TW: Sexuelle Inhalte (vorrangig angedeutet) am Ende des Kapitels.
Veidja kannte keines der Stücke, die gespielt wurden. Auch die Tänze waren ihr unbekannt. Doch N'Arahn entpuppte sich als souveräner Tänzer und sie konnte sich schnell in die Bewegungen einfinden. Nach einer Weile genoss sie es sogar, trotz der Restschmerzen der Arenakämpfe. Und trotz dieser unmöglichen Schuhe.
Soweit sie es konnte, beobachtete sie die Menschen um sich herum. So hatte sie sie bisher noch nicht gesehen. Ausgelassen, fröhlich, entspannt, teilweise regelrecht ineinander versunken beim Tanz. Sie kannte diese Szenen von den Festen am Weißen Berg. Nun, zumindest so ungefähr. Andere Musik, andere Kleidung. Andere Sorgen, die weggeschoben wurden.
N'Arahn ließ sie kaum aus den Augen. Sie hatte gehofft, auch einmal unbeobachtet zu sein, gegebenenfalls sogar fliehen zu können. Doch selbst wenn er verschwand, um etwas zu Trinken zu holen, spürte sie seine Anwesenheit durch das Armband, als stünde er eng neben ihr.
Nach einer Weile gab sie es auf, ständig übermäßig wachsam zu sein. Sie war unter Menschen, nicht unter Dämonen. Also im Grunde das erste Mal seit einiger Zeit außer Gefahr. Sogar N'Arahn bemühte sich, eine angenehme Begleitung zu sein. Allerdings konnte er nicht aufhören, sie zu überwachen und zu bevormunden, was ärgerlich und demütigend war. Sobald eine Person ihre Nähe suchte, sie gar ansprach, erschien der Dämon an ihrer Seite. Sein steinerner Ausdruck, der stechende Blick und die drohende Haltung vertrieben zuverlässig jeden Menschen.
Trotzdem... Nach und nach entspannte Veidja sich etwas. Das Tanzen war eine nette Abwechslung zu ihrem sonstigen Bewegungsprogramm. Und auch wenn sie N'Arahn dabei auf ungewohnte Weise nahe kam, fühlte es sich nicht bedrohlich oder unangenehm an. Seine menschliche Gestalt half ihr dabei, ganz vorsichtig auch einmal etwas Freude zuzulassen.
Gerade hatten sie eine Weile gesessen und sich, ausnahmsweise einmal friedlich, angeschwiegen, als ein neues Lied beide gleichermaßen hochschnellen ließ. Der Rhythmus war kämpferisch und Veidjas Herz schlug augenblicklich schneller. Sie konnte nicht behaupten, dass sie die Musik besonders schön fand, doch sie wurde einfach mitgerissen.
Smaragdgrüne Augen bohrten sich in ihre Seele. Rückwärts, den Höllenfürsten immer im Blick, überquerte sie die Tanzfläche, die sich wie auf geheimen Befehl geleert hatte. N'Arahn folgte ihr umgehend, seine Haltung forderte sie heraus.
Sie umkreisten sich im Takt der Musik, er fing sie ein, sie stieß ihn weg. Dann lockte sie ihn wieder und er riss sie in seine Arme. Sie glitt an ihm hinab, er fing sie auf und hielt sie kurz, bevor er sie von sich schob, ihr den Rücken zukehrte. Als sie sich entfernte, sah er jedoch sofort wieder nach ihr. Sie ließ ihn ihre Ablehnung spüren, fühlte, wie er von hinten an sie herantrat und um sie warb. Als sie nicht nachgab, wirbelte er sie herum, ließ sie fallen, nur um sie mit dem letzten Schlag der Musik kurz vor dem Boden zu fangen. Sein Gesicht so nah, beide Körper bis zum Äußerten gespannt.
Vorsichtig richtete N'Arahn sie auf, hielt den Engel nah an sich gedrückt. Beide bebten noch vom Tanz, von der Aggression, der Spannung. Dem Kampf.
Veidja fühlte sich, als hätte sie eine weitere Runde in der Arena hinter sich. Nur anders. Besser? Der Duft des Dämons war berauschend, genau wie seine Nähe. Noch immer stand sie in seinen Armen, an seine Brust gedrückt, und spürte jeden Atemzug wie ihren eigenen. Nur für diesen Moment wollte sie es nicht anders haben.
Da wurde ihr die Stille bewusst. Die Menschen gaben keinen Laut von sich, sogar die Musik war stumm geblieben.
N'Arahns Atem kribbelte an ihrem Hals, als er ihr zuflüsterte: „Wir müssen gehen."
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Weltenbruch (18+)
Fantasy///// Ein Engel. Ein Dämon. Zwei unter vielen. Dies ist unsere Geschichte. Manche würden sagen, sie handelt von Wut und Schmerz. Andere würden sagen, es geht um Liebe. Beides ist wahr. Beides ist falsch. Es ist unsere Geschichte. Wir sagen, es geht...
