|| Prolog ||

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Eine Legende besagte, dass einst der Feuergott Feras Tulee sich in eine sterbliche Frau verliebte. Es hieß, er habe sich ihr mit all seinem Sein hingegeben. Das Glück und die Liebe war ihnen wohlgesonnen und dennoch lebten sie jeden Tag in Angst - Angst vor den Göttern aus Feras Heimat und Angst, nie wieder beieinander sein zu können. Um dieser Angst entgegen zu wirken, gingen Feras und seine wunderschöne Geliebte das heilige Bündnis der ewigen Liebe ein.

Ihr Schicksal war von diesem Tage an für immer miteinander verflochten. Feras beschrieb es in seinen Schriften als ein „brennendes Band der Liebe", welches ihn mit seiner wundervollen Sarav bis in alle Ewigkeit verband. Doch ihre Wege trennten sich nach nur wenigen Tagen, da die Brüder und Schwestern Feras' ihn nach Hause holten. Sie verwehrten ihm den Weg zurück zu seiner geliebten Sarav, in dem sie ihm das nahmen, was für ihn das Wichtigste war - das Bündnis zwischen ihm und seiner Frau. Sie nahmen ihm sein Herz, das einst so voll Liebe und Glückseligkeit gewesen war.

Doch bevor seine Familie ihm das Wichtigste endgültig entreißen konnte, verfasste er einen Brief an seine Geliebte.

Liebste Sarav,

Du bist der Sommer, der meine Welt wieder fröhlicher macht. Du bist die Sonne, die meiner Haut Wärme schenkt. Du bist die Leidenschaft, die durch meine Adern fließt. Du bist das flammende Herz, welches mich am Leben erhält. Du bist die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Du wirst meinen Kindern den leuchtenden Pfad ihres Schicksals weisen und ihnen den Schutz bieten, den sie benötigen. Deine Macht wird in ihnen fließen, in ihnen weiter leben und immer zur Verfügung stehen.

Denn du, auch wenn du keine Göttin bist, besitzt die wahre Stärke. Du bist es, die wahrhaftige Kraft in sich trägt. Du bist so stark, wie kein Gott jemals sein kann – ich würde fast sagen, du bist so mächtig, wie alle Götter zusammen niemals sein können. Wenn du willst, kannst du alles schaffen. In dich setze ich meine gesamte Liebe - und damit auch meine Kraft, damit du noch stärker werden mögest.

Ohne dich kann ich nicht leben, ohne dich möchte ich nicht sein. Unser Schicksal ist miteinander verwoben, so steht es in den Sternen geschrieben und dem Schicksal kann niemand entkommen. Sie wollen unsere Liebe zerstören und unser Bündnis zerreißen. Aber ich bin nicht bereit das Feuer unserer Liebe, welches zwischen uns hell brennt, zu ersticken. Denn ohne dieses Feuer bin ich nichts mehr.

Ich bin voller Hoffnung, dich eines wunderschönen Tages wieder in meinen Armen zu halten und dich an meiner Seite zu wissen. Mein Herz wird für immer dir gehören, meinem hellsten Stern in tiefster Finsternis.

In ewiger Liebe,

Feras Tulee, Gott des Feuers

Eine andere Legende erzählte, dass Feras seiner Liebe das Herz brach und wieder in sein Reich zurückkehrte. Sarav war zerstört von dem kaltblütigen Lügenspiel des Gottes. Ihr Glaube an die Liebe und das Schicksal waren erloschen. Eine seelenlose Hülle ihrer selbst verblieb, doch ihre Liebe zu dem Gott loderte noch immer tief in ihr; so tief verborgen und hinter so vielen Mauern versteckt, dass selbst sie diese nicht mehr spüren konnte. Nur in einsamen Momenten spürte sie manchmal, dass da noch etwas war – etwas, an das sie selbst schon lange nicht mehr geglaubt hatte.

Es hieß, dass nur wenige Monde ins Land gezogen waren, als Sarav das Bündnis mit einem Prinzen eingang. Zu Ehren des Feuergottes wurde ein Band um die Hände des Paares gelegt und verbrannt.

Zu diesem Zeitpunkt, so besagten die Legenden, trug Sarav schon neues Leben unter dem Herzen - das Leben eines Kindes von sowohl sterblichem, als auch göttlichem Blute. Doch obwohl Feras seine Sarav von sich stieß und ihre Seele schändete, loderte auch in ihm noch die Liebe ihres Bandes. Auch, wenn das Band zerrissen worden war, so besaß ihre Verbindung doch noch die Kraft, Funken entfachen zu lassen.

Als Feras von dem Bündnis erfuhr, verlor er jegliche Kontrolle über sich. Aus blindem Hass auf die Sterblichen brannte er das Land der königlichen Familie nieder, die es gewagt hatten, seine Geliebte an einen ihrer Adeligen zu binden.

Der Gott verfluchte den Prinzen und alle seine Nachkommen, niemals einen gesunden Erben aus einem magischen Bündnis hervorbringen zu können. In all seinem Wahn nach Rache und Vergeltung verlor er seine einzige Liebe aus den Augen.

Sarav, Geliebte des Feuergottes und Mutter des ersten Feuermagiers, ward nie wieder gesehen.

Ob sie sich jemals wieder trafen, stand in den Sternen geschrieben und nur wer es vermochte, den Himmel zu deuten, würde erahnen, welches Schicksal sie erhielten. Jeder sah sich eines Tages wieder - an einem Ort, den jeder einmal besuchte, wenn der Baum des Lebens seine letzten Blätter verloren hatte.

An dem Ort der „Hundert Namen", den doch niemand kannte.

Five Elements - Blazing FireWo Geschichten leben. Entdecke jetzt