Kapitel 8.2

22 0 0
                                        

„Tazeel hat in letzter Zeit ein erhöhtes Interesse an mir und meinem Besitz entwickelt." Krehn nickte leicht zur Bestätigung; es war inzwischen wohl allseits bekannt. „Ich werde dich nicht darum bitten, ihm Steine in den Weg zu legen." Er grinste und machte eine wegwerfende Handbewegung. „Das könnte ich mir nicht leisten." Das zuzugeben fiel ihm leicht, denn es dürfte kaum jemanden geben, der in der Lage war ein Angebot zu machen, das eine direkte Konfrontation mit der rechten Hand des Herrn der Hölle attraktiv machte. Die Höllenfürstin kicherte leise und signalisierte ihm weiterzusprechen.

„Aber ich möchte mit dir darüber verhandeln, dass du deine Informationen mit mir teilst. Dass du mir Bescheid gibst, wenn dir etwas über seine Pläne zu Ohren kommt. Und daran, dass du entsprechende Kenntnisse hast, zweifle ich nicht."

Krehn bedachte ihn mit einem nachdenklichen Blick.

„Du weißt, dass das ein gefährlicher Weg ist." Sie hob die Hand um ihn vom Sprechen abzuhalten. „Nicht für mich. Ich will den Preis nicht in die Höhe treiben." Sie lächelte. „Ich mochte deine direkte Art von Anfang an und unsere Verhandlungen waren immer sehr zufriedenstellend für mich." Wieder ernst fuhr sie fort: „Aber wie du dich gegen Tazeel stellst, ihn provozierst, ja, natürlich weiß ich davon, schau nicht so. Also, ihn provozierst und reizt. Das ist wirklich gefährlich. Und du spielst auf seinem Terrain. Diese Information gebe ich dir kostenfrei, denn sie ist nicht überraschend: Er wird in Kürze einen privaten Besuch verlangen, um auf deinen Engel einwirken zu können. Glaubst du wirklich, sie kann ihm widerstehen? Dem Ersten unter den Verführern?" Sie schüttelte leicht den Kopf. „Warum diese Mühe? Gib ihm, was er will. Lass uns über die Erstellung eines Nutzungsvertrags verhandeln, hm? Noch gibt es dafür eine Chance."

N'Arahn spürte Entsetzen und Wut wie zwei Schlangen über seine Wirbelsäule kriechen, eine heiß, eine kalt. Er hatte natürlich damit gerechnet, dass Tazeel keine Ruhe geben würde, aber es aus Krehns Mund zu hören, ließ es zu einer Gewissheit werden. Und nein, er konnte Veidja nicht schützen. Er durfte sie nicht abschirmen über den Schutz hinaus, den seine Festung bot. Seine Hoffnungen stützte er nur auf die Sturheit des Engels und ihren Widerwillen gegenüber Tazeel. Das war mager.

Doch... Ein Nutzungsvertrag für Veidja? Damit Tazeel exklusiven und vollen Zugriff bekam und nur mit N'Arahn, niemandem sonst, teilen müsste. Krehn hatte wahrscheinlich Recht, dass er den Verführer auf diese Weise besänftigen könnte, ohne Veidja ganz hergeben zu müssen. Es wäre der leichte Weg, nun, zumindest der leichtere.

Ohne sein bewusstes Zutun versteiften sich seine Muskeln, ließen ihn erstarren, bis er nur noch aus brennender Anspannung zu bestehen schien.

Nein, das ist keine Option.

Der Kriegstreiber zwang sich zu einem Grinsen, das eher einem Zähnefletschen gleichkam. „Ich danke dir für dein zuvorkommendes Angebot." Er meinte es so. Auch wenn er den Vorschlag hasste, Krehn hätte ihn nicht machen müssen, und würde er ihn annehmen, sparte es ihm wahrscheinlich eine Menge Ressourcen und Ärger. „Tazeel hat meinen Besitz beschädigt, mich verhöhnt und mich angeklagt. Ich gehe diesem Kampf nicht aus dem Weg. Aufgeben ist keine Option."

Die füllige Dämonin betrachtete ihn mit zusammengekniffenen Augen während sie langsam mit einer Fingerspitze auf das Ende einer ihrer Stacheln, die aus ihren Schultern wuchsen, tippte. Dann seufzte sie schwer und neigte den Kopf. „Kriegstreiber..." Sie richtete sich wieder auf und klatschte in die Hände. „Gut", verkündete sie fröhlich, „dann lass uns über Informationen verhandeln!"

Sie waren sich schnell einig, denn N'Arahn kannte die Kosten im Groben, so dass er ein angemessenes Angebot machen konnte. Zudem zeigte Krehn sich entzückt über das Geschenk, dass der Höllenfürst ihr mitgebracht hatte: Einen Korb mit Obst aus seinem eigenen Garten.

Weltenbruch (18+)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt