TW Selbstverletzung
pov hillary
Ich kann das einfach nicht mehr.. Diese Leere, diese Trauer, es geht einfach nicht weg.. Die Familienfeier vor einer Woche hat mir endgültig den Rest gegeben. Ich will nicht die ganze Zeit Angst haben müssen, dass jemand die Narben sieht und mir anhören müssen, daß ich doch einfach glücklich sein solle. Ist ja nicht so, dass ich das bereits versuche.. Bin ich das Problem? Meine Schwestern haben so viel Stress wegen mir, sie müssen die ganze Zeit Angst um mich haben. Ich will keine Last mehr sein.
Während unaufhörlich Tränen von meinen Wangen tropften, setzte ich zu einem zweiten Schnitt an. Für einen Moment fühlte ich Erleichterung, endlich ein anderes Gefühl als diese tiefe Trauer und Leere. Zumindest für einen Moment..
„Hillary, kommst du? Es ist Zeit ins Bett zu gehen", hörte ich plötzlich die Stimme meiner ältesten Schwester von draußen. Schnell versteckte ich die Rasierklinge, zog die Ärmel meines Pullis über die frischen Wunden und wischte die Tränen weg. Nachdem ich mir noch einmal Wasser ins Gesicht gespritzt hatte, schloss ich auf und ging aus dem Badezimmer. Draußen standen Heather und Katelyn. Warum beide? Nervös schaute ich meine Schwestern an. „Wir haben uns Sorgen gemacht, weil du so lange im Bad warst", erklärte Katelyn, als sie meinen Blick bemerkte. „Zeig uns bitte deine Arme", forderte Heather mich mit sanfter, aber bestimmender Stimme auf. Ich schüttelte den Kopf und wollte an den beiden vorbeilaufen, doch Katelyn hielt mich fest. „Na komm." Plötzlich spürte ich, wie mir wieder Tränen in die Augen stiegen. Vorhin erst hatten die zwei mir gesagt, dass sie stolz auf mich sind, weil ich mich schon seit ein paar Tagen nicht mehr verletzt habe und jetzt? Natürlich muss ich wieder alles kaputt machen..
„Warum weinst du?", fragte Heather besorgt und nahm mein Gesicht in ihre Hände, um mir sanft die Tränen wegzuwischen. „W-weil i-ich euch schon w-wieder enttäusche", schluchzte ich. Auf ihren fragenden Blick hin, krempelte ich die Ärmel meines Pullis hoch und hielt Heather meine Arme hin. Zwei frische blutverschmierte Striemen waren zu sehen. „Oh Hillary", hörte ich Katelyns traurige Stimme hinter mir. „Ich wollte es nicht, wirklich nicht. Aber ich musste einfach etwas anderes spüren, ich halte das nicht aus" schluchzte ich und ließ mich erschöpft auf den Boden sinken. So langsam merkte ich auch, wie sehr die Verletzungen schmerzten.
Heather stand auf und kam kurz darauf mit ein paar Sachen in der Hand wieder. Sie desinfizierte die Wunden und wickelte dann einen Verband darum. Die ganze Zeit über schwieg sie und sah mich kein einziges Mal an. Jetzt ist sie wirklich enttäuscht.. Warum habe ich nur alles kaputt gemacht?
„Wärst du jetzt bereit in die Klinik zu gehen?", fragte sie plötzlich. Die letzten Wochen hatte ich mich vehement gewehrt, doch jetzt erschien es mir wie die letzte Möglichkeit, wieder mein Leben zurück zu bekommen. Also nickte ich zaghaft, woraufhin Heather leicht lächelte. „Und allein für diese Entscheidung sind wir wieder wahnsinnig stolz auf dich", meinte sie, „heute Nacht schläfst du bei mir und morgen bringen wir dich zusammen hin und sprechen mal ganz in Ruhe mit den Ärzten da. „Okay", erwiderte ich leise, „ich hab Angst davor. Man hört immer soviel schlechtes über psychiatrische Kliniken" sprach ich ehrlich aus, was ich dachte. „Das stimmt, aber nicht alle Kliniken sind so, es kommt auch viel auf einzelne Pfleger oder Ärzte an. Zudem nimmt jeder Patient die Zeit dort anders war. Ich kenne die Klinik in die wir dich bringen gut, dort habe ich auch schon mal gearbeitet. In letzter Zeit habe ich bezüglich dir auch schon mehrmals mit einer Ärztin dort telefoniert, wir kennen uns aus dem Studium und sie wird deine Behandlung übernehmen. Außerdem kommst du ja auf eine offene Station, das ist nochmal ein großer Unterschied zu einer geschlossenen. Wir werden dich jeden Tag besuchen und wenn etwas ist, kannst du uns jederzeit anrufen. Nichts wird über dich hinweg entschieden, versprochen. Hilft dir das weiter?" Ich nickte, nun schon deutlich zuversichtlicher.
Dann nahm Heather mich mit in ihr Zimmer, wo ich fast die ganze Nacht lang wach da lag und nachdachte. Ich hatte immer noch Angst, vor dem, was mich erwartete. Aber ich will wieder gesund werden...
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Little Brother
Teen FictionHier geht es um Shawn den jüngsten der acht Silver Geschwister. Begleitet ihn in seinem Leben mit großen sieben Schwestern..
