Kapitel 32

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„Aber eine Sache ärgert mich schon..", fing Tōru an und verwundert sah ich zu ihm auf. Wir saßen auf meinem Bett und lehnten uns am Kopfende gegen die Wand, dabei hatte er seinen Arm um mich gelegt. „Ich bin dein Freund und nicht Iwa-chan.. du hättest es mir sagen müssen..", mal wieder schmollte er. Dabei sah er ausnahmsweise mal putzig aus.

„Tja mein Liebster.. du bist eben nur mein Freund. Haji ist mein bester Freund", kicherte ich und lachte schlussendlich laut auf als er sich beleidigt an mich klammerte. „Nö, du bist nur meins."
Ein sanftes Lächeln schlich sich nun auf meine Lippen. Ich setzte mich auf die Knie und sah meinem Freund in die Augen. „Keine Sorge. Nur deins!", sprach ich aus und gab ihm einen Kuss.
„Dann sagst du mir ab sofort immer alles zuerst.." - „Versprochen!"

. . .

Endlich Wochenende. Somit hatten wir genug Zeit um es uns im Bett gemütlich zu machen. Wir hatten bereits den dritten Film angesehen und ich genoss einfach die Nähe und die Wärme, die von ihm ausging. Den Filmverlauf beachtete ich gar nicht mehr und schloss langsam meine Augen. Ein leichtes Stupsen an meiner Nase, ließ mich aufschrecken.
„Genug geschlafen, Prinzessin." Sein Lachen erwärmte mein Herz und ließ dieses hundertmal schneller schlagen. Ich richtete mich langsam auf und rieb mir verschlafen und immer noch total müde, die Augen. Das Klingeln meines Handys weckte mich schlussendlich so richtig auf. Tōru warf einen Blick auf meinen Bildschirm, bevor ich den Anruf annahm. Ein genervtes Zungeschnalzen war seine Reaktion auf den Anrufer.

„Hey Tetsu", das Handy hielt ich mir an mein Ohr. „Nein, nein. Mir geht's wirklich gut, mach dir bitte keine Sorgen", versuchte ich meinen Gesprächspartner zu beruhigen. Mein Freund hingegen wippte ungeduldig mit dem Bein auf und ab. Nachdem wir uns verabschiedet hatten sah ich misstrauisch zu meinem Nebenmann.
„Was sollte das?", fragte ich etwas verärgert. „Ich mag es nur nicht, wenn man sich an meine Freundin ranmacht!", beleidigt verschränkte er die Arme vor der Brust.
„Tetsu macht sich doch gar nicht an mich ran", ein verzweifeltes Seufzen verließ meine Lippen.
„Der steht total auf dich, sag mir nicht du merkst das nicht.." - „Und wenn schon, er ist einer meiner besten Freunde.. also bitte Tōru!", ich klang etwas streng, doch wollte ihm meinen Standpunkt klar machen.

„Was?", knurrte mir mein Freund entgegen. „Du musst ihn nicht mögen.. aber akzeptieren solltest du ihn, das ist mir wichtig!", ich nahm seine Hände in meine und löste somit seine trotzige Pose. Er seufzte ebenfalls, nur etwas schwerfälliger. Das brachte mich beinahe zum Schmunzeln, denn ich wusste was jetzt kommen wird. „Hm.. von mir aus", sagte er geknirscht und verdiente sich dafür einen Kuss.

. . .

Ich hechtete an die Türe, nachdem es zum zweiten Mal klingelte. Mit einem Schwung wurde diese geöffnet und ich sah meinen besten Freund vor mir stehen.
„Ist Shittykawa bei dir?", genervt trat er über die Türschwelle.
„Ich wünsche dir auch einen wunderschönen Tag Hajime, es freut mich auch dich zu sehen Hajime. Komm doch rein, HAJIME", meine Worte trieften nur vor Sarkasmus und mein Sandkastenfreund sah mich nun eindringlich an.
„Sorry, war nicht so gemeint Kari. Aber der Penner geht nicht an sein Handy", wütend stampfte er die Treppe hoch.
„Haji sucht nach dir, aber das siehst du ja selbst", sagte ich amüsiert, da Besagter schon vor mir in meinem Zimmer stand.
„WAS SOLL DAS DUMBASS?" Er zog meinem Freund gereizt die Decke von den Beinen und kickte ihn erbarmungslos aus dem Bett.
„DU DARFST SCHON LÄNGST WIEDER TRAINIEREN – WAS MACHST DU ALSO HIER?", schrie er ihn regelrecht an. Ich blieb dabei nur stummer Zeuge. Wenn Hajime so drauf war, wollte ich mich lieber nicht einmischen. Da ich wohl die Einzige in seinem Freundeskreis war, die er nicht so anfuhr. Dieses Privileg wollte ich nicht aufs Spiel setzten.
„Man Iwa-chan.. sei doch nicht so gemein..", natürlich schmollte sein Kapitän und rieb sich den Hintern, in den ihn Hajime getreten hatte. Ein wenig Mitleid hatte ich schon, doch ziemlich amüsant war es trotzdem. Weswegen ich schmunzelnd zusah. Fehlte nur noch das Popcorn.
„ICH GIB DIR GLEICH GEMEIN, SCHWING DEINEN ARSCH IN DIE HALLE TRASHYKAWA!"
„Ich wollte doch nur bisschen Zeit mit meiner süßen Freundin verbringen.. du bist doch nur neidisch, weil du keine hast.."
Falscher Ansatz Tōru.. Falscher Ansatz.
„WIE WAR DAS?", ein bedrohliches Knurren entwich Hajime's Kehle, nun hatte ich es doch bisschen mit der Angst zu tun und schritt ein.
Mein Freund versteckte sich hinter mir und schielte leicht über meine Schulter, dabei machte er sich so klein wie möglich. „Ist schon gut Haji, er kommt ja", lachte ich und sah wie sich die pochende Ader an seiner Schläfe langsam beruhigte.

Auf Tōru's Bitte hin.. besser gesagt auf sein Betteln, begleitete ich sie zur Sporthalle und sah beim Training zu.
„Schön, dass es dir besser geht Sawada", lachte mich Coach Mizoguchi an.
„Danke nochmal", murmelte ich. Irgendwie war es mir unangenehm, dass gerade so eine wichtige Bezugsperson der Jungs, dass Drama mitansehen musste.
„Kannst du uns einen Gefallen tun, Sawada?", fragte mich nun der ältere Coach.
Nickend sah ich Coach Ihirata an. „Die Vorqualifikationen fangen bald an, sodass wir beide ziemlich viel zugucken und notieren müssen. Würde es dir etwas ausmachen heute die Handtücher und Flaschen der Jungs zu richten?" Ich schüttelte den Kopf. „Nein, mache ich gerne", sagte ich und ließ mir beschreiben, wo ich die ganzen Utensilien finde.
Das Training sah zwar ziemlich beeindruckend aus, doch unnötig auf der Bank sitzen wollte ich sowieso nicht. Deshalb machte es mir ehrlich nichts aus.

Mit aufgefüllten Flaschen betrat ich die Halle und eilte wieder zurück, um die gefalteten Handtücher zu holen. Die Jungs standen bereits am Spielfeldrand und exten ihre Wasserflaschen herunter. Das Training musste echt anstrengend gewesen sein. Ich gab jedem von ihnen ein Handtuch und landete nun vor Tōru und Hajime. Erster sah mich belustigt an. „Huh? Sollte ich dich ab jetzt lieber Manager-chan nennen?", grinste er mich an. „Lass das, Idiot", ich warf ihm sein Handtuch ins Gesicht und drehte mich zu Hajime um. Sein Grinsen glich jedoch dem seines besten Freundes zum Verwechseln. „Grinst nicht so blöd, ich helfe nur! Eure Coaches haben nunmal alle Hände voll zu tun, mit euch Idioten wohlgemerkt", schnaufte ich.
„IWA-CHAN, HÖR AUF MEINE FREUNDIN MIT DEINER GEMEINHEIT ANZUSTECKEN!" Genervt rieb ich mir den Nasenrücken und drehte mich einfach um. Diese Idioten bereiten mir sonst noch Kopfschmerzen.

Nachdem ich mich wieder auf die Bank setzte, bedankten sich die beiden Älteren bei mir. Verlegen winkte ich ab. Immerhin habe ich es wirklich gern getan. Und außerdem durften Außenstehende gar nicht erst beim Training zusehen, doch bei mir duldeten sie es immer wieder. Also war es eher eine Gegenleistung meinerseits.

„Bist du eigentlich schon in einem Club?", fragte mich der Ältere und irritiert sah ich ihn an und verneinte dabei.
„Was hältst du davon die Managerin der Jungs zu sein?" Aus allen Wolken fallend, sah ich ihn an. „I-Ich verstehe doch gar nichts von Volleyball", sagte ich und blickte aufs Feld, auf dem die Jungs ihr Bestes gaben. „Das ist doch nicht schlimm. Wir bräuchten nur eine kleine Unterstützung bei den Dingen, die du gerade erledigt hast. Normalerweise macht sich eine Managerin ebenfalls Notizen vom Training und vom Spielverlauf, doch wir sind zu zweit deshalb müsstest du das sowieso nicht machen. Eigentlich brauchten wir nie eine Managerin, dank dem Fanclub des Kapitäns hatten wir auch nie die Möglichkeit jemanden zu finden, der geeignet war."
„A-Aber.. vielleicht bin ich das ja auch nicht", verunsichert sah ich vom Feld, zu den zwei Trainern.
„Das denke ich schon. Außerdem sind sie alle viel motivierter, wenn du ihnen zusiehst. Vor allem Oikawa und Iwaizumi, aber auch der Rest scheint dich beeindrucken zu wollen. Du bist die beste Motivation, die sie haben können." Verlegen kratzte ich mir den Hinterkopf und wusste nicht genau was ich dazu sagen sollte. Ein lauter Knall erschreckte mich und ich sah schnell auf das Spielfeld. „Kari-chaaaan, hast du meinen Aufschlag gesehen?", summte mein Freund fröhlich.
„E-Ehm.. ehrlich gesagt.." Ich hatte ihn nicht gesehen, da ich mich gerade unterhielt.
„Man Kari-chan, du sollst mich doch anfeuern", schmollte er vor sich hin und ich sah wieder zu den Coaches. Diese hoben wissend die Augenbrauen nach oben.
„Von mir aus", gab ich den Trainern meine Antwort und lächelte leicht.

„VERSAMMELN!", rief Coach Mizoguchi, nachdem das Training so gut wie beendet war.
Dass ich ebenfalls da stand schienen die Jungs gleich bemerkt zu haben und Tōru grinste mich bereits breit an. Idiot..
„Sawada Hikari, wird ab sofort unser Team unterstützen und ein Teil davon werden. Benehmt euch und vergrault sie nicht gleich wieder." Somit übergab er mir das Wort.
„Auf gute Zusammenarbeit!"
„WILLKOMMEN IM TEAM", schrien sie mir entgegen und ich konnte nur grinsende Gemüter erkennen.

Starry Sky - Oikawa x OCWo Geschichten leben. Entdecke jetzt