Kapitel 11.3

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So gerne sie ihm auch unterstellt hätte, dass er nur seinen eigenen Vorteil im Sinn hatte, dass er ihr Angst machen wollte, damit sie sich seinen Wünschen fügte, es klang schlüssig, was er sagte.

„Dass du dich an mich gebunden hast, schützt dich in gewissem Maße vor dem Einfluss anderer höherer Dämonen. Solange ich mich mit ihnen messen kann."

Schwächte sie seine Position, schwächte sie ihren eigenen Schutz.

„Ich werde versuchen, diese Adjutantin beschäftigt zu halten. Und du kennst ja mein einnehmendes Wesen." Der Höllenfürst lächelte schief, doch es war keinerlei Amüsiertheit darin. „Aber du musst deinen Teil tun, mich zu unterstützen. Warte." Er hob eine Hand, als Veidja ihre Abscheu nicht mehr ganz unterdrücken konnte. Ein leises Grollen hatte sich in ihrer Kehle gelöst. „Ich bitte nicht um mehr, als einen Waffenstillstand zwischen uns, solange sie in deiner Nähe ist."

Und dann? Der Preis wird steigen, nicht wahr? Erst nur mein Stillhalten, damit ich meine „Sicherheit" nicht gefährde. Was kommt als Nächstes? Sie wollte sich keine Vorstellung davon machen. Und sie weigerte sich, ihm entgegenzukommen.

„Bitte denk zumindest darüber nach."

Wie schaffte dieser Dämon es nur, so geschlagen zu klingen? Obwohl Veidja wusste, dass es Fassade sein musste, rührte sein Tonfall etwas in ihr an. War es möglich, dass wirklich Sorge um sie ein Antrieb seines Handelns war? Sorge um seine Macht, sein Ansehen, ja, auch um seinen Besitz, sicher. Alles andere war einem Dämonen nicht zuzuschreiben. Dass er etwas wie eine Schwäche offenbarte, konnte nur ein Trick, eine Taktik sein.

Oder?

Der Höllenfürst straffte sich. Ohne ein weiteres Wort öffnete N'Arahn mit einem Wink die Tür hinter ihr und drehte sich wieder zum Tisch. Sie war entlassen. Auf dem Weg zurück zu ihrer Kammer wurde sie von einem Hauptmann eskortiert, so dass Veidja ihren Gedanken nachhängen konnte.

Irgendetwas ließ sie an der einzigen vernünftigen Erklärung für N'Arahns Bitte zweifeln. Ein Bauchgefühl, das ihr meldete, dass sie in dieser Sache auf den Höllenfürsten hören sollte. Dass es tatsächlich besser wäre, auf seine Bitte einzugehen, egal, welche Hintergedanken er vielleicht zusätzlich hatte.

Veidja hatte einen schalen Geschmack im Mund.

Nun, vielleicht wartete sie einfach ab, was die Veranstaltung morgen brachte.


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Fast hatte er erwartet, dass sein Engel sich weigern würde, die Kleidung anzuziehen, die er ihr für den heutigen Anlass hatte anfertigen und bringen lassen. Doch als sie den Thronsaal betrat, flankiert von Gorf, der sie abgeholt hatte, sah sie so aus, wie er es sich vorgestellt hatte.

Die weißblonden Haare der Kriegerin und der leichte Bronzeton ihrer Haut hoben sich kontrastreich von der schwarzen Tunika ab. Das leichte Schimmern, das sie immer umgab, verstärkte den Effekt nur. Der Stehkragen passte gut zu ihr, ein schwarzer Gürtel betonte ihre Taille. Die Knöpfe waren rot gefärbt, genau wie die Ränder der Tunikaärmel. Dazu passende tiefrote Hosen, die weit fielen, an den Waden von schwarzen Kampfstiefeln jedoch schmal gehalten wurden.

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