Ich bin kein Mensch wie du, mein Herz nicht schlägt dasselbe Blut.
Den gleichen Mond seh ich, wie du, drunten aus der Flut.
Ich bleib zurück am Grund, sehn mich nach dem warmen Licht,
Welch warm und stark von dir, hinab zu mir rasch zerbricht.
Oft sah ich dich vom Ufer, wenn die Frühsonn noch nicht da.
Ich recke meine Hand, bist doch zu weit, fern, nicht nah.
So könnt ich dich berührn, wie stark wär der Schmerz für mich.
Ein Fluch des Alberichs, so käm mein Tod so schrecklich.
Mein Ring nicht ist aus Gold, der Ring mein Herz und Sein.
Wenn Liebe dir ich geb, so gibst du mir mein' Pein.
Darf nie den Ring verliern, ich sonst zu Gischt zersterb,
Nur einen Kuss von dir, so wär es mein Verderb.
Sirene ich bin nicht, sing dir nicht den Tod herbei,
Rheintochter bin ich nicht, ich bin keine von den drei.
Doch singen ich will dir, wenn du fährst aus für Sold.
Ich auf dem Felsen bleib, ich bleibe tief bei meinem Gold.
Die Wellen Tragen mein Lied, die Tränen füttern den Fluss,
Wenn dich ein Tropfen trifft, es ist von mir ein Kuss.
Es wird der Rhein nicht ebben, so die Vile dich liebt,
so wie die Vile Liebestränen für dich gibt.
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Dichtkunst
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