Sie lag auf dem Rücken und versuchte mit geschlossenen Augen alles auszublenden. Sich ausschließlich auf ihren Atem zu konzentrieren. Sie war sich ihrer Nacktheit nur zu bewusst, und dessen, was gleich geschehen würde. Normalerweise war sie ganz und gar nicht passiv, aber dieses Mal... Dieses Mal war anders.
Denk an etwas anderes, lenk dich ab! Du überstehst es, dein Körper kennt Schmerzen aus unzähligen Kämpfen; dies hier wird nicht schlimmer werden.
Sie belog sich, und das wusste sie. Doch wenn sie eine Chance haben wollte, geistig gesund aus all dem hervorzugehen, es vielleicht für sich zu nutzen, dann hatte sie keine Wahl. Veidja beschwor Bilder vom Weißen Berg, seinen Hallen und grün-bunten Gärten. Vom Licht, das durch Blätterdächer schien. Dachte an das Lachen und die Gesänge.
Die schönen Erinnerungen zerplatzten, als das Gewicht eines weiteren Körpers ihre Lage auf dem Bett leicht veränderte. Ihre Sinne waren sofort zum Zerreißen gespannt. Das leichte Aroma von Rauch und Metall, das von dem Höllenfürsten ausging, stach in ihrer überempfindlichen Nase. Sie spürte die Wärme, die er an ihre Seite ausstrahlte, obwohl er sie nicht berührte.
Hatte sie erwartet, dass er sich sofort auf sie stürzte und es schnell vorbei war? Zumindest hatte sie es fast gehofft. Dass er brutal sein konnte, hatte sie mit eigenen Augen gesehen.
Je länger es dauern würde, desto schwerer würde sie es ertragen können. Diesmal blitzten Erinnerungen an die Berührungen des Grünhäutigen auf. An seine Schmerzen und Demütigungen bringenden Hände, an seine genussvollen Laute während er sie missbrauchte. Sie ballte die Hände zu Fäusten, versteifte sich. Wollte sich entspannen, um es sich leichter zu machen, doch es gelang ihr nicht. Ihr Geist fand die angenehmen Bilder nicht mehr, sie sah nur die roten Augen des Höllenfürsten, der sich an ihrer Hilflosigkeit und ihrem Ekel ergötzte.
Warum tat er es nicht endlich? Warum nahm der Fürst der Festung nicht, was ihm seiner Meinung nach zustand, und ließ sie dann wieder in Ruhe? War es Teil seines Plans, sie zu zermürben? Wollte er darauf warten, dass sie sich sicherer fühlte, um ihr dann umso mehr Schmerz zuzufügen? Überlegte er noch, wie er sie am besten quälen konnte?
Dagegen konnte sie etwas tun. Sie konnte ihn provozieren.
„Was ist? Hast du es dir anders überlegt?" Ihre Stimme war belegter, als sie sich das wünschte. Das konnte sie besser. Mit einem giftigen Unterton schleuderte Veidja N'Arahn entgegen: „Oder hatte dieser Verführer doch recht? Kannst du es gar nicht? Brauchst du deswegen deine Schatten?"
Das hatte getroffen, sie hörte ihn nah an ihrem Kopf knurren. Fast war sie erleichtert; bald würde es vorbei sein.
Trotzdem durchfuhr sie ein angstvolles Schauern, als er mit seinem Arm über sie griff, sie an sich zog. Sie fühlte die harten Muskeln seiner Brust und seines Bauches an Arm und Schultern, seine Haare dort kitzelten ihre gerade besonders empfindliche Haut. Er legte sein Bein über ihres und presste seine Hüfte an ihre Seite. Sie fühlte ein heißes Pulsieren an ihrer eingeklemmten Hand, konnte nicht davon zurückweichen. Ihr anderer Arm wollte hochzucken, doch er hatte diesen fest umschlossen, als er sie näher zog. N'Arahn hatte seinen Kopf wohl auf einer Hand aufgestützt, vergrub sein Gesicht jedoch in ihren Haaren. Sie fühlte es kühl über ihre Kopfhaut streichen, als er an ihrem Scheitel scharf die Luft einzog. Leise murmelte er direkt an ihr, so dass seine Lippen ihre Haare bewegten: „Sag das nicht. Denk nicht an ihn."
Entgegen aller Bemühungen, N'Arahn und sein Handeln möglichst auszublenden, brannte jeder kleinste Teil Haut, den er berührte. Alles war überdeutlich. Auch sein Geruch verstärkte sich, Rauch und Metall mischten sich mit Wacholder. Es verwirrte sie, obwohl oder gerade weil ihr dieser Duft inzwischen so vertraut war. Sie wollte kämpfen wie es ihre Natur und Pflicht war und musste sich doch zwingen, diese anormale Nähe zu dem Höllenfürsten auszuhalten.
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Weltenbruch (18+)
Fantasy///// Ein Engel. Ein Dämon. Zwei unter vielen. Dies ist unsere Geschichte. Manche würden sagen, sie handelt von Wut und Schmerz. Andere würden sagen, es geht um Liebe. Beides ist wahr. Beides ist falsch. Es ist unsere Geschichte. Wir sagen, es geht...
