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New Life

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Ich lag gerade neben Eva im Bett. Wir hatten in der Stadt zusammen ein Hotelzimmer genommen. Mick und Sally konnten sich nicht entscheiden, blieben letzten Endes aber bei den Jungs. Es war ja keine Trennung. Wir wollten nur nicht länger mit Harry und Liam unter einem Dach leben. Die ersten paar Nächte verbrachten ich und Eva weinend. Wir trösteten uns gegenseitig und regten uns tierisch über die beiden Jungs auf.


Nach einer Weile wurden wir es Leid. Wegen solchen Idioten sollten wir uns nicht die Augen aus dem Kopf heulen.


Ich musste zugeben unser neues Leben war Sterbens langweilig. Wir wussten einfach nicht was wir mit uns anfangen sollten. Wir hatten keine Ahnung wie wir die Zeit tot schlagen sollten. Aber dann kam Michael wieder in meinen Kopf. Ich dachte das wir die Beerdigung organisieren könnten. Also rief ich seine Eltern an und fragte diese um Erlaubnis. Natürlich musste ich mich mit ihnen treffen und ihnen erstmals erzählen was passiert ist, denn keiner hatte sie informiert! So eine Unverschämtheit! Sie taten mir unendlich Leid!


Jedenfalls hockten Eva und ich nun an den Vorbereitungen der Beerdigung. Und damit hatten wir wirklich alle Hände voll zu tun. Es scheiterte schon bei einem Datum! Ich war für den 10. August, sein Geburtstag. In zwei Wochen wäre er 20 geworden. Doch Eva war der Meinung, man sollte nicht Geburtstag und Beerdigung an einem Tag haben. Außerdem wollte sie die Beerdigung nicht so weit nach hinten verschieben. Sie war für den 1.August.


"Das ist ein schönes Datum und außerdem fehlt nur die Null, dann hättest du auch deinen 10. August! Und es wäre schon in 4 Tagen. Wir haben zwar noch einiges zu tun, aber will sollten es nicht so weit nach hinten verschieben!!" argumentierte Eva und hielt mir den Kalender unter die Nase. Mit einem Seufzen gab ich also schließlich nach.


"Na gut ich schreib dann mal an Mike's Eltern um die ganzen Nummern zu kriegen." meinte ich und erhob mich ächzend  von Bett.


"Wie machen wir das mit seinen Freunden? Er war ja schließlich die letzten vier Jahre sein Bruder. Und was hast du seinen Eltern erzählt?" meinte Eva grüblerisch. Stimmt das hatte ich ja voll vergessen. "Okay wie wäre es wenn ich es einfach erzähle! Also nicht alles oh Gott nein! Aber etwas umschreiben und manche Sachen weglassen. Immerhin lügen wir dann nicht. Und das sollten wir auch nicht!" Eva nickte zustimmend und somit setzte ich mich an meinen PC und schrieb:


Hallo Sylvia und Maurice,

ich weiß uns hängt die Trauer noch in den Knochen, doch da ich Mike's Beerdigung organisieren darf bräuchte ich die Telefonnummern von Verwandten und Freunden und wen ihr einladen wollt. Ich habe die Beerdigung auf den 1.August datiert. Ich hoffe der Tag ist in Ordnung und nicht zu kurzfristig für Euch.

Danke schon mal im Voraus

Lina White.


"0kay erledigt. ...Sag mal hast du Hunger? Können wir runter was Essen gehen?" fragte ich an Eva gewandt,

"Ja ich hab auch total Hunger" Wie zur Bestätigung knurrte ihr Magen geräuschvoll "Aber wir dürfen den Termin für die Sargauswahl nicht vergessen. Die steht um 17 Uhr an!"

Als wir unten im Speisesaal ankamen, schöpften wir unsere Teller voll und setzten uns in den relativ leeren Raum.

"Was zum Teufel?!" rief Eva aus. Allerdings klang es eher "Wasch tschum Tscheufel?!" da sie den Mund mit Cordon Bleu vollgestopft hatte. Ich sah sie verwirrt an und Eva fuchtelte mit aufgerissenen Augen in der Luft herum. Ah ja!

"Schluck erst Mal runter! Mit vollem Mund spricht man nicht" tadelte ich sie, aber das bekam sie gar nicht richtig mit, denn sie starrte an einen Punkt hinter mir. Erst als ich die Stimme hörte fiel bei mir der Groschen "Ja das ist nicht Ladylike Eva!"

Ich sah keinen von beiden an und aß ungestört weiter. Erst als sie Anstalten machten sich zu uns zu setzten fauchte ich "Was wollt ihr hier?" Natürlich schluckte ich erst mal runter.

"Wir sind so Gentelmanlike und kutschieren die Damen heute zu ihren Termin" ich funkelte beide böse an und meinte "Hör auf so blöd zu quatschen und macht nen Abgang. Sally fährt uns!"

"Sally hat leider was anderes zu tun und schickt deshalb uns beide" Harry zeigte auf sich und dann auf Liam. Ich sah Eva zweifelnd an und diese verdrehte genervt die Augen "Wenn ich Sally das nächste Mal sehe, dann frag ich ob ich Ihre Beerdigung auch gleich organisieren darf" Harry wollte gerade etwas erwidern als mein Handy klingelte.

"Es tut mir soo Leid, aber Liam und Harry sind auf dem Weg zu euch!" rief mir Sally etwas hysterisch ins Ohr.

"Das kommt zu spät. Sie sitzen bereits vor uns!" meinte ich sarkastisch.

"Sie haben mich ins Klo eingeschlossen! Erst als Mick mich rausholte konnte ich anrufen, ich hatte mein Handy im Zimmer."

"Sie haben was?!" rief ich und sah Harry und Liam geschockt an und wiederholte an sie gewandt "Ihr habt was?!"

Ich sah sie abwartend an und steckte das Handy wieder zurück in meine Hosentasche.

"Ihr habt ja all unsere Anrufe ignoriert und irgendwie mussten wir ja Kontakt aufnehmen und das war die Chance. Als Sally sich aber dagegen sträubte haben wir sie eben eingeschlossen. Wir haben sogar Mick Bescheid gegeben und dann sind wir hier her gefahren." Harry zuckte die Schultern als wäre es nichts besonderes. Eva und ich allerdings sahen die beiden an wie Außerirdische.

"Was denn? Seid doch froh das wir sowas für euch machen!" Liam sah uns kopfschüttelnd an "Euch kann man es aber auch nicht recht machen!"

"Ach?! Soll ich dir jetzt in die Arme springen und sagen Wow Liam was du alles auf dich genommen hast nur um mit mir zu reden! Scheiß auf reden, wird eh überbewertet lass uns gleich in die Kiste springen. Versöhnungssex ist eh das beste Heilmittel" rief Eva aufgebracht und ich sah sogar ihre linke Hand etwas zucken! Als Liam nicht widersprach sahen Wir ihn geschockt an. Sein Ernst?!

Eva schüttelte traurig den Kopf und wandte sich an mich "Hier ist schlechte Luft. Ich geh mal nach oben und mach mich startklar" Ich konnte es ihr nicht übelnehmen, obwohl das hieß dass sie mich nun mit Harry allein sitzen ließ. Denn Liam folgte ihr fluchend "Mensch Eva nun mach es mir doch nicht so schwer!"

Ich seufzte tief. Abgrundtief. Dann lehnte ich mich im Stuhl zurück und sah abwartend Harry an.

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