Nick
Nachdem Lina geduscht hat, ist sie nach Hause gefahren.
Ich sitze nun an meinen Hausaufgaben für Morgen und denke über die Berechnung des Flächeninhaltes eines Kreises nach, und wie viele cm sich der Radius verändert, wenn sich der Umfang um 3 cm vergrößert.Fünf Minuten später habe ich die Lösung und bin somit fertig mit meinen Hausaufgaben. Ich schaue auf mein Handy und sehe das Lina mir geschrieben hat:
~Hiiii
>Hi
~Ähm... hast du Mathe
>Was erwartest du von mir
...ja klar!~kanst du mal schicken?
Bittttöööööö
Nur so als ...
Kontrollierung...>Ähmm... schick ein bild von
deinen~-.-
~Nacht> :* Nacht
Ich packe noch schnell meine Sachen für den nächsten Tag, bevor ich mich in mein Bett lege und auch schon sofort einschlafe.
Mein Traum ist am Anfang verrückt. Ich gehe durch den strömenden Regen wie heute Mittag.
An mir vorbei läuft ein riesiges Gummibärchen das mir fröhlich winkt und ein typischer, super- perfekter Film-Doktor der mich anlächelt und sagt
"Das Pankreas in deinem Hirn ist gerissen, ruft sofort Dobby, damit wir dich operieren können."
Schnell renne ich weg und rufe: " Dobby ist tot".
Als ich ein bisschen gelaufen bin, sehe ich Li auf dem Boden sitzen. Gerade will ich mich zu ihr setzen, als sie aufsteht, meine Hand nimmt und mich mit ihr zieht.
Lina lächelt bevor sie mich loslässt und in eine Pfütze springt.
Ohne zu überlegen folge ich ihr und springe auch, doch die Pfütze hat keinen Boden. Ich falle immer tiefer in ein schwarzes Loch.Ich falle und falle.
Ohne Vorwarnung lande ich auf einem Bett, in einem Zimmer, welches ich sehr gut kenne.
Es ist Steffanies Zimmer.
Doch nicht der Raum, den ich letzten Samstag verlassen habe, sondern der, der mit Postern zugeklebt ist, und ihrem 12- jährigen ich gehört.Steff sitzt neben mir auf dem Bett. Wir unterhalten uns über den Film, aus dem wir gerade gekommen sind.
Das weiß ich, weil es eine Erinnerung ist.
Irgendwann finden wir keinen Gesprächsstoff mehr und sitzen nur noch schweigend da.Plötzlich habe ich das Gefühl sie jetzt küssen zu müssen.
Langsam beuge ich mich vor, und sie sich auch.
Doch kurz bevor sich unsere Lippen berühren, öffnet sich die Tür und Tobias, Steffanies großer Bruder, kommt rein. Sofort ziehe ich mein Gesicht zurück und hoffe das er nichts gesehen hat.
"Steffanie? Wir wollen wieder in den Sommerferien Segeln gehen und ich wollte fragen ob du mit willst.
Du, Papa und ich! Wie wär's?"
"Ja klar! Wieder auf dem Segler von letzten Jahr?" , fragt sie freudig.
"Ja! Das ist Klasse, wenn du willst kannst du auch Lina einladen, da Mama ja nicht mitkommt."
Meint er noch, bevor er aus der Tür verschwindet.
Plötzlich fällt mir ein, dass ich doch noch nach Hause muss.
Es ist meistens so, dass ich die Zeit vergesse, wenn ich bei ihr bin.Ich verabschiede mich schnell von Steff und gehe. Draußen vor der Tür treffe ich auf Tobias, der mich misstrauisch anguckt.
"Nick, du bist ein netter Kerl" sagt er plötzlich, "und du solltest nicht vergessen, dass Steffanie meine Schwester ist! Also verletzte sie nicht!"
Den letzte Satz hat er leise und bedrohlich gesagt. Ich will gerade durch die Tür gehen, da weckt mich ein schriller Klingelton und holt mich wieder in die Realität zurück.
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15 Wishes
Teen FictionSteffanie Koblinski ist erst 15, als sie an Krebs stirbt. Sie hinterlässt ein Tagebuch, indem sie die letzten Wochen vor ihrem Tod festhält, und eine Liste mit 15 Dingen, die sie vor ihren Tod erledigen möchte. Da sie nicht alle Punkte erledigen kon...