Als er die Tür für Veidja öffnete, ging sie hinaus, ohne ihm ins Gesicht zu blicken. Es hätte ihn nicht verwundert, wenn sie versucht hätte, ihn anzugreifen. Oder zu provozieren, damit er sie tötete, bevor sie sich mit ihm vereinigen musste. Doch der Schlachtenengel strahlte Ruhe aus, Beherrschtheit, fast Kälte.
Ein Stück geleitete N'Arahn die Kriegerin, bis er sie in die Obhut eines Hauptmannes und einer ganzen Truppe seiner niederen Dämonen übergab. Zu gern hätte er gewusst, was in ihr vorging. Etwas zerrte beständig an seinen Nerven, schien ihn zu Veidja hinzuziehen, als könnte nur ihre Nähe Linderung bringen. Je weiter er sich von ihr entfernte, desto schlimmer wurde es. Doch es gab keine Alternative als diese Trennung für den Moment.
Der Höllenfürst schüttelte sich, während er auf den Thronsaal zusteuerte. Er musste Ihm noch eine Nachricht über die Entscheidung des Engels zukommen lassen.
Sollte ich mich nicht freuen, dass sie mich gewählt hat? Sicher, der erste Schritt war getan. Doch was danach kam... Sie würde sich an ihn binden, aber er konnte sie dadurch gerade erst verlieren. Weil sie ihn endgültig verabscheute. Oder weil sie tatsächlich fiel.
Sehnsucht gemischt mit einer unbestimmten, aber gewaltigen Furcht flutete ihn; auf diese Mixtur hätte er wirklich verzichten können.
N'Arahn erledigte seine Pflichten, schickte einen Hauptmann mit einem Kristall zum Herrn der Hölle los, traf Vorbereitungen für den nächsten Umlauf. Seine Gedanken flatterten die ganze Zeit, er brachte kaum Konzentration auf, bis er aufgab und sich in seine Räumlichkeiten zurückzog. Sein Schlaf war unruhig und durchzogen von halbwachen, düsteren Träumen, wenn er nicht strampelnd sein schwarzes Laken herumschob.
Fast war es eine Erleichterung, als die Festung ihm signalisierte, dass der nächste Umlauf begonnen hatte. Die Sonne, die auf die Steine und den roten Sand über der Festung strahlte und Wärme von außen einsickern ließ, weckte ihn zuverlässig. Ein wenig fühlte es sich für ihn an, als wäre die Festung seine zweite Haut, die seine Sinne ergänzte und ihn mit zusätzlichen Informationen versorgte. Selten war der Kriegstreiber so froh gewesen, sich auf diese Empfindungen konzentrieren zu können. Alles, was von seinem Inneren kam, war gerade zu... fragil. Ablenkend. Verwirrend.
Es dauerte nur wenige Augenblicke von dem Moment, in dem er seine Füße auf den schwarzen, warmen Boden aufsetzte, bis er bereit war, vor seine Diener zu treten. Er verdrängte jeden Gedanken an das, was später sein würde, konzentrierte sich auf das Jetzt. Die Festung prüfen, ja, das würde ihn eine Weile beschäftigen.
Im Thronsaal erwarteten ihn bereits seine Hauptmänner, sahen ihm unbewegt dabei zu, wie er sich in den hochlehnigen Eisenholzstuhl setzte, die Füße flach aufgestellt, der Rücken kerzengerade, die Hände um die Armstützen geklammert. Der Stein unter seinen Füßen schmolz, als er sein Feuer rief, verband ihn noch enger mit der Festung, bis er aus sich herausfloss, ganz in Stein, Sand und Lava aufging.
Es war die effektivste Weise nach Schwachstellen und Hohlräumen zu suchen, gerissene Mauern zu reparieren, Kammern und große Höhlen abzustützen. Fand er kleinere Fehler, schickte er seine Diener zielgerichtet an die Stellen, damit sie Unebenheiten ausbesserten oder Tore an Ausgängen verstärkten. So wichtig diese Arbeiten waren, war seine Ungeduld meist zu groß, um sich intensiv mit ihnen zu beschäftigen. Heute... war es genau richtig.
Die Festung zu inspizieren, aufzuräumen und, wo nötig, instand zu setzen, war wie eine Heilung seiner selbst. Als N'Arahn sich wieder in seinen Körper zurückzog und die Füße aus dem Stein löste, war er erschöpft, fühlte sich aber ruhig und ganz.
Selbst als er an die bevorstehende Vereinigung mit seinem Engel dachte, blieb er gelassen. Vielleicht war es trügerisch, denn noch war er etwas entrückt, abgekoppelt von seinen Gefühlen, doch es half ihm. Schließlich verbesserte er die Situation für keinen von ihnen, wenn er zitternd und verstört zu ihr ging. Als er sich in seinem Becken den Staub abwusch, musste er bei dieser Vorstellung in sich hinein lachen.
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Weltenbruch (18+)
Fantasy///// Ein Engel. Ein Dämon. Zwei unter vielen. Dies ist unsere Geschichte. Manche würden sagen, sie handelt von Wut und Schmerz. Andere würden sagen, es geht um Liebe. Beides ist wahr. Beides ist falsch. Es ist unsere Geschichte. Wir sagen, es geht...
