Verschlafen blinzelnd öffnete ich meine Augen. Ich hatte wirklich ganz gut geschlafen, das erste mal seit Wochen. Ein sehr schönes Gefühl, wie ich zugeben musste. Außerdem war mir angenehm warm, ein Gefühl der Geborgenheit lullte mich ein und hielt mich davon ab aufzustehen. Es war gerade einfach viel zu bequem hier liegen zu bleiben. Aber ich könnte ja schon mal Frühstück machen, so als dank dafür, dass Bergmann gestern so nett zu mir gewesen war. Also wollte ich aufstehen aber etwas, besser gesagt jemand, hielt mich zurück. Ich hatte es im Halbschlaf zwar nicht gemerkt, aber anscheinend hatte er einen Arm um mich gelegt und meinen Aufstehversuch mit einem Knurren und einer Verstärkung seines Griffs um mich quittiert. Da hatte sich wohl jemand nicht an „jeder bleibt auf seiner Seite" gehalten. Er schien allerdings noch zu schlafen. Also versuchte ich mich vorsichtig und ohne ihn zu wecken aus seinem Griff zu winden, nur ließ er nicht locker. Das war doch jetzt nicht sein Ernst? Es reicht doch schon dass er auf meiner Seite überhaupt nichts zu suchen hatte, aber zusätzlich musste er mich ja nicht auch noch festhalten. Andererseits würde das bedeuten, dass er wach war. Im Schlaf könnte er niemals genügend Kraft aufbringen. Und wenn er wach war musste ich auch keine Rücksicht auf ihn nehmen. Gedacht, getan. Ich wollte mich nun mit mehr Kraftaufwand aus seinem Griff befreien, aber er verstärkte diesen sofort und knurrte leise. Weiterhin versuchte ich mich aus seiner Umklammerung zu winden aber er grummelte nur widerwillig und drückte mich noch näher an sich. Jetzt reichte es mir aber langsam. "Ich will noch nicht aufstehen" , murrte er leise. Ich drehte mich soweit, dass ich ihn anschauen konnte. Seine Haare hingen ihm quer übers Gesicht, sein Blick war noch von Müdigkeit erfüllt und seinen einen Arm hatte er immer noch um mich gelegt. Als er mich ansah zuckte er kurz zusammen, wurde rot und ließ mich augenblicklich los. "Oh sorry. Ich habe ganz vergessen, dass du.... also..du..ähm.. du hattest wieder einen Albtraum... und ich wollte dich eigentlich wecken. Aber du hast dich dann irgendwie beruhigt... also und dann dachte ich.. ich bleibe einfach so liegen wenn du dann schlafen kannst." Ihm war das Ganze anscheinend ziemlich unangenehm. Und mir ging es nicht anders. Und es war ja eigentlich lieb gemeint gewesen. Egal, ich sollte wohl besser schnell das Thema wechseln. "Eigentlich wollte ich ja Frühstück machen. Aber wenn du mich nicht gehen lässt..." Sofort fingen seine Augen an zu strahlen. "Frühstück?", fragte er hoffnungsvoll "bitte, bitte! Ich bin am Verhungern!" Er verzog sein Gesicht und versuchte einen bettelnden Hundeblick auszusetzen. Ich kicherte leise, wie süß er... Nein! Ich sollte aufstehen und das Frühstück vorbereiten. Ich streckte mich noch einmal und stand dann langsam auf. Ich spürte Bergmanns Blick in meinem Rücken. Jetzt war es mir doch ein wenig unangenehm nur Boxershorts zu tragen. Aber ich hatte gelernt meine Unsicherheit zu überspielen. Also lief ich mit übertrieben viel Hüftschwung zur Treppe die ins Erdgeschoss führte und drehte mich noch einmal um um Bergi zuzuzwinkern. Der lachte und gab ein „Rawwr!" von sich. Ein Glück war die angespannte Stimmung zwischen uns wieder weg, ich liebte es wenn wir so ungezwungen herumalbern konnten. Dann fiel mir auf, dass meine Klamotten ja noch in dem Zimmer lagen und ich lief wieder zurück um sie mir schnell anzuziehen. Da Bergmann mich die ganze Zeit beobachtete war ich aber wieder so nervös geworden, dass ich alles entweder falsch herum anzog oder unelegant nach meinem Gleichgewicht suchend durch die Gegend hüpfte. Ihn schien das köstlich zu amüsieren, aber ich beeilte mich um möglichst schnell aus dieser unangenehmen Situation fliehen zu können. Die Treppen rannte ich schon fast runter und ich war gerade sehr froh, dass er aufgrund meiner Maske nicht sehen konnte wie rot ich angelaufen war. Was war nur mit mir los? Aber gut. Ich wollte etwas zu Essen holen. Ein paar frische Brote, Eier die ich kochen wollte und etwas Honig. Hoffentlich mochte er das überhaupt...
Als ich die Sachen geholt hatte und der Tisch gedeckt war ging ich Bergmann holen. Er lag immer noch eingekuschelt im Bett und murrte nur unwillig als ich ihm sagte er solle aufstehen. Als dann aber das Wort „Frühstück" fiel war er auf einmal wie ausgewechselt. Sofort war er hellwach, stand blitzschnell auf und rannte an mir vorbei die Treppe runter. Überrascht von seiner plötzlichen Euphorie musste ich schmunzeln, manchmal konnte er echt die gute Laune in Person sein.
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Die zwei Seiten eines Menschen
FanfictionHallo als erstes das ist nicht meine eigene ff die habe ich auf Fanfiction. de gefunden und ich hab die fertig gelesen und sie ist echt der Hammer deswegen zeige ich euch sie viel Spaß es ist eine GLP x Herr Bergmann ( es gibt viel zu wenig aber na...