Für AlexandraRiehl,
eine passende Länge. Keine Angst ich weiß, wie du es meinst :) Hoffe es gefällt dir <3
Anna Quinn.
Meine Gedanken stritten sich mal wieder. Die eine Seite sagte, dass ich zu Felix gehen sollte, Ihm alles erklären sollte, doch die andere hatte einfach nur Angst, dass er mich nun verabscheute. Als mein Vater dort stand und meinen Namen geschrien hatte bin ich einfach gegangen. Ich konnte nicht anders. Und ich hatte mich nicht ein einziges mal zu ihm umgedreht. So oft er auch meinen Namen schrie, ich konnte es nicht.
Und ich würde auch nicht zu ihm gehen... Jetzt musste ich sowieso erst einmal ins Krankenhaus.
"Hallo Anna.", "Hallo, ich würde gerne zu meiner Mutter." Die Frau hinter dem Schalter nickte knapp und ich machte mich auf den Weg zu den Fahrstühlen. "Äh Anna!" Überrascht drehte ich mich um. "Deine Mutter ist in der Cafeteria, sie hatte Besuch bekommen", sagte die Frau wieder. Verwirrt nickte ich. Niemand außer mir besuchte meine Mutter. Da kam mir so ein Gedanke in den Sinn. Ich betete und betete, dass ich falsch lag mit jedem Schritt den ich tat, bis ich schließlich an der Cafeteria ankam. Suchend sah ich mich um und hoffte, dass ich falsch lag.
Mein Herz rutschte in die Hose. Natürlich lag ich nicht falsch. Mit schweren Schritten ging ich zu dem Tisch, an dem meine Mutter und Felix saßen. Knapp räusperte ich mich und zwei Augenpaare zuckten zu mir. "Hallo Anna!", sagte meine Mutter gut gelaunt und drückte mich einen Kuss auf die Wange. "Hallo Mama. Wie ich sehe geht es dir besser?", stellte ich kritisch fest und setzte mich. Felix ignorierte ich vollkommen. "Ja. Die Ärzte haben mir erlaubt aufzustehen. Dein netter Freund hier hat beschlossen mich zu besuchen. Nett nicht wahr?" Ich presste die Lippen aufeinander und nickte. "Ja. Was sagen die Ärzte?" So schnell hatte ich noch nie das Thema gewechselt. "Anna es ist unhöflich jemanden zu ignorieren. Begrüß ihn doch bitte." Ich wandte mich zu Felix, dessen Augen eiskalt waren. "Hallo", sagte ich schüchtern. "Hey", erwiderte er geknirscht.
"Mom ich hab dir noch was mitgebracht", durchbrach ich die unangenehme Stille und kramte in meinem Beutel. Schließlich fand ich das, wonach ich suchte und reichte es ihr. "Oh das ist schon so lange her Anna", schwärmte sie und versank in Gedanken. Fest umklammerte sie den Bilderrahmen mit dem Foto von ihr und mir, als ich noch ein kleines Kind war. "Du bist noch genauso hübsch wie damals." Ihre Hand fand einen ruhigen Ort an meiner Wange. "Mom... Ist wirklich alles in Ordnung?", fragte ich sie vorsichtig. "Ja natürlich."
Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile bis sie schließlich hinauf in ihr Zimmer musste. "Bitte Felix sei doch so lieb und fahr meine Tochter nach Haus. Ich mache mir sonst so viele Sorgen um sie." Er nickte, aber ich war mich ziemlich sicher, dass er dies eigentlich nicht wollte, aber wer konnte schon einer krebskranken Frau etwas abschlagen? "Auf Wiedersehen Mama. Lass es dir gut gehen. Ich muss mal sehen, aber ich denke, dass ich morgen wieder kommen werde, aber ich kann nichts versprechen." Sie lächelte mich nochmal an und dann liefen Felix und ich schweigend los.
"Du hast dich nicht gemeldet." Ich zuckte zusammen bei dem harten Klang seiner Stimme. "Du auch nicht", erwiderte ich. "Anna was soll das denn? Du weißt doch ganz genau, dass wir darüber reden müssen!", "Woher weißt du das mit meiner Mutter?", zischte ich und wich seiner Frage aus. "Ich hab recherchiert. Seid wann trinkt dein Vater?" Ich schnaubte verächtlich. "Wenn du es ihr sagst, dann...", begann ich. "Dann was?", fragte er herausfordernd. "Dann wirst du mich nie wieder sehen! Es würde sie umbringen zu wissen, dass mein Vater nicht auf mich acht gibt! Wenn du es ihr sagst Felix... dann... dann bring ich mich um!"
Er schluckte schwer. Und als er dann an einer Ampel anhielt nahm er mein Gesicht und zog es zu ihm. "Ich werde es ihr nicht verraten keine Angst, aber wenn du dir etwas antust... Bitte mach das nicht. Du bist mir viel zu wichtig. Ich weiß, dass ich alles andere als leicht für dich, aber wir schaffen das. Zusammen."
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Scratch
Romance„Wir haben eine Problemschülerin", warnte sie ihn. „Wie soll ich das verstehen?", fragte er unsicher. „Sie redet nicht unaufgefordert, hat keine Freunde in der Klasse und trägt selbst im Sommer langärmliche Pullover", erklärte sie ihm. „Verrätst du...