[Jimin P.O.V]
Wenn man nie träumt, wie soll man dann wissen was ein Traum und was Realität ist?
Heute wünsche ich mir das erste Mal, ich würde träumen, auch wenn es ein Albtraum ist.
Gerade sitze im Körper von Min Yoongi auf dem Krankenhausbett, neben mir mein Körper, in dem Yoongi steckt.
Ich fühle mich als würde Gott ein krankes Spiel mit uns spielen, vielleicht tut er das auch.
Wie es aussieht werde ich einige Zeit so bleiben müssen, das bedeutet ich muss sein Leben leben, während er meins lebt.
Natürlich hoffe ich, dass das hier möglichst schnell vorbei geht und wir tun können, als wäre nie was passiert.
"Fang an", meint Yoongi.
"Okay. Hm was musst du wissen? Also ich wohne zusammen mit meiner Mum.
Meine Schwester studiert im Ausland und mein Dad ist auf einer Geschäftsreise, also wirst du sie wahrscheinlich eh nicht zu Gesicht kriegen.
Hast du meine Sachen?"
Yoongi gibt mir meinen Rucksack und ich suche nach meinem Handy.
Als ich es finde, zeige ich ihm ein Foto von mir und meiner Familie.
"Merk' dir ihre Gesichter."
Er nickt und wartet bis ich weiterrede.
Ich hab' das Gefühl, er begreift die Situation noch nicht ganz, was dran liegen kann, dass er gerade erst aufgewacht und noch im Schockzustand ist.
Damit will ich nicht sagen, dass ich weniger geschockt bin, aber ich hatte wenigstens ein paar Stunden Zeit, die Lage zu begreifen.
"Außerdem solltest du auf keinen Fall die Schule vernachlässigen. Das konntest du vielleicht mit deinem Leben machen, aber nicht mit meinem. Wenn du das verkackst bist du tot."
"Selbst wenn ich anfangen würde zu lernen, würde ich keine guten Noten schreiben. Was erwartest du?", zetert er.
"Versuch es wenigstens", ich verdrehe die Augen und spreche weiter.
"Außerdem musst du abends mindestens eine Stunde Workout machen, sonst ist mein Körper ruiniert."
"Sonst noch was?", Yoongi sieht nicht so aus, als hätte er vor irgendwas davon zu machen.
"Ja, da gibt es noch was. Meine Freundin Yerin wird bald bei dir auftauchen. Sie war die letzten Tage auf Klassenfahrt aber sie ist ziemlich... nennen wir es anhänglich.
Geh' ihr so gut es geht aus dem Weg."
"Hmhm."
Hört er mir überhaupt zu?
"Sag mir was ich wissen muss", fordere ich Yoongi auf.
"Was genau musst du wissen?", fragt er mit meiner Stimme, was immernoch total ungewohnt ist.
"Naja, Fakten über dich. Über deine Familie... über dein Leben."
"Da gibt's nicht viel zu sagen. Ich wohne bei meiner Mum. Sie arbeitet Nachts, ignorier sie einfach.
Räum jeden Tag das Wohnzimmer auf und mach was du willst."
Er spricht von seiner Mum wie von einem Gegenstand.
"Bei dir läuft irgendwas falsch."
"Geh' hin und überlege dann, was schief läuft."
"Werde ich wohl."
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so schlimm ist wie er es darstellt.
Es liegt bestimmt daran, dass er zu allem so eine scheiß Einstellung hat.
Die Tür geht auf.
"Min Yoongi? Ihre Ergebnisse sind gut. Machen Sie erstmal keinen Sport und ruhen Sie sich aus, bis die Prellungen zurück gehen.
Sie sind hiermit entlassen."
Ich brauche erstmal ein paar Sekunden um zu begreifen, dass der Arzt mit mir redet.
Werde ich mich jemals daran gewöhnen? Ich hoffe, dass ich das nicht muss.
[Yoongi P.O.V]
Ich bin gerade auf dem Weg zu Jimin's Zuhause und wünschte ein Bus würde mich überfahren - und diesmal richtig.
Du findest ich bin negativ? Wie soll ich bitte positiv sein?
Ich stecke im Körper von Park fucking Jimin.
Vielleicht ist es eine Strafe Gottes, weil ich meine Hausaufgaben seit der ersten Klasse nicht mehr mache.
Es ist jedenfalls leichter sich das einzureden, als zu akzeptieren dass ich einfach grundlos in dieser Scheißsituation gelandet bin.
Ich folge dem Navigator, bis ich vor einem modernen Haus stehe.
Das ist es?
Die Gegend ist sauber und ruhig, kommt mir fast vor wie ein Altenheim.
Im Gegensatz zu meiner Nachbarschaft auf jeden Fall.
Meine Beine zittern vor Aufregung, als ich durch den kleinen Garten vor dem Haus gehe und die Hand auf die Türklinke lege.
Gleich werde ich Jimin's Mum sehen. Sie hat keine Ahnung, dass wir in einen Unfall verwickelt waren, oder dass ich im Körper ihres Sohnes stecke.
Allerdings haben wir abgemacht, dass niemand etwas davon herausfinden darf, die Leute würden uns ohnehin nur für bekloppt halten.
Ich öffne die Tür und betrete das Haus.
Kaum bin ich drinnen, kommt mir eine klein gewachsene Frau mit Hochsteckfrisur entgegen.
"Jimin, du bist ziemlich spät heute", begrüßt sie mich freundlich.
Ich bin total überfordert. Nicht nur von der allgemeinen Situation, sondern auch weil sonst nie jemand auf mich wartet oder mich empfängt.
"Ich... war noch mit den Jungs unterwegs", flunkere ich.
"So ist das also. Rufe mich nächstes Mal einfach an, ich habe mir Sorgen gemacht."
Ich nicke und mustere den Raum. Der Boden ist aus dunklem Holz, die Möbel sind zum Großteil weiß und modern, während die Wände in pastellfarben gestrichen sind.
Küche und Wohnzimmer gehen direkt ineinander über.
Es sieht aus wie ein Zimmer aus diesen schnöseligen Möbelkatalogen.
"Hast du Hunger?"
Ich will mit dem Kopf schütteln, aber mein Magen - oder eher gesagt Jimin's Magen - knurrt.
Jimin's Mum zerrt mich lachend zum Tisch und schiebt mich zu einem Stuhl.
Ich setze mich und nach kurzer Zeit bringt sie mir Essen, das so circa das Beste ist was ich je gegessen habe.
Sie setzt sich zu mir und wir halten Smalltalk.
Wie es mir geht, was ich getan habe, was der Unterrichtsstoff war, wie es meinen Freunden geht...
Anscheinend interessiert sie sich für jede Einzelheit aus Jimin's Leben.
Echt anstrengend.
Nach dem Essen verabschiede ich mich und suche nach Jimin's Zimmer.
Der Idiot hat vergessen mir zu sagen wo es ist.
Da ich nicht wusste, dass es so viele Zimmer gibt, habe ich natürlich nicht gefragt.
Jedes Zimmer ist in einem anderen Thema gestaltet. Irgendwer hatte wohl keine Hobbies und hat sich ausgetobt.
Nach einer gefühlten Ewigkeit komme ich im letzten Zimmer an.
Das muss es sein.
Ich reiße die Tür auf und Tageslicht empfängt mich.
Der Raum ist riesig und hat große Fenster, durch die die Sonne scheint.
Das Bett ist mindestens doppelt so groß wie mein eigenes und von allen Räumen ist das hier der gemütlichste.
Auf dem Schreibtisch sind Bilder von Jimin mit seinen Schulfreunden was bestätigt, dass es das richtige Zimmer ist.
Als wäre das noch nicht alles, hat das Zimmer auch noch eine verdammte Terasse!
Hat der Kerl überhaupt eine Ahnung wie gut er lebt?
Ein großes Haus, eine Mutter die sich um ihn sorgt, Freunde die für ihn da sind, gutes Essen, gute Noten, gutes Aussehen - auch wenn ich das nie zugeben würde.
Wo bin ich gelandet? Im Himmel?
Und Jimin hat keine Ahnung, dass er gerade auf dem Weg zur Hölle ist.
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Body Swap | YoonMin
FanfictionYoongi und Jimin sind nicht gerade das, was man als gute Freunde bezeichnen kann. Jimin ist beliebt in der Schule und immer gut gelaunt, während Yoongi sich nicht besonders für andere interessiert und ständig mies drauf ist. Doch ihr Schicksal änder...
