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George

Ich wälzte mich mehrmals hin und her bis ich letztendlich mit dem Gesicht zur Zimmerdecke liegen blieb und meine Augen öffnete. Es war dunkel und leise. Ein merkwürdiges Gefühl überkam mich. Ich erinnerte mich daran, was ich als letztes getan hatte, wo und mit wem ich war. Wie war ich also in meine Wohnung gelangen? In mein Bett?

Meine Erinnerungen waren wage als hätte ich eine große Menge Alkohol hinter mir, die Filmrisse verursachte. Es dauerte nicht lange bis dieses elende Gefühl mich wieder einholte nachdem ich die Augen geöffnet hatte. Ich stand auf und lief zur Küche, wo ich mir ein Glas Wasser ein schüttete.

Als ich mich umdrehte und an die Couch vorbei zurück in mein Schlafzimmer laufen wollte traute ich meinen Augen kaum. Das Glas in meiner Hand wäre mir beinah aus der Hand gerutscht. Clay lag auf meiner Couch und schlief. Den Gedanken, dass er mich ins Bett gebracht hatte, war für eine Sekunde da, doch ich wollte es nicht glauben.

Sofort wurden meine Knie wieder weich. Er war in meiner Wohnung, er lag auf meiner Couch. Ich stellte das Glas zur Seite und lief zu ihm. Meine Couch war relativ groß, so gab es ein wenig Platz auf der Couchkante, auf den ich mich setzte und ihn musterte. Er sah so unschuldig aus, wie ein Engel ohne Flügel. Dabei war er alles andere als ein Engel oder unschuldig.

Je länger ich ihn anstarrte, desto höher schlug mein Puls. Es fühlte sich so richtig und zugleich so falsch an, ihm so nah zu sein. Meine Hand hob sich wie von selbst und wollte durch seine Haare streicheln, doch ehe ich sie berührte, erinnerte ich mich daran, wie es ausgegangen war als ich es schon einmal versucht hatte.

Ruckartig öffnete er seine Augen und griff nach meiner Hand, ehe er sie wegschlug.
,,Was hast du vor?'' kam es von ihm.
,,Ich wollte nur - ''
,,Du hast mich nicht anzufassen, wenn ich dich nicht drum bitte.''
Seine Worte waren wie ein Schlag in mein Gesicht, doch ich nickte entschuldigend.
Plötzlich stand er auf und zog sich an.
,,Wohin gehst du?'' fragte ich.
,,Dahin wo du nicht bist'' waren seine letzten Worte, ehe er mich alleine auf dem Bett zurückließ.

Seufzend senkte ich meine Hand wieder und stand auf als ich plötzlich einen festen Griff um meinen Arm spürte. Erschrocken und verwundert neigte ich meinen Kopf zur Seite und schaute in das Gesicht von Clay, dessen Augen direkt auf mir lagen. In Bruchteilen von Sekunden sorgte seine Berührung für Wärme in meinem gesamten Körper. Wie Feuer, das sich entfachte.

Ich schluckte und bewegte mich keinen Millimeter. Er richtete sich auf und ließ dabei nicht von mir ab. Er deutete mit seiner anderen Hand auf die Couch neben sich, ich sollte mich setzen. Aus irgendeinem Grund tat ich es einfach, doch hielt keinen Blickkontakt. Was mir jedoch schwerer fiel, da er sich zu mir drehte.

,,Ich weiß, dass keine Entschuldigung der Welt rückgängig machen kann, was ich dir angetan habe. Du hast jedes recht mich zu hassen, zu verabscheuen...'' fing er an. Tränen bildeten sich bereits, die ich versuchte zurückzuhalten. Ich hatte es satt vor ihm zu heulen.
,,Aber bitte gib mir die Chance dir zu beweisen, dass ich mich geändert habe. Als ich sagte, dass ich dich liebe, meinte ich es ernst. Ich liebe dich mehr als es uns beiden womöglich guttut, da ich die letzte Person auf der Erde bin, die weiß, wie man damit richtig umgeht. Nur bitte...bitte lass mich dich auf die Art und Weise lieben, wie ich es nie getan habe...'' ich hörte seine Stimme brechen.

Die Tränen liefen inzwischen meiner Wange hinunter. Seine Worte waren genau die, die ich immer hören wollte. Nach denen ich mich die letzten zwei Jahre gesehnt hatte, aber ich hatte Angst. Angst davor, dass sich alles wiederholte. Dass es ihm zu viel wurde und er anfing mich wieder so zu behandeln. Ich schaute ihn an.
,,Woher weiß ich, dass ich dir vertrauen kann?''

,,Alles was ich sage meine ich ernst, George. Ich bin zwar in manchen Hinsichten immer noch ein Arschloch, das ist einfach meine Art, aber niemals würde ich dir noch einmal auf irgendeine Art und Weise etwas Schlechtes antun wollen. Ich brauche dich...mehr als sonst irgendjemanden...''
Es war dunkel, doch ich erkannte Tränen, er weinte. Noch nie hatte ich Clay so weinen sehen.
,,Ich verlange oder erwarte nicht, dass du mir dein gesamtes Vertrauen schenkst, nur wenigstens ein bisschen, dass ich dir zeigen kann, dass ich es ernst mit dir meine.''

Ich atmete tief durch und dachte nach. Ich liebte ihn nach wie vor mehr als ich sollte. Entweder würde ich den größten Fehler meines Lebens begehen oder einen Neuanfang wagen. Einen Neuanfang, den ich mir so oft vorgestellt hatte. Ich war mir unsicher, aber ich wusste, dass so sehr mein Kopf mir auch sagte, dass ich ihn einfach aus meiner Wohnung schmeißen sollte, mein Herz das Gegenteil wollte.

,,Okay...''
,,Okay?'' wiederholte er mich leicht irritiert. Ich schaute ihn ernst an.
,,Sobald du auch nur Ansatzweise so wie früher wirst bin ich weg, für immer. Ich werde die Stadt verlassen und nie wieder kommen'' stellte ich klar. Seine Augen weiteten sich.
,,Ich verspreche dir, dass es nicht passieren wird.'' Ich nickte.
Zum ersten Mal nach so langer Zeit spürte ich, wie sich der Knoten in meiner Brust langsam anfing zu lösen und ich endlich wieder richtig durchatmen konnte.


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Dafür spüre ich den Knoten beim Schreiben 😂

Soft; but not my heartGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt