Die neue Woche war angebrochen und endlich ging es mir besser. Hajime teilte mir mit, dass er sich bei mir angesteckt hatte, weshalb er die nächsten Tage daheim bleiben müsse. Also lief ich alleine zur Kreuzung, an der ich Oikawa treffen sollte. „Guten Morgen Sawada-chan", rief er munter. „Nein, immer noch nicht", genervt wandte ich mich ab und lief schon voraus. Die Verniedlichung, die er meinem Familiennamen verpasste, gefiel mir nicht. Vor allem nicht aus seinem Mund. „Wo ist Iwa-chan?" - „Er ist krank, ich hab ihn wohl angesteckt", erklärte ich etwas schuldbewusst. „Naja selbst Schuld, wenn er dir ständig am Rockzipfel hängt", kam ungewöhnlich genervt von dem Setter, der sonst die Frohnatur in Person war. Immer so gut gelaunt, dass es bereits nervte. Zumindest spielte er das vor. „Du hast mir doch auch am Rockzipfel gehangen, immerhin wart ihr ständig bei mir daheim", seufzte ich. Ich konnte ihn zwar immer noch nicht besonders leiden, doch er wurde jeden Tag etwas erträglicher.
„Hikari-chan", Suzuki wartete bereits vorm Klassenzimmer auf mich. „Es war echt langweilig ohne dich" - „Wieso denn das? Du hattest doch deinen Iwaizumi-kun, ganz für dich alleine", lachte ich. Es wunderte mich nicht, dass sie nicht so viele Freunde in der Klasse hatte, dieses Mädchen schien sehr verschlossen, doch hatte sie sich mir geöffnet und eigentlich war sie total lieb.
Es läutete zur Mittagspause. Da ich keinem Club angehörte, durfte ich nun nach Hause gehen.
„Sawada-chan", rief mich eine mir nur allzu bekannte Stimme, während ich mein Zeug zusammen packte. „OIKAWA-SAN", kreischten einige Mädchen, woraufhin ich nur genervt die Augen verdrehen konnte. „Er nennt dich Sawada-chan?", fragte mich Suzuki flüsternd. Ich nickte ermüdet.
„Wow", hauchte sie nur, woraufhin ich eine Augenbraue anhob. Es klang nicht so, als würde sie mich beneiden. Meine Frage konnte ich jedoch nicht aussprechen, weil besagter Oikawa mich anquatschte. „Gehen wir zusammen zu Iwa-chan?" - „Können wir, du kannst schon mal draußen warten ich komme sofort", wimmelte ich ihn ab. Denn ich musste meine neue Bekanntschaft noch ausfragen. „Was meinst du mit wow", kam ich sofort auf den Punkt. „Er spricht dich so einfach an und will mit dir seinen Freund besuchen" - „Besagter Freund ist auch mein Freund, aber sprich weiter" - „Hast du denn gar keine Angst?" - „Angst, wovor?" - „Na, seinem Fanclub", sagte sie leise und zeigte unauffällig hinter sich. Einige Mädchen aus der Klasse, brachten mich gerade mit ihren Blicken um. So ist es also, wenn man den Schulschwarm an der Backe hat. Na toll..
Seufzend erhob ich mich und verließ das Klassenzimmer, vor dem Oikawa bereits auf mich wartete. Selbst im Schulflur, warfen mir einige Mädchen unheimlich finstere Blicke zu. Was wollen die denn damit erreichen? Es war seltsam, dass sie ihn dieses Mal gar nicht ansprangen. Aber mir soll es recht sein, auf Gekreische hatte ich nach den ganzen Tagen Kopfschmerzen, echt keine Lust. Somit genoss ich einfach die Stille, die uns umgab.
. . .
Bei Hajime angekommen, legte ich ihm seine Unterlagen auf den Schreibtisch und lief runter in die Küche. Die Jungs blieben im Zimmer und spielten irgendwelche Videospiele. „Schön, dass du wieder da bist", lächelte mich Yoko an. „Du siehst deiner Mutter so ähnlich..", immer noch lächelnd sah sie mich an, doch ihre Emotionen konnte sie selbst hinter dem Lächeln nicht verbergen. Sie nahm mich in den Arm und drückte mich feste. In meiner Magengegend kribbelte es wie verrückt und meine Sicht verschwamm ein wenig. „Wenn was ist, weißt du wo du mich findest. Ich bin immer für dich da", behutsam strich sie mir über den Rücken und ich konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. All die Jahre hatte es mir gefehlt. All die Jahre sehnte ich mich danach und wusste es nicht einmal. Ich sehnte mich fürchterlich nach mütterlicher Liebe, die mich in diesem Moment überschüttete. Zwar nicht in dem Ausmaß, den man von seiner eigenen Mutter bekam. Doch reichte es mir im Augenblick vollkommen aus. Ich genoss die Nähe und die Wärme, die sie ausstrahlte und war das erste Mal glücklich. Glücklich wieder hier zu sein.
„Danke", hauchte ich und löste mich langsam. Dabei strich sie mir sanft die restlichen Tränen aus dem Gesicht.
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Starry Sky - Oikawa x OC
FanficEine Oikawa x OC Fanfiction. Viel mehr möchte ich euch eigentlich nicht verraten, liest es und ihr werdet schon sehen um was es geht ;) Es wird verschiedene Perspektiven geben, ich versuche diese aber je Kapitel, so gut wie möglich beizubehalten. Ü...
