Wut verzerrte Tazeels eben noch so sanftes Gesicht.
„Wie kannst du es wagen? Wie hast du...?"
Mit einem Ruck sah er zu N'Arahn hoch, zischte diesen an. Er hatte sichtlich die Fassung verloren.
Veidja lehnte sich vorsichtig von ihm weg. Dieser Verführer war noch viel gefährlicher, als sie es hatte ermessen können. Hatte mit ihren Gefühlen gespielt, obwohl sie wusste, was er konnte. Obwohl sie ihn verabscheute, wie niemanden sonst.
Die Bilder, die er ihr eingegeben hatte, waren verschwommen, kaum noch zu fassen. Sie konnte sich nicht erklären, was sie aus seinem geistigen Griff geholt hatte. Aber sie spürte Erleichterung bis tief in ihre Knochen.
„Ich habe nichts getan, und das weißt du. Verschwinde jetzt. Du hattest deine Chance. Bruder." Selten hatte sie N'Arahn so kalt und doch so selbstzufrieden gehört.
Fast zitternd, zumindest vibrierte die Luft um ihn herum, verließ Tazeel den Raum. Auf dem Weg zur Tür drehte er sich noch einmal zu Kriegstreiber und Schlachtenengel um.
„Das ist noch nicht vorbei."
Diese Begegnung war genau so unerfreulich gewesen, wie Veidja sie erwartet hatte. Sie stand auf, um den Rücken durchzubiegen und sich zu strecken. Sie musste sich bewegen und es war ihr egal, dass der Herr der Festung sie dabei beobachtete. Er würde sowieso wissen, dass das Treffen nicht spurlos an ihr vorbeigegangen war.
Sie hörte ihn nicht, aber sie spürte, dass N'Arahn näher gekommen war.
„Arena?"
Es widerstrebte ihr zwar, dem Höllenfürsten in irgendetwas zuzustimmen, es wäre jedoch genau das, was sie nun brauchte. Ein kleiner Kampf, um die Spannung aus den Muskeln und den Grünhäutigen aus ihrem Kopf zu bekommen.
Sie blickte über ihre Schulter. Der Kriegstreiber sah sie nicht an, wie sie es erwartet hatte. Seine Augen waren fest auf die Flügeltüren gerichtet, als wolle er sich versichern, dass sein unwillkommener Gast auch tatsächlich gegangen war.
In dieser Sache sind wir uns doch ähnlich.
Für einen Moment stieß sie dieser Gedanke nicht so sehr ab, wie sie das von sich gewohnt war. Sie ließ es zu; es waren außergewöhnliche Umstände.
Mit einem zustimmenden Brummen holte sie den Krieger aus seiner Versunkenheit. Er nickte ihr zu. Schon auf dem Weg durch die Tunnel entledigte er sich seiner langen Weste und zog die roten Bänder aus seinen Haaren.
Auf seltsame Weise fasziniert, musterte der Engel ihn dabei. Routinierte, alltägliche Bewegungen, die sie jedoch noch nie miterlebt hatte. So abwegig das war, brachten diese Kleinigkeiten sie doch dazu, das Normale in ihm zu sehen.
Auch er war einfach ein Mann; eine Person mit Vorlieben, Abneigungen, gewohnten Abläufen.
Veidja rieb sich, über sich selbst verärgert, mit zwei Fingern die Nasenwurzel.
Und dazu Dämon, sogar Höllenfürst, allgemein ein Vertreter des Bösen und zudem dein Kerkermeister.
Es war definitiv eine gute Idee, den Kopf durch einen ordentlichen Kampf wieder freizubekommen...
Nach dem Arenagang war N'Arahn bester Laune. Inzwischen konnte Veidja das recht gut abschätzen, auch wenn solch eine gelöste Stimmung bei dem Höllenfürsten in letzter Zeit zur absoluten Ausnahme geworden war. Ihr Kampf in der Arena war für ihn gut verlaufen, er hatte sichtbar Spaß gehabt. Und sie selbst konnte nicht leugnen, dass ihr Scharmützel befriedigend gewesen war. Der Dämon hatte einige harte Treffer einstecken müssen. Dieses Mal färbte vorrangig sein Blut den Sand in der Arena. Am Ende hatte er sie aber natürlich doch besiegt, ganz klassisch mit der Schwertspitze an ihrer Kehle.
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Weltenbruch (18+)
Fantasi///// Ein Engel. Ein Dämon. Zwei unter vielen. Dies ist unsere Geschichte. Manche würden sagen, sie handelt von Wut und Schmerz. Andere würden sagen, es geht um Liebe. Beides ist wahr. Beides ist falsch. Es ist unsere Geschichte. Wir sagen, es geht...
