George
Zwei Tage waren vergangen seit ich Clay gegenüber stand. Seit ich ihm endlich das gesagt hatte, was mir die ganze Zeit auf der Zunge lag. Auch wenn es mir selbst wehtat, denn danach hatte ich einen Zusammenbruch wie schon lange nicht mehr. Immerhin konnte ich in diesem bedeutenden Augenblick standhaft bleiben. Ihm zeigen, dass ich eigenen Willen besaß und diesen auch durchsetzen konnte.
In diesen zwei vergangen Tagen hatte ich weder ihn noch Kassy gesehen. Vermutlich aber auch, da ich alles tat, um ein weiteres Aufeinandertreffen mit ihm zu vermeiden, doch ebenso bei Kassy. Ich hatte viel darüber nachgedacht, was er bei ihr tat und dachte zunächst, dass der Sohn von Kassy vielleicht auch seiner war, doch sie hatten absolut keine Ähnlichkeit miteinander. Es war also ausgeschlossen, dass es sein Sohn war. Doch in welchem Zusammenhang stand er mit Kassy?
Eigentlich sollte ich mich das gar nicht fragen. Nicht einmal darüber oder ihn überhaupt nachdenken. Wieso war es so unfassbar schwer? Meine Gedanken kreisten sich die letzte Zeit schon wieder nur um ihn. Als hätte mein Gefühl geahnt, dass so etwas passieren würde. Dass er auftauchen und mein Leben erneut auf den Kopf stellen würde ohne dabei noch irgendetwas getan zu haben.
,,Junger Mann?'' ertönte die Stimme einer älteren Frau vor mir, die mich wieder zurück ins Leben beförderte. Ich entschuldigte mich bei ihr und kassierte ihre Sachen. Sie stand bestimmt schon seit einigen Minuten vor mir ohne dass ich es mitbekommen hatte. Inzwischen übernahm ich immer mehr Tagschichten, so auch diese. Diese ältere Dame kam öfters Nachmittags her und kaufte ein paar Sachen ein. Auch wenn diese Tanke ein Loch war hatte dieser dennoch eine relativ gute Auswahl an Lebensmitteln.
Natürlich war tagsüber auch etwas mehr als Nachts los, doch das gefiel mir tatsächlich. Denn sobald mich andere Leute beschäftigten und ich meiner Arbeit dabei nachging, vergaß ich wenigstens für einen Augenblick, was mich wirklich beschäftigte. Schon mehrmals hatte ich darüber nachgedacht Mitch wieder zu kontaktieren und mit ihm darüber zu sprechen, doch ich wollte ihm kein Klotz am Bein sein. Zudem ich ihn weder irgendwo hereinziehen noch in Verbindung mit Clay bringen wollte.
Er hatte klargemacht, dass er nichts mehr mit ihnen zu tun haben wollte, sollten sie noch immer ihre Köpfe in Schwierigkeiten stecken und bei Clay konnte ich mir zugegeben nichts anderes vorstellen. Selbst wenn er selbst keinen verursachte, steckte er dennoch mit in dem von jemand anderen. Er war immer dort wo sich irgendwelcher Ärger befand.
Meine Brust schmerzte durchgehend seit ich ihm nach so langer Zeit wieder direkt in die Augen geschaut hatte. Ihm so unfassbar nah gegenüber stand und seinen Blick auf mich ergehen ließ. Eine meiner größten Ängste war es genau das geschehen zu lassen. Mich genau in diesem Moment zu befinden. Der Moment, in dem er wieder zur Gegenwart werden würde. In die Gegenwart eindrang für die ich so hart um mich selbst kämpfen musste.
Doch das alles war nicht das Schlimmste. Das schlimmste war, dass ich ihn trotz allem vermisst hatte. Als er vor mir stand, füllte sich das Loch in mir sofort. Der Blick in seine Augen ließ mein Herz schmerzen, doch sehnte sich auch nach ihm, nach seiner Nähe. Wenn es eins gab wovor ich wirklich Angst hatte dann ihm wieder nachzugeben. Dasselbe Spiel wie vor zwei Jahren durchspielen zu müssen, obwohl ich mich verändert hatte. Nicht mehr so leichtsinnig wie zuvor war. Doch ich wusste ganz genau, was diese abhängige Liebe zu ihm mit mir machte und erneut machen würde.
~
Kurz vor Schichtwechsel sah ich vor der Tanke seitlich auf einem der Parkplätze ein dunkelblaues Auto stehen, was nun schon etwas länger dort stand. Ich fand es ziemlich merkwürdig, doch dachte mir nichts dabei.
,,Hast du schon wieder Janeks Schicht übernommen?'' kam es von Toby, der den Laden betrat und als nächstes Schicht hatte. Ich widmete ihm ein Lächeln, während wir uns mit einem üblichen Handschlag begrüßten.
,,Vielleicht tausche ich auch ganz mit Janek'' entgegnete ich ihm.
,,Echt? Sind die Schichten nachts nicht viel entspannter?''
,,Wenn man nicht gerade überfallen wird schon'' scherzte ich.
Er schüttelte lachend seinen Kopf.
,,Dann mach dich mal auf den Weg'' klopfte er mir auf die Schulter, woraufhin ich mich verabschiedete und auf den Weg nach Hause machte.
Es fing bereits an etwas dunkel zu werden als ich die Straße entlang lief. Nur kurze Zeit später fiel mir erst auf, dass ein Auto mich zu verfolgen schien und bei einem Blick über meine Schultern erkannte ich das Auto. Es war dasselbe, das vorhin noch auf dem Parkplatz an der Tanke gestanden hatte.
Meine Schritte wurden schneller, so wurde auch das Auto schneller. Mein Herz begann zu rasen, ich wurde unruhig. War es nur Zufall oder wurde ich wirklich verfolgt? Die nächste Straße hätte ich nach rechts hineinlaufen müssen, doch ich lief nach links. Nach wenigen Metern dachte ich es abgehängt zu haben, doch als ich den die Straße hinauslief, stand schon wartend das Auto genau vor mir.
Mein Instinkt sagte mir zurückzurennen, doch ich wusste nicht, um wen es sich handelte und ob dieser jemand mich einfach überfahren würde. Ich wollte nichts riskieren, also stand ich wie angewurzelt einfach nur dort und starrte mit zugekniffenen Augen in die Scheinwerfer des Autos, ehe sie ausgingen und die Türe sich öffnete.
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Da bin ich auch mal wieder mit einem neuen Kapitel...😂
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Soft; but not my heart
FanfictionGeorge musste auf die harte Tour erfahren, was es hieß, abhängig verliebt gewesen zu sein. Vor allem in jemanden, der ständig einen von sich gestoßen und letztendlich durch einen Unfall schwerwiegend verletzt hatte. Doch selbst nach zwei Jahren kam...
