Kapitel 14 || Magisches Erwachen ||

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Hallo!
Tut mir echt leid, dass ich euch habe warten lassen. Allerdings hatte ich keine Zeit zum Schreiben und die Ideen wollten auch nicht wirklich kommen...
Ich hoffe, das Kapitel gefällt euch. Zudem würde ich mich ungemein über eure Meinung freuen. Hoffentlich kann dieses Kapitel den Regen vertreiben :) Hier scheint auch wieder die Sonne!
Liebe Grüße,
Eure Railey ((:
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|| Selin ||

Die Luft war mit Hitze geschwängert und erschwerte das Atmen. Selin spürte die knisternde Magie auf ihrer Haut, wodurch sich die kleinen Härchen aufstellten. Der umherwirbelnde Staub versperrte ihr die Sicht auf das Geschehen unmittelbar vor ihr. Plötzlich stob starker Wind auf, der Selin beinahe mit sich gerissen hätte. Mit aller Kraft, die sie aufbringen konnte, stemmte sie ihre Beine in den Boden und riss die Arme vor ihren gesenkten Kopf. Angestrengt presste sie ihren Kiefer aufeinander und drückte sich gegen den Wind vorwärts.

Sie konnte und durfte nicht aufgeben. Selin musste ihm helfen, ihn vor dem Tode bewahren und sich selbst vor den Klauen des Königs. Sie wusste, wenn sie aufgab, waren sie alle verloren. Tief in ihrem Inneren war ihr bewusst, dass sie nur mit Belals Hilfe frei sein konnte.

Erleichterung machte sich in Selin breit, als sie schemenhafte Gestalten im wirbelnden Staub erkennen konnte. Die unverkennbare Gestalt des bulligen Königs stand einige Meter von dem Langfinger entfernt und hatte die Fäuste aneinander gedrückt. Es schien, als stünden sie eine Ewigkeit regungslos voreinander und warteten darauf, dass einer von ihnen den Anfang machte.

Verbissen kämpfte sie sich weiter vor. Als der Feuermagier beinahe zum Greifen nahe war, rief Selin seinen Namen. Aufgrund des tosenden Windes gingen ihre Rufe im Staub verloren. Plötzlich riss sie etwas zurück und sie fiel bäuchlings auf den Boden. Ein ersticktes Keuchen entfuhr ihr, als jegliche Luft aus ihrer Lunge gepresst wurde. Atemlos lag sie wie betäubt auf dem sandigen Untergrund.

Ein Augenaufschlag später wurde sie an den Haaren hochgerissen und Selin starrte in das vernarbte Gesicht eines Mannes. Seine Augen drücken die pure bBoshaftigkeit aus. Panisch versuchte sie sich von ihm loszureißen, doch sein Griff blieb eisern.

Tränen schossen ihr in die Augen, als ihr Angreifer stärker an ihren Haaren zog. „Du musst die kleine Sklavenschlampe sein", knurrte er zwischen den Zähnen hindurch und lachte gehässig. Dann riss er Selin herum, sodass sie auf das magischen Kampf schauen musste. „Sieh genau hin, Mustuse. Du sollst sehen, wie dein schwacher Freund von meinem allmächtigen Vater gegrillt wird!"

Vor Selin war ein Kampf um das Überleben ausgebrochen. Ein Kampf, der sowohl über Belals als auch über ihr eigenes Schicksal bestimmte. Ein Schicksal, dessen wahre Bedeutung für jeden unergründlich bleiben würde. Es war ein Spiel mit dem Feuer und mit Feuer sollte man nicht spielen.

Selins Atem stockte, als sie dabei zusah, wie Belal das Gleichgewicht verlor und fiel. Der König ergriff seine Chance diesen Kampf für sich zu gewinnen und hüllte den Langfinger in eine große Feuerfontäne ein. Die Angst lähmte sie, fraß sich durch ihr Gehirn und trieb ihr die Tränen in die Augen. Belal war verloren – er war tot. Tot!

Tante Sutton hatte einst gesagt, die Angst sei kein Feind, sondern ein Freund. Angst könne stärker machen, als so mancher denkt, man muss nur eins mit der Angst werden. Angst ist ein täglicher Begleiter und sie kann so viel mehr sein, als das. Denn Angst kann dein Beschützer sein.

Wie ferngesteuert umklammerte Selin die Hand ihres Angreifers, dieser zuckte zurück, als hätte er sich an ihr verbannt. Selin spürte eine fremde Präsenz in ihr, doch sie konnte nicht weiter darüber nachdenken, denn sie musste zu Belal. Still und verkohlt lag er im Sand. Der Wind zerrte an den Stofffetzen, so als würde sie ihn zum Himmel empor heben.

„Nein! Nein!", brüllte sie immer und immer wieder in Gedanken. „Belal!" Ihr Schrei hallte über den Platz. Der Schmerz war in ihrer Stimme kaum zu überhören. Ihre Beine gaben unter ihr nach und sie sank ungebremst zu Boden. „Belal", hauchte sie, während Tränen den sandigen Boden benetzten.

Es war irrsinnig, nicht real – ein Traum! „Wach auf. Wach auf. Wach auf!" Immer und immer wieder schlug sie sich selbst gegen den Kopf, doch sie erwachte nicht aus diesem Albtraum. Alles war real, all das war wirklich geschehen – sie hatte Belal vor ihren Augen sterben sehen. Ihr Schicksal, sowie das Seine waren besiegelt.

Erkenntnis sickerte langsam in ihren Verstand, dennoch war sie nicht bereit sich ihrem Schicksal zu beugen. Wie aus dem nichts tauchte der König neben ihr auf und zerrte sie mit seinen wulstigen Fingern am Arm hoch. Grob fasste er ihr ins Gesicht und sein begieriger Blick glitt über Selins schlanken Körper.

„Der kleine Bastard wird nie wieder zurückkommen. Finde dich damit ab, dass du jetzt einen neuen Herrn und Meister hast. Du wirst ganz allein mir gehören für immer", hauchte er ihr ins Ohr und presste seine rauen und trockenen Lippen auf die von Selin. Galle stieg in ihr auf und sie versuchte, mit aller Kraft sich von dem widerlichen Monstrum zu lösen.

Dieser ließ ruckartig von ihr ab und verpasste Selin eine schallende Ohrfeige. Keuchend stürzte sie zu Boden, wo sie zitternd liegen blieb. Ihr Blick glitt zu dem verbrannten Langfinger und sie robbte auf diesen zu. Mit zittrigen Fingern tastete sie nach einer Hand und drückte sie in der Hoffnung, dass Belal dadurch aufwachen würde.

„Du bist nicht tot. Du darfst nicht tot sein! Belal, wach auf!", schrie sie verzweifelt und senkte ihre Stirn auf die mit Ruß bedeckte Brust. Tränen vermischten sich mit der Ruß geschwärzten Haut. „Lebe, bitte lebe. Wach auf!", flüsterte Selin, wie ein Ritual. „Ich flehe euch an Feras, Gott des Feuers, lasset ihn leben. Bitte lasset Belal leben"

Ihre Schultern zuckten und ihr Körper zitterte, doch sie schluchzte nicht. „Genug jetzt, du bist jetzt meine Sklavin und niemand wird dich retten können!", donnerte der Herrscher über Maa Tulee und zerrte Selin auf die Beine. Energisch zog er sie hinter sich her – weg von dem Langfinger. Krampfhaft versuchte sie sich aus dem schraubstockartigen Griff zu lösen – Vergeblich.

„Was genau gedenkt ihr zu tun, eure Majestät?", sprach eine ihr nur allzu bekannte Stimme. Sie sprach den Titel mit so viel Spott und Hohn, sodass der Träger des Titels innehielt. Unglauben machte sich in breit, als sie hinter sich die Stimme vernahm. Ihr Augen weiteten sich und abermals schossen ihr die Tränen in die Augen. Doch diesmal waren sie glücklicher Natur und Freude erfüllte ihr Herz. Er war am Leben, Belal lebte!

„Danjaan halt die kleine Sklavin fest, sie gehört mir!", befahl der König bellend und stampfte auf Belal zu, noch ehe Selin reagieren konnte. Die Ruß geschwärzten Stofffetzen hingen an seinem Körper hinab. Seine Haut sah makellos und rein aus, was ein Ding der Unmöglichkeit war. „Du hast erstaunliche Kräfte", flüsterte ein Mann nahe an Selins Ohr.

***
Mustuse = Dreck

Five Elements - Blazing FireWo Geschichten leben. Entdecke jetzt