Kapitel 11.1

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Nachdem sie sich an N'Arahn gebunden hatte, hatte sich einiges geändert. Und nichts.

Sie bekam ein größeres Zimmer, diesmal mit einem direkten Zugang zu einem Bad. In diesem Zimmer hatten nicht nur das breite Bett, sondern auch noch ein Tisch und zwei Stühle Platz. Im Grunde, so dachte Veidja bei sich, waren ihre Kammer und der Raum, in dem der Höllenfürst mit ihr speiste, zusammengelegt worden. Die Möbel sahen absolut gleich aus, und auch das Zimmer an sich ließ keine neuen Farben oder Verzierungen erkennen. Immerhin war sie nun verschont von den demütigenden und schmerzhaften Gängen zum Bad.

Als weiteres Privileg hatte sie ein Regal mit einer kleinen Auswahl an Kleidung erhalten. Alles, was sie bisher getragen hatte, oder zumindest Kleidungsstücke, die ihnen zum Verwechseln ähnlich sahen, lag dort. Sie war nicht mehr gezwungen, ständig für sie ausgesuchte Kleider zu tragen.

Trotzdem war sie natürlich weiterhin eine Gefangene. Sie kämpfte auch weiterhin in der Arena, nahm ihr Mana mit dem Höllenfürsten ein und wurde überall außerhalb ihrer Kammer von Dämonen bewacht. Es waren allerdings nicht mehr so viele.

Und... Natürlich hatte das Erlebte den Engel erschüttert, auch wenn zum Teil auf andere Art, als sie befürchtet hatte. Zwar füllte die Routine wieder ein erhebliches Maß ihrer Zeit aus, doch es blieb genügend übrig, zu grübeln. Über ihre Situation. Darüber was sie tun würde. Vielleicht tun musste.

Es gab einen Gedanken, der sich ihr immer wieder aufdrängte, den sie aber am liebsten ausgemerzt hätte. Er ließ sie mehr verzweifeln, als der Fakt, bei einem Dämonen gelegen zu haben. Sie hatte, wenn auch nur für einen Moment, sich wirklich darauf eingelassen. Nicht nur Zwang gespürt oder Wut. Sondern Hingabe. Hatte sich von dem Sehnen in N'Arahns Augen verleiten lassen.

Es war nur ein Moment der Schwäche gewesen. Oder?

Nein, sie würde nicht mehr zulassen, dass er sie so verwirrte.

Ein, zwei Umläufe hatte sie darauf gewartet, dass N'Arahn in ihrer neuen Bleibe auftauchen würde, um von seinem „Recht" Gebrauch zu machen. Dass er erwartete, dass sie nun widerstandslos sein Bett teilen würde.

Sie erinnerte sich daran, wie unnatürlich kalt es ihr geworden war, als er zum ersten Mal nach ihrer Vereinigung zu ihr gekommen war.


Sie hatte gerade erst den Schmutz des letzten Arenakampfes von sich gewaschen und sich bequeme Kleidung, ein Paar Hosen und ein weites Hemd aus einem grauen Stoff, angezogen. Das Geräusch an der Tür ließ sie erstarren, doch sie zwang sich zu Ruhe. Ihre „Fütterung" war fällig, so dass der Höllenfürst sie wohl abholen ließ.

Stattdessen stand N'Arahn selbst in der Tür. Einen Moment wartete er, dann betrat er den Raum und schloss die schwere Metalltür leise hinter sich. Ohne weiteres Zögern steuerte er auf einen der Stühle zu und fragte mit einem Wink zu diesem: „Darf ich mich setzen?"

Veidja nickte, blieb selbst jedoch stehen, lehnte sich nur gegen den zweiten Stuhl. „Ich kann dich doch eh nicht hindern."

N'Arahn zog seinen Stuhl etwas vom Tisch weg, um sich zu setzen. Er wirkte entspannt auf den Engel. Nun, dazu hatte er wohl jeden Grund. Sie würde nicht in der Lage sein, ihn anzugreifen, ohne ihre Seele aufs Spiel zu setzen. Zumindest vermutete sie das, schließlich war sie an ihn gebunden. Was genau diese Bindung bedeutete, wusste sie nicht, wie sie sich inzwischen eingestanden hatte.

Ob sie je wieder direkt gegen ihn kämpfen würde?

Der Kriegstreiber sah sie offen an, das Grün seiner Augen schien ihr gedämpft.

„Sicher. Aber ich habe dir gesagt, dass dir gewisse Privilegien zustehen werden. Dass ich frage, ist eines davon." Ein schräges Grinsen ließ sie ein paar seiner Zähne sehen. „Wie möchtest du dein Mana?"

Weltenbruch (18+)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt