pov Shawn
Der Knall hallte durch das Diner und kurz war alles wie erstarrt. Im nächsten Moment fasste sich der Anführer der Männer mit schmerzverzerrten Lauten an die Schulter und seine Beine knickten ein. Seine Waffe fiel klirrend zu Boden.
Doch die anderen Männer reagierten sofort und schossen wutentbrannt zurück. Der Lärm war unglaublich, Schüsse fielen, Glas zersplitterte und Menschen schrien. Ich hielt mir die Ohren zu, während ich versuchte meine Atmung unter Kontrolle zu bringen. „Bleibt unten!", rief Heather uns durch den Lärm zu und ihr Griff um uns verhärtete sich. Ich spürte ihre wahnsinnige Anspannung als sie ohne auch nur eine Sekunde ihren Blick abzuwenden, Katelyn beobachtete.
Da hörte ich ein schmerzerfülltes Keuchen und sah wie meine zweitälteste Schwester sich an den Arm fasste. Blut trat unter ihren Fingern hervor. „Oh nein", murmelte Heather. Doch im Gegensatz zu dem Anführer blieb Katelyn stehen und richtete mit hochkonzentrierten Blick wieder ihre Waffe auf die Männer. „Legen Sie die Waffen nieder! Sofort!", schrie sie, aber ihre Worte gingen im Lärm unter.
Dann plötzlich ertönte ein weiteres Geräusch. Und während es sich zuvor angefühlt hatte, als würde die Zeit still stehen, ging nun alles ganz schnell. Blaulichter fluteten den Raum und mehrere Stimmen brüllten Kommandos. Ein SWAT Team stürmte durch die Eingangstür, in voller Montur und mit geladenen Maschinengewehren. Ich war starr vor Angst. Mittlerweile konnte man kaum etwas sehen, überall war Rauch und die Lichter waren aus. Nur ein paar Taschenlampen erhellen den Raum.
Was wenn Katelyn etwas passiert? Was wenn die Männer plötzlich in unsere Richtung schießen. Was wenn - meine Gedanken wurden unterbrochen als ich einen SWAT Offizier brüllen hörte: „Runter auf den Boden! Hände hinter den Kopf!" Vier der Männer taten was er sagte, darunter der verletzte Anführer. Einer jedoch schien nicht aufgeben zu wollen und griff nach seinem Maschinengewehr. „Nein", keuchte ich mit angehaltenen Atem. Ein weiterer Schusswechsel entbrannte.
Ich duckte mich und nahm schützend die Hände über meinen Kopf. Kugeln durchbohrten die Wände und der Mann ging schreiend zu Boden nachdem er getroffen wurde.
Dann war es mit einem Mal ganz ruhig und ich traute mich, wieder aufzusehen. Mein Herz klopfte wie verrückt. Die Männer wurden gerade verhaftet und Sanitäter kamen hinzu. Wo ist Katelyn?
Dann entdeckte ich sie. Sie saß an eine Wand gelehnt, ihre Waffe neben sich. Mit beiden Händen drückte sie auf ihr Bein, aber auch ihr Arm blutete. „Katelyn", rief Heather während sie aufstand. „Bleibt hier bis es ganz sicher ist, verstanden?" Ohne auf eine Antwort zu warten lief sie los. Ein Polizist wollte sie aufhalten, doch nachdem sie erklärt hatte, dass sie Notärztin, war, ließ er sie durch. Sie kniete sich neben Katelyn und beide sprachen kurz miteinander, bevor Heather die beiden Schusswunden untersuchte.
Doch ich konnte nicht weiter über meine Schwester nachdenken, da mich plötzlich jemand am Arm antippte. „Hey, wie heißt du?, fragte ein Polizist. Ich starrte ihn an. Keine Ahnung warum aber ich schaffte es nicht zu antworten. Alles um mich herum fühlte sich so weit weg an. Die Geräusche waren dumpf, wie durch Watte.
„Er heißt Shawn.", antwortete Cassy an meiner Stelle. Als ich sie ansah konnte ich ihre verheulten Augen sehen. „Na dann kommt mal mit. Ich bringe euch nach draußen", sagte der Polizist. Die Zwillinge standen auf, doch ich schaffte es nicht. Meine Beine fühlten sich an als wären sie aus Blei. Ist es überhaupt sicher? Sind die Männer wirklich weg?
„Na komm Shawn. Es ist jetzt alles gut", ermunterte mich Madison und reichte mir ihre Hand. Dann liefen wir nach draußen. Heather blieb bei Katelyn. Hoffentlich wird sie wieder gesund.
Draußen wurden wir zum Parkplatz des Restaurants gebracht, wo sich alle sammelten. Madison telefonierte mit Stacy damit sie sich keine Sorgen machte. Ich saß neben den Zwillingen und Hillary auf einer Bank. Es fühlte sich komisch an hier zu sitzen. Um uns herum war Trubel. Polizisten liefen umher, die anderen Gäste des Hotels standen oder saßen auf dem Parkplatz. Manche lagen sich weinend in den Armen, andere wurden von Polizisten befragt.
Drei Rettungswägen standen auch auf dem Platz. Wird Katelyn in einen dieser Wagen gebracht? Direkt daneben standen das Auto eines bekannten Nachrichtensenders. Nicht weit von uns beantwortete der Pressesprecher der Polizei einige Fragen.
„Unter den Gästen gab es keine Verletzten. Zwei der an der Tat beteiligten Männer, sowie eine Agentin des CIA, die sich unter den Gästen befand und eingegriffen hat, wurden angeschossen und erhalten medizinische Versorgung. Es gibt keine Toten. Wir rechen mit einer schnellen Aufklärung des Falls. Über die genauen Motive können wir derzeit nichts sagen."
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Little Brother
Teen FictionHier geht es um Shawn den jüngsten der acht Silver Geschwister. Begleitet ihn in seinem Leben mit großen sieben Schwestern..
