Schrei fuhr mir in Mark und Knochen. Doktor Whitmore hatte ihm das scharfe Skalpell ins Auge gerammt. Ich hielt mir entsetzt den Mund zu und wollte am liebsten wegsehen. Die Zeit zurückdrehen. Ich wollte das alles hier nicht sehen. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, als würde die Zeit ewig langsam voranschreiten bis er das Skalpell endlich zurückzog.
„Du redest zu viel", meinte Whitmore und machte den Gurt auf. Damon stöhnte vor Schmerzen. Er machte alles was ihn fesselte auf und Damon kugelte herunter von dem Tisch. Zu meinem Leidwesen sah ich dabei das Blut was aus seinem Auge floss. Ich war in einer Schockstarre gefangen.
Doktor Whitmore spritzte Damon noch etwas Eisenkraut und säuberte dann das blutige Skalpell mit einem weißen Tuch. Erstarrt stand ich da bis er plötzlich zu mir sprach: „Sein sie doch so lieb und bringen sie Damon in seine vorgesehene Zelle neben 12144." Ich konnte nicht anders, als mechanisch zu nicken.
Doktor Whitmore blickte nun, zum ersten Mal seit er zu mir sprach, vom Skalpell zu mir auf und warf mir einen Schlüssel zu. Zu meiner Überraschung fing ich den Schlüssel geschickt auf. „Danach will ich noch mit ihnen sprechen", fügte er mit einem ernsten Ton hinzu. Ich nickte wieder nur stumm. Ich wollte nicht mit ihm reden. Ich wollte von hier weg. Ganz weit weg.
Ich blieb erstarrt stehen bis ich zusammen zuckte, als Doktor Whitmore aufgebracht fragte: „Auf was warten sie? Bringen sie ihn JETZT in seine Zelle!" Sofort eilte ich hinüber zu Damon. Ich hatte Angst, dass Doktor Whitmore mir auch noch etwas mit dem Skalpell antun würde. Bei Damon blieb ich kurz verunsichert stehen, dann beugte ich mich zu ihm hinab.
„Steh auf", flüsterte ich drängend und rüttelte ihn leicht an seinem Arm. Eigenartiger Weise, tat er sogar was ich ihm sagte. Wankend stand er auf und fiel fast wieder geschwächt zu Boden, doch ich stützte ihn schnell. Unsere Blicke trafen sich, doch ich blickte augenblicklich weg. Diesmal konnte ich mich nicht in seinen Augen verlieren, da sein verletztes Auge rot war. Es war noch nicht verheilt. Das Eisenkraut half wohl auch nicht beim Heilprozess.
Beschämt blickte Damon zu Boden, denn er wusste genau wieso ich weggeschaut hatte. Nicht nur, weil ich allerlei Gefühle für ihn verdrängen wollte, sondern weil ich angeekelt war. Das alles hier war zu viel für mich. Ich hatte schon vieles gesehen. Vampire getötet. Blut gesehen. Aber dass ein Doktor einen Vampir ins Auge stich mit einem Skalpell! Ich wollte das heute geschehene einfach vergessen.
Ich führte Damon zu seiner Zelle, bzw. stützte ihn den ganzen Weg dorthin. Als wir bei seiner Zelle angekommen waren, ging er komischerweise sogar freiwillig hinein. Er wusste, dass allerlei Aufstand zwecklos gegen diesen verrückten Doktor wäre und er war auch zu schwach dafür. Ohne meine Stützte kam er nicht weit und fiel zu Boden, dort blieb er kraftlos liegen.
Mitleidig blickte ich zu ihm hinab. Er tat mir leid... Warte, WAS?! Er war immer noch der Mörder meiner Eltern! Diana, vergiss das doch nicht ständig! Ich schüttelte schnell den Kopf und zog die Zellentür zu. Ich sperrte ab und drehte mich um zum Gehen. Ich musste hier schnell weg, aber ich konnte ja nicht. Ich musste ja noch zurück zu Doktor Whitmore.
Ich atmete tief durch. Nach dem Gespräch könnte ich hier abhauen und das alles hier vergessen. Damon seine Schreie. Das Skalpell, welches Doktor Whitmore in Damon sein Auge gestoßen hatte. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass noch viel Schlimmeres auf mich zukommen würde...
DU LIEST GERADE
Vampire - Hunter or Friend?
VampireVielleicht kennt ihr ja die Augustine Gesellschaft von Vampire Diaries. Eine grausame Gesellschaft die bei Vampiren Experimente durchführt und in der Damon fünf Jahre eingesperrt ist. Doch wie kam es erst dazu? Wie konnten sie ihn erwischen? Wie fan...
