pov Heather
„Wann bringen wir sie hin?", fragte Katelyn beim Frühstück. Wir saßen zusammen auf der Terrasse, während Hillary noch oben schlief. Sie hatte die ganze Nacht kaum geschlafen, also wollten wir sie noch nicht wecken. Die anderen waren alle schon weg. „Ich habe vorhin mit Linda telefoniert, meiner alten College Freundin, sie wird Hillary behandeln. Wir können gegen 3 pm vorbei kommen, dann ist noch genug Zeit, alles zu besprechen und Hillary die Klinik zu zeigen." „Alles klar", nickte meine Schwester. „Später müssen wir aber auf jeden Fall nochmal mit Shawn und den Zwillingen über vorgestern sprechen. Vielleicht sollten sie auch für kurze Zeit eine Therapie machen, da gibt es Angebote von der Krisenintervention nach solchen Vorfällen." „Unbedingt, das ist eine gute Idee"
Bevor wir losfuhren, halfen wir Hillary noch dabei, ihre Sachen zu packen und kurz vor drei ging es Richtung Klinik. Zum Glück war sie nur etwa dreißig Minuten entfernt, sodass es kein Problem war, sie täglich zu besuchen. Nach einigen Minuten hielten wir dann vor dem großen und hellen Gebäude der Kinder- und Jugendlichen Psychiatrie, welches sehr modern und einladend aussah. In den letzten Jahren wurde hier viel renoviert und sogar ein großer Garten angelegt. Hillary stieg langsam aus und sah sich erst einmal um. „Was denkst du?", fragte ich sie, während ich ihr eine Strähne aus dem Gesicht strich. „Sieht eigentlich ganz einladend aus", meinte sie zögerlich. Katelyn lächelte und reichte ihr ihre Hand: „Dann lass uns mal reingehen." Ich nahm noch die zwei Taschen aus dem Auto und folgte den beiden dann. „Hast du irgendwelche Wünsche, wie wir das mit den anderen besprechen sollen, dass du jetzt hier bist? Also irgendwas, was wir nicht erzählen sollen zum Beispiel" „Eigentlich nicht, aber es wär toll wenn ihr die ganzen Details, wie, dass ich nachts nicht gut schlafen kann oder das ich mich wieder verletzt hab, weglassen könntet. Madison könnt ihr ruhig alles erzählen, das macht ihr ja sowieso meistens und das stört mich auch nicht" „Alles klar, dann machen wir das so"
Dann betraten wir schon den Empfangsbereich. Alles war bunt und keineswegs trostlos oder abschreckend gestaltet. Eine junge Frau saß am Thesen und lächelte uns an. „Sind Sie Familie Silver?", fragte sie. „Ganz genau", antwortete ich. „Dann unterschreiben Sie bitte dieses Formular, danach bringt meine Kollegin sie zu Dr. Bloom." Während ich unterschrieb kam eine andere Frau auf uns zu und führte uns dann zu den Ärztebüros. Als wir Lindas Büro betraten, stand sie lächelnd auf und wir umarmten uns zur Begrüßung. Danach schüttelte sie Katelyn die Hand und ging dann auf Hillary zu. „Hi, ich bin Linda. Du bist bestimmt Hillary, richtig?" Die angesprochene nickte schüchtern. Man merkte ihr an, dass ihr die ganze Situation noch Angst bereitete, normalerweise war sie ein total offener und selbstbewusster Mensch.
Dann folgte ein längeres Gespräch über Hillarys Krankheitsgeschichte und die Behandlungsmöglichkeiten in der Klinik. Hillary würde Antidepressiva bekommen und verschiedene Therapien machen. Nach ein paar Wochen kann sie dann erst für einzelne Tage oder irgendwann auch länger nach Hause kommen, bis sie wieder ganz bei uns bleiben kann. Mit der Schule wird es genauso gemacht. Alle waren mit dem Plan einverstanden, also machten wir dann einen Rundgang durch die Klinik, bis wir zu ihrem Zimmer kamen.
Wir hatten extra etwas mehr Geld bezahlt, damit sie ein Einzelzimmer bekommt. Linda verabschiedete sich von uns und wir blieben mit Hillary in ihrem Zimmer. Man konnte von dem großen Fenster toll auf den Garten und den dahinter liegenden Wald blicken. Nachdenklich stand unsere kleine Schwester am Fenster und sah nach draußen. „Was denkst du?", fragte Katelyn sanft. „Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Ich hab Angst, aber gleichzeitig will ich unbedingt gesund werden.", sagte sie und sah uns ein wenig verzweifelt an. „Ganz ruhig. Du brauchst keine Angst haben, es wird dir hier gutgehen. Und nur weil du nicht zuhause bist, heißt das ja nicht, dass wir nicht für dich da sind. Wir werden dich bei allem unterstützen, versprochen.", meinte ich beruhigend. Sie wirkte immer noch ziemlich aufgewühlt, verständlicherweise. Das hier ist ein großer Schritt und erfordert viel Mut. Sie muss sich erst einmal einleben und mit der Situation vertraut werden. Dann kam mir eine Idee und ich sprach mich kurz leise mit Katelyn ab.
„Hillary, was hältst du davon, wenn eine von uns die erste Nacht hierbleibt?" Erstaunt sah sie mich an, doch dann nickte sie lächelnd. „Das wäre toll." „Alles klar, dann bleib ich hier und Katelyn holt mich morgen ab."
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Little Brother
Roman pour AdolescentsHier geht es um Shawn den jüngsten der acht Silver Geschwister. Begleitet ihn in seinem Leben mit großen sieben Schwestern..
