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,,Was tust du hier und wieso reagierst du nicht auf meine Nachrichten? Du solltest bei Kassy und Mika sein!'' Ich stellte das Bier in meiner Hand auf dem Tisch ab und schaute zu Colin hoch.
,,Es geht ihnen gut, Kassy hat die Türe verschlossen'' entgegnete ich ihm benebelt. Keine Ahnung das wievielte Bier ich schon trank. Jedenfalls war es bereits eine gute Menge gewesen.

Er setzte sich gegenüber von mir hin.
,,Was ist los mit dir?'' fragte er nun in einem ruhigeren, dennoch unsicherem Ton.
,,Besser hier als vor Mika, oder?' murmelte ich und fuhr mir mit der Hand durchs Gesicht.
,,Du besäufst dich nur, wenn irgendetwas deinen Kopf fickt.''
,,Was ist passiert?'' fragte er erneut.

Ich schüttelte meinen Kopf.
,,Clay.''
,,Ich will nicht darüber reden'' ächzte ich vor mich hin.
,,Ich bin dein bester Freund, wie dein beschissener älterer Bruder, auf den du immer zählen kannst, sowie ich auf dich, also komm mir nicht mit dieser Tour. Also rede mit mir gottverdammt nochmal, wenn sich bei dir irgendeiner Scheiße anbahnt!''

Ich starrte ihn schweigend an. Es stimmte, Colin war der einzige, der immer an meiner Seite geblieben war. Der mir immer beistand in weiß Gott für einer Situation. Selbst nach der Verhaftung als bei mir wirklich alles bergab ging, war er für mich da gewesen. Hatte mir geholfen mich wiederzufinden, während die anderen ihre Leben weiterlebten und sich einen Dreck um mich scherten. Während man vom einen nie wieder etwas gehört hatte, stand man mit dem anderen förmlich im Krieg.

Das alles so weit gekommen war meine Schuld. Meine Schuld, dass sich die Gruppe anfing aufzulösen. Meine Schuld, dass ich mich selbst verloren hatte und meine verdammte Schuld, dass ich George verloren hatte. Beinah jeden Tag hatte ich mich gefragt, was er mir sagen würde, sollten wir uns je wieder begegnen und ich wusste, dass wenn er den Mut fand für sich selbst einzustehen es mich treffen würde.

Ich hatte mich nicht nur zu seinem Schutz verkrochen, nein. Ich war feige. Feige ihm nach all dem gegenüber zustehen, in die Augen schauen zu müssen, die so viel Leid ausstrahlten, den ich verursachte, weil ich mich selbst nicht im Griff hatte. Worte über mich ergehen zu lassen, die alte Wunden, die ich selbst verursacht hatte, wieder zerreißen lassen würden.

,,Clay.'' Erneut schaute ich ihn an.
,,Rede mit mir.''
Seufzend atmete ich tief aus und trank einen großen Schluck.
,,Weißt du noch, wie wir damals darüber gescherzt hatten, dass jemand wie ich mich nicht ernsthaft verlieben könnte?'' fragte ich ihn mit einem Lächeln auf den Lippen. Er nickte nur stumpf, da er mich nicht unterbrechen wollte.
,,George hatte es geschafft diese Scherze auch nur Scherze sein zu lassen, denn fuck...ich hatte mich in diesen kleinen aufdringlichen Freak verliebt. So sehr, dass ich Angst davor hatte ihn mit meinen eigenen Händen zu verletzen und letztendlich hatte ich das auf allen möglichen Ebenen, weil ich nicht damit umgehen konnte...'' Er senkte seinen Blick und dachte nach, er schien zu verstehen worum es nun ging.

,,Ich weiß bis heute nicht genau, was sich alles zwischen euch abgespielt hat, da du immer abgeblockt hast, sobald es um ihn ging. Aber egal wie viel Leid sich zwischen euch befand, darfst du nicht zulassen, dass es dich wieder zu Grund und Boden reißt. Es ist scheiße gelaufen, aber es liegt in der Vergangenheit und so wie du mich gebraucht hast, um wieder auf die Beine zukommen brauche ich nun dich, um meine Familie schützen zu können. Du bist der einzige dem ich mein und ihr Leben anvertraue. Daher bitte ich dich als dein Freund und Bruder dich zusammenzureißen, auch zu deinem und seinem Schutz. Du weißt, was auf dem Spiel steht. Das ist die Welt, in der wir leben, die wir uns ausgesucht haben und Menschen, die uns nahe stehen, nun darunter leiden müssen.''

Ich hasste es, wenn andere Menschen recht behielten. Recht, den man nicht hören oder zulassen wollte. Doch er hatte nun mal verdammt nochmal wieder recht. Ich durfte nicht zulassen, dass George mich dermaßen aus der Bahn warf. Colin brauchte mich, er zählte auf mich. So wie ich auf ihn immer zählen konnte.

George war kein aktuelles Kapitel in meinem Leben mehr, so wie ich in seinem. Er gehörte der Vergangenheit an und dabei sollte es auch verbleiben. So sehr es auch diese tief vergrabenen Wunden wieder hervorziehen ließ, musste ich mich zusammenreißen. Weder für ihn noch für mich war es einfach und gerade deshalb durfte ich nicht schwach werden. Schwäche zog mich aus dem Verkehr und Schwäche war in Silvers Augen reines Vergnügen sowie purer Hass. Er würde diese Schwäche gnadenlos ausnutzen.


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Wenn gerade an Wochenenden nichts kommt könnt ihr euch sicher sein, dass ich da entweder nicht Zuhause bin, keine Zeit habe oder beides. Daher sorry fürs Warten, but here we go! 🙆‍♀️

Soft; but not my heartGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt